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Motorsport •
Geneva Keller tourt um die Welt

Diese Schweizerin zähmt einen 1500-PS-Monster-Truck

Mit sechs wusste Geneva Keller, was sie einmal werden wollte: Monster-Truck-Pilotin. Heute fährt die Tochter von Hollywood-Stuntman Oliver Keller mit 1500 PS durch Arenen rund um die Welt. Bald gibt sie ihr Heimspiel in Zürich – und freut sich vor allem auf eines: viel Lärm.

Wenn Geneva Keller ihren Arbeitsmotor startet, ist Müdigkeit erledigt. 1500 PS, 5,5 Tonnen, Renn-Methanol und ein 540-Chevy-Big-Block sorgen für einen Weckruf, gegen den ein doppelter Espresso hilflos aussieht. «Das Ding klingt wie ein Drache. Wenn ich den Motor starte, geht der Schock einmal durch den ganzen Körper – und ich bin sofort wach.»

Das Bild passt. Keller sitzt nicht einfach in einem Auto, sie zähmt ein rollendes Ungetüm auf mannshohen Reifen. Für Monster Jam reist die junge Schweizerin um die Welt, fährt auf zwei Rädern und lässt den 5,5-Tonnen-Truck im Freestyle fliegen. Was nach einer ziemlich absurden Berufswahl klingt, war für sie im Kindergartenalter beschlossene Sache.

Mit sechs besuchte Keller ihren ersten Monster Jam. Unter den Fahrern war eine Frau. Das genügte. «Ich wusste sofort: Genau das will ich einmal machen.» Es folgten Jahre im Go-Kart. Ihr Vater Oliver Keller arbeitet als Hollywood-Stuntman und half bei Monster-Jam-Rekordstunts mit.

Mit 18 kam die Einladung zum Tryout in Florida. Wer denkt, dass dort zuerst möglichst spektakulär Gas gegeben wird, liegt daneben. Bevor Keller überhaupt in einen Truck steigen durfte, musste sie reden.

Die Kandidaten wurden in Interviewsituationen gesteckt: Du hast gerade gewonnen – was sagst du? Wie sprichst du mit Kindern? Wie reagierst du spontan vor der Kamera? «Das war für mich viel schwieriger als das Fahren. Ich hatte vorher keinerlei PR- oder Medientraining.» Erst danach folgte der Test am Steuer. Dabei ging es um Disziplin: zuhören, Anweisungen befolgen, sich im engen Cockpit wohlfühlen.

Am Ende blieben Keller und ein weiterer Rookie übrig. Es folgten fünf Wochen an der Monster Jam University. Seit 2025 gehört sie offiziell zum Fahrerfeld.

Party mit 5,5 Tonnen

Monster Jam ist weniger klassisches Motorsportwochenende als eine sehr laute Mischung aus Wettbewerb, Zirkus und Party. Vor der Show stehen die Fahrer bei der «Pit Party» neben ihren Trucks, geben Autogramme und posieren mit Fans. Während der Veranstaltung gibt es Dance Cams, Spiele und Abstimmungen. Das Publikum soll nicht ehrfürchtig schweigen, sondern mitmachen.

Für Kinder sei es wichtig, unterschiedliche Fahrerinnen und Fahrer zu sehen. Frauen, verschiedene Nationalitäten oder auch ein Pilot mit nur einem Bein: «Es geht darum, jemanden zu sehen und sagen zu können: Hey, der ist wie ich.» Dass sie jung und weiblich ist, habe bei ihrer Auswahl sicher geholfen. Vor allem aber sei wohl ihre Persönlichkeit angekommen. «Ich kann ernst sein, wenn es nötig ist. Aber ich weiss auch, wann ich einfach albern und ich selbst sein darf.»

Technisch sind die Trucks weitgehend identisch: gleiches Chassis, gleiche Reifen, gleicher Motor. Im Rennen fahren alle denselben Kurs. Danach beginnt der kreative Teil.

Bei den Two-Wheel-Skills versucht Keller Nose Wheelies oder Sky Wheelies. Im Freestyle gehören ihr 60 Sekunden. Donuts, Balanceakte, riesige Sprünge: erlaubt ist, was Fahrer und Truck hergeben. «Du kannst im Grunde machen, was du willst. Genau das macht so viel Spass.»

Und die Gefahr? Die Bilder sehen aus, als würden Mensch und Maschine gemeinsam durchgeschüttelt. Im Cockpit fühlt sich das laut Keller weniger brutal an. Die Fahrer sind so fest eingespannt, dass sie den Kopf kaum seitlich bewegen können. «Es sieht viel gewalttätiger aus, als es sich anfühlt. Wir sind da drin wirklich sehr gut geschützt.» Einen unangenehmen Zwischenfall hat sie bislang nicht erlebt. «Knock on wood», fügt sie lachend an. Sie hoffet, dass das auch so bleibt.

Zurück in die Schweiz

Dass sie heute vom Monster Truck fahren leben kann, kann Keller manchmal selbst kaum glauben. «Das war der einzige Job, den ich je wollte. Eigentlich ist es verrückt, dass wir diese riesigen Trucks fahren dürfen und dafür auch noch bezahlt werden.»

In Orlando, wo Keller seit einem Jahr lebt, wird sie inzwischen sogar auf Parkplätzen erkannt. An Celebrity-Status will sie sich trotzdem nicht gewöhnen. Besonders stolz ist ohnehin jemand anderes. Auf die Frage, was Vater Oliver von ihrer Karriere halte, kommt die Antwort sofort: «Ich glaube, er war noch nie glücklicher.»

Vom 4. bis 6. September kommt Monster Jam ins Zürcher Hallenstadion. Für Keller wird es der erste Start in Zürich. Nervös? Nicht wirklich. Dafür will sie bei der Pit Party Schweizerdeutsch sprechen und zusammen mit dem Schweizer Publikum feiern.

Ihr Rat klingt deshalb weniger nach Motorsport-Briefing als nach Partyansage: Die Leute sollen laut sein, abstimmen, bei der Dance Cam mitmachen – und bloss nicht alles zu ernst nehmen. Denn: «Monster Jam ist eine riesige Party.» Eine mit 1500 PS, wohlgemerkt.

Monster Jam Zürich

Venue: Hallenstadion Zürich
Datum: Freitag, 04. September 2026
Türöffnung: 17:30 Uhr
Showbeginn: 19:00 Uhr
ca. Showende: 21:00 Uhr

Datum: Samstag, 05. September 2026 
Türöffnung Pit Party: 10:30 Uhr
Türöffnung: 12:00 Uhr
Showbeginn: 13:00 Uhr
ca. Showende: 15:00 Uhr

Datum: Samstag, 05. September 2026
Türöffnung: 17:30 Uhr
Showbeginn: 19:00 Uhr
ca. Showende: 21:00 Uhr

Datum: Sonntag, 06. September 2026
Türöffnung Pit Party: 10:30 Uhr
Türöffnung: 12:00 Uhr
Showbeginn: 13:00 Uhr
ca. Showende: 15:00 Uhr

Ticketpreise: ab CHF 50.- plus Servicegebühren Ticketcorner
Pit Party: zusätzlich CHF 20.- zum Ticket
 

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