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Neuer K4 im Schnell-Check

So viel besser ist der Kia K4 als der VW Golf

Kia ersetzt seinen Golf-Konkurrenten. Der zahme Europäer Ceed verschwindet. Dafür gibt es jetzt neu den globalen und schärferen K4. Aber wie integriert sich dieser in der alten Welt? Der Schnell-Check von STREETLIFE liefert die Antwort.

Paparazzi-Faktor

Kaum ein Modell in der Golf-Klasse sieht aktuell so scharf aus wie Kias neuer K4. Er löst den in und für Europa entwickelten Ceed ab und zieht mit seinem selbstbewussten Auftritt die Blicke auf sich. Mit so viel Charakter präsentieren sich Kia-Modelle in Europa bisher selten. Die elektrischen EV-Modelle sehen zwar auch gut aus, treten aber leicht dezenter auf. Beim K4 kann sich hingegen das leicht aggressive Design der amerikanischen Kia-Modelle voll entfalten: eckige LED-Leuchten, kurzer Überhang und eine lange und breite Motorhaube, fast wie bei einem Muscle-Car.

Und wem das noch nicht genug ist, um den Kameraauslöser zu betätigen, den sollte die coole Gold-Lackierung endgültig überzeugen.

Harassen-Faktor

Die Zahlen sprechen für sich: Mit einem Ladevolumen von 438 bis 1217 Litern hat der K4 einen der grössten Kofferräume der Kompaktklasse. Gerade VWs Golf, der als Massstab gilt, kann nicht mit dem Kia mithalten. Und wer doch mehr Platz benötigt, kann den K4 auch als Kombi haben. Aber nicht nur Gepäck, Einkäufe oder Kinderwagen brauchen Platz. Deshalb ist das Raumgefühl auf den Rücksitzen ebenso entscheidend wie der Kofferraum. Auch hier lässt der K4 keine Wünsche offen. Selbst Erwachsene reisen im Fond bequem mit, ohne die Beine an- oder den Kopf einziehen zu müssen.

Nur etwas ist inzwischen ungewohnt: Man muss sich relativ weit nach unten setzen, fast wie in einem Sportwagen. In Elektroautos mit den Batterien im Unterboden oder in SUVs sitzt man höher.

Nerd-Faktor

Das Cockpit ist übersichtlich und bietet wie alle modernen Autos grosse Displays. Das Multimediasystem von Kia ist solide, lässt sich intuitiv bedienen und lässt inhaltlich kaum Wünsche offen. Es könnte aber etwas schneller reagieren. Dafür gibt es Shortcuts, die sich individuell programmieren lassen, beispielsweise um zu viel piepsende Assistenten ohne grosse Ablenkung zu deaktivieren. Weiter gibt es für viele Einstellungen noch klassische Knöpfe. Immer eine Erleichterung ist zudem das Head-up-Display. Die 2000 Franken Aufpreis für das Tech-Paket lohnen sich.

Man sieht nicht nur die Geschwindigkeit, ohne den Blick von der Strasse zu nehmen, sondern bekommt zwei weitere nützliche Extras: die 360-Grad-Kamera inklusive 3D-Darstellung für einfaches Navigieren in Parkhäusern sowie die Totwinkelanzeige Display. Sobald man den Blinker aktiviert, sieht man auf dem Bildschirm hinter dem Lenkrad, was sich auf der entsprechenden Seite neben dem Auto abspielt. Damit lassen sich vor allem in der Stadt Velofahrende entdecken und es ist ein Alleinstellungsmerkmal von Kia.

Monza-Faktor

Noch kein Alleinstellungsmerkmal, aber zumindest unerwartet ist die Antriebswahl. Kia gehört bei der Elektromobilität zu den führenden Marken. Ihre Stromer sind effizient, überzeugen mit ehrlichen Reichweiten und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber beim K4 setzt die südkoreanische Marke auf einen Turbobenzinmotor. Mit seinen 180 PS ist er zwar für den Alltag ausreichend motorisiert, aber die Abstimmung des Automatikgetriebes bremst ihn ein bisschen ein. Wenn man über die Wippen selbst schaltet, kommt der K4 flotter in Gang. 

Wie schon beim Vorgänger Ceed sehr gelungen ist das Fahrwerk: Der kompakte Kia hat eine sensationelle Kurvenlage und schaukelt auch bei schnellen Richtungswechseln nicht. Schade, entsprechen Sportmodelle aktuell gerade nicht dem Zeitgeist, denn eine Sport-Version des K4 könnte durchaus zum GTI-Schreck werden.

Planeten-Rettungs-Faktor

Der Verbrauch ist ein Schwachpunkt des K4. Schon die Werksangabe von 6,9 Litern ist für die heutige Zeit etwas zu hoch, und der Testverbrauch von 7,5 liegt definitiv am Limit. Andere Kompaktmodelle schneiden hier besser ab, gerade wenn sie mit Mildhybrid-Technik ausgerüstet sind. Aber Kia wird bald mit der Konkurrenz gleichziehen und bietet den K4 ab Ende des Jahres auch mit Hybridantrieb an.

Check-Bilanz

Mit dem K4 startet Kia eine neue Ära und ersetzt den Namen Ceed nach zwanzig Jahren. Das charakterstarke Design nach amerikanischem Vorbild steht dem Kompaktmodell gut und hebt den K4 von der Konkurrenz ab. So selbstbewusst präsentiert sich kaum ein Modell in der Golf-Klasse. Abgesehen vom Verbrauch leistet sich der Kia keinen gravierenden Schnitzer, gefällt mit einem neutralen Fahrverhalten und ist mit 48'000 Franken erst noch ein guter Preis-Leistungs-Deal. Das macht den K4 zum kompakten Geheimtipp.

Kia K4 1.6 T-GDi «GT-Line»: Fakten

  • Antrieb: 1.6-l-R4- Turbobenziner mit 180 PS (132 kW), 265 Nm@1500-4500/min
  • Antrieb: 7-Gang-Doppelkupplungs-Automatik, Front
  • Fahrleistung: 0-100 km/h in 8,4 s, Höchstgeschwindigkeit 210 km/h
  • Verbrauch: Werk / Test: 6,9 / 7,5 l/100 km, 155 / 177 g CO₂/km, Energieeffizienz F
  • Masse: Länge/Breite/Höhe: 4,44 m / 1,85 m / 1,44 m
  • Laderaum: Kofferraum 438-1217 l
  • Gewichte: Leergewicht: 1591 kg, Anhängelast gebremst/ungebremst: 1410 / 600 kg
  • Preis: ab 41’950 Fr., Testwagen mit Extras (Swiss Tech Pack 2000 Fr., Glasschiebedach 1500 Fr., Premium Seat Pack 1000 Fr, Ambiente Pack 800 Fr., Lackierung Sparkling Yellow 750 Fr.) 48’000 Fr. (Basis: Benzin, Vierzylinder, 150 PS, Heck: 32’950 Fr.)

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