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Übernatürliche Phänomene: Spukt es auf diesen Schweizer Strassen?
Geschichten über Geister und übernatürliche Phänomene faszinieren. Erst recht, wenn dem Schauermärchen ein wahrer Kern zugrunde liegt. Auch von Schweizer Strassen oder Tunnels gibt es Berichte solcher gespenstischer Ereignisse. STREETLIFE zeigt das Listicle der prominentesten Spukorte.
1. Die Geisterfrau im Belchentunnel
Sie sorgte Anfang der 1980er-Jahre über die Schweizer Grenzen hinweg für Schlagzeilen: Die Geisterfrau vom Belchentunnel. Ab 1981 gingen bei der Polizei im Kanton Basel-Landschaft immer wieder Meldungen ein, die sich auf eine in Weiss gehüllte Frau bezogen. Die Geschichten der besorgten Autofahrenden ähnelten sich: Eine blasse Frau in weisser Kleidung stand bei der Einfahrt des Belchentunnels als Autostopperin. Nahm man sie mit, verschwand sie bei voller Fahrt aus dem Auto.
Die verstörendste Meldung geht auf das Jahr 1983 zurück. Zwei junge Juristinnen aus Basel wollten an diesem 26. September mit dem Auto an die Herbstmesse in Solothurn. Auch sie sehen die Autostopperin und nehmen sie mit. Auf der kurzen Fahrt unterhalten sie sich mit der Frau. Wie die Basler Zeitung später schreibt, fragen sie sie, wie es ihr gehe. Sie gibt zur Antwort. «Es goht gar nid guet. Es passiert öppis Schrecklichs, öppis ganz Furchtbars!» Sekunden später ist die Frau wie in Luft aufgelöst. Verstört fahren die Frauen in ein nahegelegenes Restaurant und alarmieren die Polizei. Die rückt aus und schaut etwas widerwillig im Belchentunnel nach. Eine Spur zur mysteriösen Frau finden sie nicht. Zwar hält sich seither die Legende von der Geisterfrau im Belchentunnel. Weitere Sichtungen sind seither aber keine bekannt.
2. Der ältere Autostopper im Luzerner Seeland
Die Geschichte scheint auf den ersten Blick ähnlich wie die der Geisterfrau aus dem Belchentunnel. Tatsächlich reichen die ersten Sichtungen hier aber weiter zurück als ins Jahr 1980. Ist diese Spukgeschichte vielleicht sogar die Blaupause für das gespenstische Treiben im Baselbiet?
Sicher ist: Es gab über das ganze Luzerner Seeland verteilt immer wieder Meldungen zu diesem etwas älteren Autostopper. Auch hier verschwindet der Mann während der Fahrt spurlos aus dem Auto. Es heisst, es solle sich um den Geist eines bei einem Unfall verstorbenen Mannes handeln. Autor Anton Müller schreibt in seinem Buch «Sagenhaftes Seetal. Sagen und Legenden aus dem Seetal» über diese Vorfälle.
Das Phänomen des verschwundenen Autostoppers ist keine exklusive schweizerische Erfindung. Das Motiv taucht weltweit auf und ist international als «vanishing Hitchhiker» bekannt.
3. Die verbotene Fahrt zum Sanatorium
Wer durch den Gotthardtunnel in Richtung Süden fährt, dem ist dieses Gebäude vielleicht schon aufgefallen: Bei Quinto steht das heute stark zerfallene Sanatorio del Gotthardo. In der Heilstätte, die 1905 den Betrieb aufnahm, wurden früher Tuberkulosepatienten und verletzte Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg behandelt. Heute gilt es als das bekannteste Geisterhaus der Schweiz.
Diverse Spukgeschichten ranken sich um das Gebäude. Zum Beispiel, dass sich die Seelen verstorbener Patienten nicht vom Ort lösen können und heute noch durch die Ruine wandeln. Und schon die Hinfahrt mit dem Auto kann zum gespenstischen Erlebnis werden, wie ein Luzerner in einem Forum für Paranormales berichtet. Auf dem Weg zur Heilanstalt habe sich sein Wagen plötzlich von selbst auf der Strasse quergestellt. Fast so, als wolle etwas oder jemand verhindern, dass er noch näher kommt.
4. Das kopflose Gespenst
Diese Spukgeschichte stammt aus dem Jahr 1915 und spielt in Starrkirch-Wil im Kanton Solothurn. Wer damals von Wil in die Lehmgrube wollte, musste eine Brücke passieren. Und just auf dieser Brücke soll ein Geist sein Unwesen treiben. So überlieferte es der Bruder des Betroffenen mündlich. Schriftlich erstmals niedergeschrieben wurde die Erzählung 1987 im Buch «Sagen der Schweiz» von Peter Keckeis.
Es heisst, der Betroffene sei zur späten Stunde, kurz vor Mitternacht, auf dieser Brücke unterwegs gewesen. Da sei ihm plötzlich ein grosser kopfloser Mann entgegengekommen und an ihm vorbeigegangen. Er blieb wie erstarrt stehen und wartete, bis der Geist nicht mehr zu sehen war. Dann sei er so schnell er konnte nach Hause gerannt.
5. Die Autoanzeigen spielen im Gubrist verrückt
Das Phänomen sorgte bei Autofahrern Anfang der 2000er für regelrechte Schweissausbrüche: Mitten im Gubrist, einem der meistbefahrenen Strassentunnel der Schweiz, starb bei voller Fahrt plötzlich der Motor ab. Wie Betroffene damals erzählten, konnte beim anschliessenden Besuch in der Werkstatt kein Grund für den technischen Aussetzer gefunden werden. Als sich die Meldungen häuften, machte der Touring Club Schweiz mit einem Techniker eine Testfahrt – und der Motor blieb ebenfalls stehen. Welcher Geist spukte hier in der Röhre herum?
Im Tunnel steckenzubleiben ist ein schrecklicher Nervenkitzel, den man sich nicht wünscht. Mit Geistern hatte es in diesem Fall aber wenig zu tun. «Wir vermuten hier eine Störung des Motormanagements durch elektromagnetische Wellen», sagte Beat Wyrsch vom Touring Club Schweiz (TCS) damals der Auto-Bild. Das Problem hat sich in der Zwischenzeit mit dem Ausbau des Gubristtunnels und den neuen Fahrzeuggenerationen gelöst. Vorausgesetzt es war dann wirklich kein Gespenst, das hier sein Unwesen trieb.
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