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Betrüger immer fieser: So schützt du dich vor Abzocke in den Ferien
Ob Mietwagen, Tankstelle oder Restaurant: Gerade in den Ferien haben Betrüger Hochsaison. Wer ihre Tricks kennt, spart nicht nur Geld, sondern auch jede Menge Ärger. STREETLIFE zeigt die häufigsten Maschen – und wie du dich davor schützt.
In vielen Kantonen heisst es in den nächsten Tagen: Endlich Ferien! Das Auto ist gepackt, die Route geplant und die Vorfreude gross. Doch genau in dieser entspannten Stimmung wittern Betrüger ihre Chance. Ob auf der Autobahn, an der Tankstelle, beim Mietwagen oder im Restaurant: In vielen beliebten Ferienländern lauern Kostenfallen und Betrugsmaschen. Die gute Nachricht: Die meisten lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit leicht vermeiden.
Mietwagen: Lass dich nicht unter Druck setzen
Die erste Abzocke beginnt oft schon am Flughafen beim Mietwagenschalter. Mitarbeiter versuchen Reisenden einzureden, dass der bereits gebuchte Versicherungsschutz nicht ausreiche. Unter Zeitdruck unterschreiben viele Urlauber zusätzliche Versicherungen – obwohl sie bereits voll abgesichert sind. Deshalb gilt: Lies deine Buchungsunterlagen vor der Reise genau durch und unterschreibe vor Ort nur, was du wirklich verstanden hast. Lass dich nicht zu spontanen Zusatzleistungen drängen.
Achtung vor falschen Pannenhelfern
Auch diese Betrugsmasche richtet sich gezielt gegen Reisende mit dem Auto – und hat in jüngster Zeit stark zugenommen. In mehreren europäischen Ferienländern geben sich Kriminelle als Pannenhelfer aus und kassieren für Abschleppdienste oder angeblich notwendige Reparaturen mehrere Hundert Euro. Besonders betroffen sind laut ADAC unter anderem Ungarn, Serbien, Kroatien, Slowenien, Bulgarien, Polen, die Slowakei und Litauen.
Um seriös zu wirken, fahren die Betrüger Fahrzeuge in den Farben bekannter Pannendienste, tragen entsprechende Arbeitskleidung oder versehen ihre Autos mit täuschend echten Logos. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, es handle sich um offizielle Helfer. Deshalb gilt: Nimm Pannenhilfe möglichst nur über deine Versicherung oder deinen Automobilclub in Anspruch. Erscheint plötzlich ein «Helfer», den du nicht selbst angefordert hast, solltest du besonders vorsichtig sein und seine Identität überprüfen.
Der «neue» Kratzer
Ein Klassiker bei Mietwagen-Abzocke folgt oft bei der Rückgabe des Fahrzeugs. Plötzlich entdeckt der Vermieter einen angeblich neuen Kratzer oder eine kleine Delle und verlangt Schadenersatz. Ohne Beweise wird es schwierig, sich zu wehren.
Fotografiere oder filme den Mietwagen deshalb bei der Übernahme und bei der Rückgabe gründlich – von allen Seiten, inklusive Dach, Felgen, Frontscheibe und Innenraum. Lass dir die Rückgabe schriftlich bestätigen. So hast du im Streitfall deutlich bessere Karten.
Vorsicht an der Tankstelle
Vor allem in Italien kann Tanken deutlich teurer werden als gedacht. Viele Tankstellen bieten sowohl «Self Service» als auch «Servito» an. Beim «Servito» übernimmt ein Tankwart das Betanken – gegen einen teils happigen Aufpreis. Wer versehentlich an der falschen Zapfsäule hält, bezahlt schnell mehrere Franken mehr pro Tankfüllung. Besonders perfide: Von der Strasse her sind die teureren Bedien-Tankstellen oft nicht als solche erkennbar. Deshalb: Ungeniert weiterfahren, wenn du den Aufpreis nicht zahlen willst.
Auch beim Bezahlen solltest du aufmerksam bleiben. Kontrolliere den Betrag auf dem Kartenlesegerät, bevor du bestätigst. Behauptet jemand, die Zahlung habe nicht funktioniert und verlangt die Karte ein zweites Mal, lohnt sich später ein Blick auf die Kreditkartenabrechnung.
