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Suzuki wagt den E-Neustart – Toyota macht mit
Wenn zwei dasselbe tun, ist es nicht das Gleiche. Suzuki startet mit dem e Vitara in die Elektromobilität. Toyota übernimmt den E-SUV als Urban Cruiser. Die Technik ist identisch, aber die Geschwister haben einen ganz unterschiedlichen Mode-Geschmack. STREETLIFE unterzieht die E-SUV einem Style-Check.
Der e Vitara ist der wichtigste Suzuki der letzten zehn Jahre. Mit ihm leitet die japanische Allrad-Marke das Elektro- und Digital-Zeitalter ein. Damit lastet ein grosser Druck auf dem kleinen E-SUV – vor allem auch, weil sich das Modell-Angebot der Japaner an einer Hand abzählen lässt: Der e Vitara muss ein Erfolg werden.
Umso mutiger, dass der eher kleine Autobauer den Stromer in Eigenregie entwickelt hat, obwohl sich mit Toyota der grösste Autobauer der Welt unter den Aktionären befindet. Dieser übernimmt immerhin einen Teil der Entwicklungskosten. Dafür verkauft Toyota den E-SUV als Urban Cruiser. Als zweite Erleichterung kauft Suzuki die Batterien bei BYD ein. Der chinesische Autobauer startete als Batterie-Produzent, bevor er die Elektromobilität als Chance nahm und die Autobranche expandierte.
Geteilte Technik
Zwei Akkugrössen, zwei Leistungsstufen und auf Wunsch Allrad bietet der Stromer – egal ob mit Suzuki- oder Toyota-Logo. Beide Marken stellen STREETLIFE die Top-Version zum Test zur Verfügung. Das heisst, die grosse Batterie mit 61 Kilowattstunden Kapazität für 395 Kilometer Reichweite sowie Allrad dank zwei Elektromotoren. Der Frontmotor mit 174 PS (128 kW) übernimmt die Hauptarbeit, während an der Hinterachse noch 65 PS (48 kW) bei Bedarf für 4x4 sorgen. Damit kommen e Vitara und Urban Cruiser auf eine Systemleistung von 184 PS (135 kW) und 307 Nm. Damit beschleunigen beide elektrischen City-SUV in 7,4 Sekunden auf Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit ist bei 150 km/h abgeriegelt.
Die Gemeinsamkeiten setzen sich im Cockpit fort. Beide Modelle verfügen über Suzukis neues digitales Cockpit, welches aus zwei Bildschirmen besteht: dem Armaturenbrett hinter dem Lenkrad und dem Touchscreen in der Mitte. Hier entschleunigen Suzuki und Toyota: Das Multimediasystem reagiert etwas gar träge auf Eingaben. Ob sich das mit einem Update beheben lässt oder in künftigen Modellen eine leistungsfähigere Hardware verbaut werden muss, wird sich zeigen. Aber ein schnelleres Multimediasystem wäre wünschenswert, denn das System soll in allen kommenden Suzuki-Modellen zum Einsatz kommen.
Der erste Unterschied
Im Innern bieten e Vitara und Urban Cruiser ein ordentliches Platzangebot. Einzig die Sitzposition ist wegen der Batterie im Unterboden etwas hoch für ein nur 1,65 Meter hohes Auto. Gerade bei grösseren Erwachsenen kommt das Dach dem Haaransatz ein bisschen zu nahe. Im Fonds lassen sich die Rücksitze immerhin in der Länge verschieben. Toyota wie Suzuki bieten dieses praktische Feature, mit dem sich der etwas beschiedene Kofferraum von 309 Litern nochmals etwas vergrössern lässt. Das Ladevolumen ist für die Fahrzeuggrösse passabel, liegt im Vergleich zur Konkurrenz aber eher im Mittelfeld.
Im Innenraum kommt es auch zum ersten Unterschied zwischen den beiden Geschwistern. Den Suzuki gibt es auf Wunsch mit einem zweifarbigen Interieur und braune Elemente brechen die ansonsten schwarze Armaturenlandschaft auf. Ein Pluspunkt für den Suzuki, denn gerade den Innenraum sieht man beim eigenen Auto am meisten, und da schadet ein bisschen Farbe im Alltag nicht.
Der unterschiedliche Mode-Geschmack
Während Heck- und Seitenansicht identisch sind, haben die beiden Elektro-SUV eine komplett unterschiedliche Front. Toyota hat nicht einfach nur das eigene Logo auf die Haube geklebt, sondern stimmt die gesamte Front auf seine eigene Design-Sprache ab. Auch die Stossfänger und LED-Lichter sind anders. Durch die geänderte Front wird der Urban Cruiser einen Zentimeter länger als der Suzuki.
