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Total verrückt! •
Pinkel-Bschiss

So versuchen Autofahrer mit Penis-Attrappen zu betrügen

Fahren unter Drogeneinfluss wird mit hohen Bussen und einem Führerscheinentzug mit einer Abstinenzkontrolle bestraft. Die gängigste Methode: die kontrollierte Urinabgabe. Mit einer neuen Betrugsmasche versuchen sich die Täter neuerdings ihre Führerscheine zu erschummeln.

Ist der Führerschein wegen eines Drogendeliktes erstmal weg, so kann es Monate dauern, bis man wieder am Steuer sitzen darf. In dieser Zeit verhängt das kantonale Strassenverkehrsamt meist Auflagen – etwa den Besuch beim Verkehrsmediziner oder regelmässige Urintests. Damit soll überprüft werden, ob der fehlbare Automobilist tatsächlich keine Drogen mehr konsumiert.

Doch statt clean zu bleiben, greifen manche lieber in die Trickkiste. Die neuste Masche: Sie verstecken einen Fake-Penis mit sauberem Urin in ihrer Hose. Bei der Abgabe des Urintests wird dann anstelle des eigenen Urins die mitgebrachte Flüssigkeit eingereicht.

Fake-Penis im Netz zu finden

Wie eine Online-Recherche zeigt, sind diese Fake-Penisse inklusive Thermobeutel online leicht zu finden. Das solche Fake-Penis-Tricks bei Abstinenzkontrollen angewendet werden, bestätigt auch Joel Hoffmann, Leiter Medienkommunikation des Kantonsspitals Aarau, auf Anfrage von STREETLIFE: «Dieses Phänomen ist uns bekannt.»

Dennoch ist laut Hoffmann das Schummeln bei den Abstinenzkontrollen ein schwieriges Unterfangen. Hoffmann: «Das Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital Aarau ist technisch so ausgerüstet, dass derartige Betrugsversuche nicht funktionieren.»

So seien Kameras in den Toiletten eingebaut, die für die Abgabe von Urinproben genutzt werden. Weiter werde auch bei jeder Urinprobe die Temperatur des Urins mit einem Thermostat gemessen.

Präzedenzfälle in Deutschland und der Schweiz

Auch den Schweizer Gesetzgebern sind Fälle von Pinkel-Bschiss bekannt. So sass etwa ein mittlerweile verurteilter Kosovare Anfang Dezember 2025 in Uster ZH vor Gericht (STREETLIFE berichtete). Der 44-Jährige klaute im Februar 2024 unter Drogeneinfluss den VW-Caddy seines Ex-Chefs für einen Umzug. Doch statt den Wagen nach dem Umzug zurückzugeben, verweilte der Mann bis in die Morgenstunden des Folgetages an der Zürcher Langstrasse, ehe er sich dann auf den Weg ins neue Domizil nach Wil SG machte.

Unterwegs wurde eine Polizeipatrouille auf den Kosovaren aufmerksam und wollte ihn für eine Kontrolle anhalten. Unbeirrt setzte der Mann aber seine Fahrt in die Ostschweiz fort und leistete sich daraufhin eine Verfolgungsjagd mit den Beamten. Ein selbstverursachter Unfall in einer Linkskurve beendete schliesslich die Fluchtfahrt in Uesslingen TG. Der Flüchtige versuchte zwar noch zu Fuss zu fliehen, wurde aber nach wenigen Minuten von der Polizei geschnappt.

Im Unfallauto fand die Polizei daraufhin eine Penis-Attrappe inklusive Urinbeutel. Vor Gericht gestand der mittlerweile verurteilte Kosovare, er habe den Fake-Penis benutzt, um seine Urinproben bei den Abstinenzuntersuchungen zu fälschen.

Ähnlich verlief eine Polizeikontrolle im deutschen Bremhaven im Oktober vergangenen Jahres. Ein 28-Jähriger trug den Fake-Penis samt Urinbeutel am Oberschenkel und versuchte so, die polizeiliche Urinprobe zu fälschen. Der Schwindel flog auf und die echte Probe wies einen unerlaubten THC-Wert durch Cannabiskonsum auf.

Zunahme bei den Führerscheinentzügen 2024

Fast 87'000 Führerscheine wurden allein im Jahr 2024 in der Schweiz entzogen. Dies zeigt eine Statistik vom Bundesamt für Strassen (Astra). Dies entspricht einer Zunahme von 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die drei häufigsten Gründe für einen Führerscheinentzug waren, gemäss Auswertung, Geschwindigkeitsüberschreitungen (31'941 Fälle), Trunkenheit (12'374 Fälle) und Unaufmerksamkeit (8577 Fälle). In 5650 Fällen sassen die Betroffenen unter Drogeneinfluss am Steuer.

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