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Trump hat nicht geliefert
Was bedeutet der klare Wahlsieg der US-Demokraten für die Autohersteller ausserhalb der USA? Werden Trumps gefürchtete Autozölle vom neugewählten Kongress gekippt? Sehen die wirtschaftlichen Aussichten für die europäische Autoindustrie wieder rosiger aus?
Der deutliche Wahlsieg der US-Demokraten im Senat sowie im Repräsentantenhaus weist darauf hin, dass Präsident Donald Trump den Amerikanern zunehmend auf den Wecker geht. Eines der grossen Wahlversprechen von Trump war, die US-Autohersteller wieder zurück auf die Erfolgsspur zu bringen. Mit Strafzöllen will Trump die Autohersteller aus Europa und Asien zwingen, ihre Modelle für den US-Markt auch in den USA zu produzieren. Bisher hat der schrille US-Präsident aber vor allem eines erreicht: Die Lebenskosten in den USA sind gestiegen. Der versprochene Boom ist ausgeblieben – auch in der Autoindustrie.
Trump behält die Kontrolle
Vorab eine schlechte Nachricht für Europas Autokonzerne: Der historische Sieg der US-Demokraten in beiden Kammern wird kaum einen Einfluss auf die Autozölle haben. Trumps Strafzölle für Autos aus Europa von 15 Prozent können gemäss Gesetz (Section 232) von den Demokraten weder im Senat noch im Repräsentantenhaus aufgehoben werden. Trump behält die Kontrolle. Um den unberechenbaren US-Präsidenten zu überstimmen, hätten die Demokraten in beiden Kammern eine Zweidrittelmehrheit benötigt, welche sie nun verfehlten. Sowieso werden auch die neu erstarkten Demokraten wenig Interesse daran haben, die Marktchancen für europäisch produzierte Autos wieder zu verbessern.
China lachender Dritter
Längst haben wichtige Autohersteller wie BMW oder Mercedes ihre Produktionen auf die verschiedenen Kontinente verteilt. Aktuell bauen allein die deutschen Autokonzerne jährlich rund 1,6 Millionen Fahrzeuge in den USA (Quelle KPMG). Im neu angekündigten Werk von Audi in Georgia werden ab 2031 Autos vom Band rollen. Globale Hersteller wie Audi denken weit über den Zeithorizont einer Amtsdauer eines Präsidenten hinaus. Schlussendlich ist Trumps vom Zaun gebrochener Zollkrieg nicht das grösste Problem der Autokonzerne. Sowohl die USA als auch Europa verlieren mit gegenseitigen Handelshemmnissen nur unnötige Ressourcen, welche sie besser für den grossen Abwehrkampf gegen die neue Automacht China einsetzen könnten.
US-Autoindustrie im Sinkflug
Präsident Trump versucht, die US-Autoindustrie zu beschützen. Aber seien wir ehrlich: Die aktuellen US-Modelle sind technisch nicht auf der Höhe der Zeit. Geht es um innovative, optisch atemberaubende und umweltfreundliche Autos, geben die Europäer und die Chinesen den Takt vor. Tatsächlich gibt es für amerikanische Autokäufer aktuell nur zwei Gründe, weiterhin einheimische Produkte zu kaufen. Erstens der tiefe Preis. Und zweitens der pure Patriotismus. Aber wenn die Lebenskosten in den USA immer mehr ansteigen und die Löhne gleichzeitig sinken, kann sich der Amerikaner keinen imposanten Ford-F150-Pickup mehr leisten. Fazit für die USA: Trump hat nicht geliefert.
Europas düstere Erfolgsaussichten
Und wie sieht das Fazit für Europa aus? Bieten die EU-Bürokraten den europäischen Autoherstellern ideale Rahmenbedingungen? Leider sehen die Aussichten auch für Europas Autokonzerne düster aus. Zwar wäre genügend Innovationskraft vorhanden. Und auch das Qualitätsbewusstsein würde stimmen. Aber bürokratische Hürden, klimaideologische Gesetze sowie eine rapid sinkende Leistungsbereitschaft vieler Europäer zerstören die Erfolgsaussichten des alten Kontinents. Zudem zerstören die linken Gewerkschaften ehemalige Leuchtturmkonzerne wie Volkswagen. Die Autozukunft gehört China, Japan und Südkorea.

Kolumnist und Autor Pentti Aellig ergänzt als erfahrener Autokenner und Publizist das STREETLIFE-Redaktionsteam. Als SVP-Kantonsrat und Gemeindepräsident politisiert er im Kanton Schaffhausen aktiv mit. Wir weisen darauf hin, dass die Ansichten unserer Kolumnisten nicht mit jenen der STREETLIFE-Redaktion übereinstimmen müssen.
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