Die unterschiedliche Front lässt die beiden E-SUV unterschiedlich auftreten, als würden sich die eigentlichen Zwillinge anders kleiden. Der e Vitara wirkt alles in allem knuffig. Sein Mode-Stil entspricht bequemen Alltagskleidern wie Jeans und einem lockeren T-Shirt. Der Urban Cruiser ist hingegen die schnittige Alternative im eleganten Anzug, inklusive Krawatte.
So fahren sich die E-SUV
Der e Vitara fährt so bequem, wie er sich kleidet, und der Urban Cruiser gleitet elegant dahin, damit der Anzug auch weiterhin sitzt. Trotz des unterschiedlichen Kleidungsstils sind also beide elektrischen City-SUV sehr komfortabel abgestimmt und federn zwar sanft, aber etwas viel. Passend zum weichen Fahrwerk ist der Elektroantrieb eher defensiv abgestimmt. Die Stromer treten zurückhaltend an und verzichten auf den typischen Elektro-Punch beim Beschleunigen. Dem einen oder anderen mag es zu träge sein, aber für den Alltag ist es mehr als genug, und passt erst noch zum trägen Verkehr auf den Schweizer Strassen.
Suzuki e Vitara Allgrip 4x4 «Compact Top»: Fakten
- Motor: je 1 E-Motor pro Achse: vorne 174 PS (128 kW) + hinten 65 PS (48 kW) = 184 PS (135 kW), 307 Nm@1/min
- Batterie: Brutto / Netto61 / 60 kWh = 395 km, Test: 331 km
- Antrieb: 1-Gang-Automatik, 4x4
- Fahrleistung: 0-100 km/h 7,4 s, Höchstgeschwindigkeit 150 km/h
- Verbrauch: Werk / Test: 17,7 / 20,6 kWh/100 km, Energieeffizienz B
- Masse: Länge/Breite/Höhe: 4,28 m / 1,80 m / 1,64 m
- Laderaum: Kofferraum 306 - 1052 l
- Gewichte: Leergewicht: 2014 kg, Anhängelast: 750 kg
- Preis: ab 39’990 Fr., Testwagen inkl. Extras (1280 Fr. Lackierung): 41’270 Fr., (Basis: 49 kWh, «Unico», Front, 144 PS: 31’990 Fr.)
Im Auto-Check von STREETLIFE zeigt sich der e Vitara etwas sparsamer als der Urban Cruiser. Bei 20,6 kWh auf 100 Kilometer erreicht der Suzuki eine Testreichweite von 331 Kilometern, während sie beim Toyota aufgrund von 21,1 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer deren 319 Kilometer beträgt. Die minimale Abweichung dürfte aber nicht an den Fahrzeugen und ihrer unterschiedlichen Front liegen, sondern eher auf unterschiedliche Streckenprofile im Laufe der Tests zurückzuführen sein. Im Vergleich zur Konkurrenz liegt die Reichweite aber eher im hinteren Mittelfeld.
Fazit
Suzukis erster Stromer ist ein gelungener Wurf für ein e-Erstlingswerk. Und dieser Umstand entschuldigt kleinere Unterschiede zur Konkurrenz mit deutlich grösseren Entwicklungsbudgets und mehr Erfahrung bei Elektroautos. Die Reichweite reicht für den Alltag locker und die typische Kundschaft von Suzuki e Vitara und Toyota Urban Cruiser fährt keine langen Strecken oder hat dafür ein grösseres zweites Auto. Mit der kompakten Grösse sind die E-City-SUVs wendige Zweit- oder Stadtautos. Auch als preiswerte Einstiegsfahrzeuge für Junglenkende empfehlen sie sich. Der Suzuki ist je nach Ausstattung zwischen 800 und 1100 Franken günstiger.
Toyota Urban Cruiser «Premium» 61 kWh AWD: Fakten
- Motor: je 1 E-Motor pro Achse: vorne 174 PS (128 kW) + hinten 65 PS (48 kW) = 184 PS (135 kW), 307 Nm@1/min
- Batterie: Brutto / Netto61 / 60 kWh = 395 km, Test: 319 km
- Antrieb: 1-Gang-Automatik, 4x4
- Fahrleistung: 0-100 km/h 7,4 s, Höchstgeschwindigkeit 150 km/h
- Verbrauch: Werk / Test: 17,7 / 21,1 kWh/100 km, Energieeffizienz B
- Masse: Länge/Breite/Höhe: 4,29 m / 1,80 m / 1,64 m
- Laderaum: Kofferraum 306 - 1052 l
- Gewichte: Leergewicht: 1972 kg, Anhängelast: 750 kg
- Preis: ab 40’800 Fr., Testwagen inkl. Extras (1280 Fr. Liquid Silver Lackierung): 42’080 Fr., (Basis: 49 kWh, Front, «Comfort», 144 PS: 32’900 Fr.)
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