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VW streicht 50 Prozent seiner Modelle
Volkswagen steht offenbar vor einem der grössten Sparprogramme seiner Geschichte. Laut einem Medienbericht sollen das Modellangebot bis 2035 halbiert, die Produktion weiter reduziert und bis zu 120'000 Stellen abgebaut werden.
Das globale Modellangebot von Volkswagen ausserhalb Chinas soll bis 2035 um die Hälfte schrumpfen. Dies berichtet die deutsche Bild-Zeitung am Freitag.
Auch die Zahl der Motor-, Ausstattungs- und Technikvarianten soll laut Bericht um bis zu 75 Prozent sinken. Die Produktion soll zudem konzernübergreifend von zehn auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr sinken. Vor der Corona-Pandemie plante Volkswagen noch mit einer Jahresproduktion von bis zu zwölf Millionen Fahrzeugen.
120'000 Stellen in Gefahr
Der Sparhammer könnte weitreichende Folgen haben. Wie Bild weiter schreibt, wolle der VW-Vorstandschef Oliver Blume bis zu 120'000 Stellen abbauen – 70'000 mehr als bisher geplant. Demnach soll der Stellenabbau vor allem über Altersteilzeit und Abfindungen erfolgen. Auch bestehende Beschäftigungsgarantien sollen auf den Prüfstand kommen.
Auch vier deutsche Werke könnten vor dem Aus stehen. Volkswagen könne nicht mehr garantieren, dass nach dem Auslaufen der aktuellen Modellgenerationen neue Fahrzeuge an den VW-Standorten Emden, Zwickau und Hannover sowie bei Audi in Neckarsulm gebaut werden. Entschieden sei aber noch nichts.
Blume unter Druck
Der Betriebsrat hat dem VW-Vorstand unterdessen ein Ultimatum gestellt. Er fordert VW-Chef Oliver Blume auf, sich «unmissverständlich» zu den drastischen Sparplänen zu äussern. «Der Umgang des Vorstands mit der Belegschaft ist an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten», lässt sich die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo aus einer Mitteilung zitieren. Weiter heisst es im Schreiben, es sei «unverantwortlich, die Belegschaft im Unklaren zu lassen und so in den Urlaub zu schicken». Komme die Blume der Aufforderung nicht nach, so sollen nach der Sommerpause ausserordentliche Betriebsversammlungen stattfinden.
Noch am Donnerstag veröffentlichte Blume ein rund dreieinhalbminütiges Statement, äusserte sich darin jedoch nur vage zum geplanten Konzernumbau.
«Deutschland ist unsere Heimat und bleibt für den VW-Konzern ein zentraler Industriestandort», sagt Blume im Video. Gleichzeitig räumt er ein: «Im globalen Wettbewerb reicht das aber nicht mehr aus.»
Dafür brauche es jedoch auch bessere internationale Rahmenbedingungen. Blume nennt unter anderem wettbewerbsfähige Energiepreise, niedrigere Kostenstrukturen, eine fokussierte Technologielandschaft und eine verlässliche Förderpolitik.
Noch am Donnerstagabend beriet der Aufsichtsrat über die Zukunft des Autobauers. Zeitgleich protestierten bundesweit Tausende Beschäftigte an rund 20 Standorten gegen die erwarteten Sparpläne.
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