Der Spiegeltrick
Er gehört zu den bekanntesten Betrugsmaschen in Italien. Ein anderes Auto fährt neben dir, hupt oder blinkt. Kurz darauf behauptet der Fahrer, du hättest seinen Aussenspiegel beschädigt. Als Beweis zeigt er Kratzer oder schwarze Abriebspuren und verlangt sofort Bargeld – möglichst ohne Polizei, versteht sich.
Die beste Reaktion: ruhig bleiben, nichts bezahlen und darauf bestehen, die Polizei zu rufen. In den meisten Fällen verschwinden die Betrüger dann schneller, als sie aufgetaucht sind.
«Mit Ihrem Reifen stimmt etwas nicht»
Diese Masche ist vor allem aus Spanien und Südfrankreich bekannt. Während der Fahrt macht ein anderer Autofahrer hektisch auf einen angeblichen Defekt an deinem Fahrzeug aufmerksam. Wer sofort anhält, wird häufig abgelenkt, während ein Komplize Taschen, Handy oder Pass aus dem Auto stiehlt.
Halte deshalb nicht an einer abgelegenen Stelle oder auf dem Pannenstreifen an. Fahre lieber bis zur nächsten Tankstelle oder gut besuchten Raststätte weiter und verriegle das Fahrzeug.
Rastplätze: Nur ein kurzer Moment genügt
Auch Rastplätze gehören zu den bevorzugten Tatorten von Dieben. Während du auf die Toilette gehst oder einen Kaffee holst, reicht oft ein kurzer unbeobachteter Moment. Sichtbar liegende Handtaschen, Rucksäcke oder Smartphones sind dann schnell verschwunden.
Wertsachen gehören deshalb nie offen ins Auto – auch nicht «nur für zwei Minuten». Pässe, Portemonnaie und Handy nimmst du am besten immer mit.
Falsche Polizisten
Besonders in Spanien und Italien geben sich Betrüger immer wieder als Zivilpolizisten aus. Sie fordern Fahrzeugpapiere oder den Geldbeutel und nutzen die Verwirrung, um Bargeld oder Wertsachen zu stehlen.
Lass dir einen Dienstausweis zeigen und rufe im Zweifel selbst die Notrufnummer an. Echte Polizeibeamte werden damit kein Problem haben.
Vorsicht vor falschen Maut-Nachrichten
Eine vergleichsweise neue Masche spielt sich erst nach der Fahrt ab. Autofahrer erhalten eine SMS oder E-Mail mit der Aufforderung, angeblich noch offene Mautgebühren zu bezahlen. Die Nachricht wirkt täuschend echt und enthält einen Link zu einer gefälschten Zahlungsseite.
Bezahle Mautgebühren deshalb niemals über Links in SMS oder E-Mails. Nutze ausschliesslich die offizielle Website oder App des jeweiligen Betreibers.
Auch im Restaurant lauern Kostenfallen
Und natürlich: Nicht jede Abzocke findet auf der Strasse statt. Immer wieder sorgen überhöhte Restaurantrechnungen für Schlagzeilen. Besonders bei frischem Fisch, grossen Fleischstücken oder Tagesgerichten wird häufig nach Gewicht abgerechnet. Wer den Preis vorher nicht kennt, erlebt beim Bezahlen manchmal eine böse Überraschung.
Bestelle deshalb keine Gerichte ohne Preisangabe und frage im Zweifel nach dem Endpreis. Auch Brot, Gedeck oder Servicegebühren werden in einigen Ländern separat verrechnet.
Die wichtigste Regel
Ob an der Tankstelle, beim Mietwagen oder im Restaurant: Fast alle Betrugsmaschen funktionieren nach demselben Prinzip. Betrüger setzen ihre Opfer unter Zeitdruck oder überraschen sie in einem unachtsamen Moment. Wer ruhig bleibt, Preise kontrolliert und sich nicht drängen lässt, macht es ihnen schwer – und kann die Ferien entspannt geniessen.

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