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JAC E30X im Schnell-Check

So stark ist der preiswerte City-Stromer aus China

Mit einem kleinen City-Stromer sucht die chinesische Marke JAC den grossen Auftritt. Der E30X City kostet nicht einmal 17'000 Franken und schafft knapp 300 Kilometer. Günstiger stromern in mehr Auto geht fast nicht. Der Schnell-Check von STREETLIFE soll zeigen, ob der JAC preiswert oder billig ist.

Paparazzi-Faktor

Knuffig rollt der kleine City-Stromer von JAC daher. Vor allem die runden Frontleuchten verleihen dem E30X einen «Jöh»-Faktor – und erinnern an andere Kultmodelle wie VW Käfer oder Mini Cooper. Das ist ein grosser Schritt nach vorne für chinesische Autobauer. Dass der E30X bei JAC Italien entstand, spricht dafür, dass die Marke erkannte, wo es für chinesische Autos Nachholbedarf gab. Bei früheren Modellen aus China schien das Design entweder keine Rolle gespielt zu haben oder war viel zu verspielt, um die europäische Kundschaft anzusprechen.

Der Design-Fortschritt zieht sich im Innenraum weiter. Ein schlichtes Lenkrad mit einfacher Bedienung. Schlichter Plastik, der nicht billig wirkt, zweifarbige und bequeme Sitze und als Highlight eine schicke Dekorleiste auf der gesamten Breite des Cockpits unterhalb des Touchscreens. Statt nur schwarzen Klavierlack zu verbauen, den man in europäischen Fahrzeugen schon zur Genüge sieht, setzt JAC auf ein Rautenmuster. Das gibt der Zierleiste den Look eines schwarzen Diamanten, was sofort eine Spur schicker aussieht.

Harassen-Faktor

Der 4,03 Meter lange China-Stromer gehört zu den Kleinwagen und drängt sich entsprechend nicht für die Fahrt ins Möbelhaus auf. Das heisst allerdings nicht, dass er keinen Platz hat. Der Kofferraum ist mit einem Ladevolumen von 310 Litern im guten Mittelfeld unter den Kleinwagen – und viel mehr erwartet auch niemand, der einen City-Flitzer kauft. Wo JAC noch aufholen könnte: Heute haben viele Kleinwagen schon einen zweiten Kofferraumboden. Das hat zwei Vorteile: Erstens gibt es bei umgeklappten Sitzen eine ebene Ladefläche ohne Stufe in der Höhe der Sitzlehne.

Und zweitens lässt sich das Ladekabel (oder im JAC die praktische Kabeltasche) unter dem zweiten Boden verstauen und der Kofferraum wirkt gleich aufgeräumter Für die Passagiere bietet der JAC ein grosszügiges Raumgefühl, sei es auf dem Beifahrersitz oder im Fond.

Nerd-Faktor

Im E30X City wird man von der EU nicht bevormundet. Weil er eine Schweizer Zulassung hat, braucht er keinen Tempo- und Aufmerksamkeitswarner wie alle Autos mit EU-Zulassung. Damit gibt es im JAC auch kein ständiges Gepiepse, wenn die falsche Geschwindigkeit erkannt wird, oder man kurz aufs Navi schaut. Und das Navi bietet einen grossen Überblick, weil der Touchscreen für einen Kleinwagen sehr gross ist. Nur die Distanz zum Bildschirm ist etwas weit, und Menschen mit etwas kürzeren Armen müssen sich zur Bedienung strecken.

Bis auf einen Homebutton, um insbesondere aus AndroidAuto und Apple CarPlay zurückzukehren, lässt das Multimediasystem keine Wünsche offen. Clever ist die Temperatursteuerung: Es lässt sich über die linken Lenkradtasten wärmer und kälter machen – sofern der Tempomat nicht aktiviert ist. Dann wird über diese Tasten die Geschwindigkeit eingestellt.

Monza-Faktor

Die Leistungsdaten des JAC sind zurückhaltend. 136 PS und eine Beschleunigung von 7,8 Sekunden auf Tempo 100 bringen das Blut nicht gerade in Wallung. Aber mehr Leistung und ein rabiater Antritt würden auch nicht zu dem knuffigen Design passen. Dieses verspricht eher ein vernünftiges Auto und genau so fährt sich der E30X – mit Verstand. Und doch weiss der City-Stromer zu überraschen und kann gerade in der Stadt andere abhängen. Denn mit dem kurzen Radstand, der direkten Lenkung und dem kleinen Wendekreis zieht der JAC flink um jede Häuserecke.

Planeten-Rettungs-Faktor

Während andere Hersteller eine Sport-Version eines Kleinwagens anbieten, setzt JAC beim E30X auf Vernunft. City ist die Öko-Version des wendigen Stromers. Er verfügt über eine kleinere Batterie, was knapp 80 Kilometer Reichweite kostet. Der E30X City kommt mit dem 41 kWh grossen Akku gemäss Werksangabe 293 Kilometer weit. Im Schnell-Check von STREETLIFE erreichte der JAC eine Testreichweite von 209 Kilometern. Das bedeutet knapp 28 Prozent Mehrverbrauch, was im Winter bei Elektroautos im Rahmen liegt. Ganz abgesehen davon, dass man mit 209 Kilometern noch lange durch die Schweizer Städte kurven kann.

Check-Bilanz

Der JAC E30X City bietet Elektromobilität zum Schnäppchenpreis. Nur 16'989 Franken kostet der vier Meter lange Stromer aus China. Selbst günstigere Benziner gibt es heute kaum noch. Und wer denkt, dass man wegen des Preises oder der Herkunft Abstriche machen muss, irrt sich. Der E30X lässt keine Wünsche offen: alltagstaugliche Reichweite, ein klassenübliches Raumangebot und ein Multimediasystem, das dem Stand der Technik entspricht. Und das alles gibt es im JAC E30X erst noch in einem frechen Design.

JAC E30X «City»: Fakten

  • Motor: E-Motor mit 136 PS (100 kW), 175 Nm@1/min 
  • Batterie: Brutto 41 kWh = 293 km, Test: 209 km 
  • Antrieb: 1-Gang-Automatik, Front 
  • Fahrleistung: 0-100 km/h 7,8 s, Höchstgeschwindigkeit 150 km/h 
  • Verbrauch: Werk / Test: 15,9 / 20,4 kWh/100 km, Energieeffizienz B 
  • Masse: Länge/Breite/Höhe: 4,02 m / 1,77 m / 1,56 m 
  • Laderaum: Kofferraum 310 l 
  • Gewichte: Leergewicht: 1440 kg 
  • Preis: ab 16’989 Fr. 

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