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Schweizer Automarkt auf historischem Tief
Mit dem «Swiss Finish» hat die Schweiz europaweit die strengsten CO2-Regulierungen für die Automobilbranche. Das schlägt sich in den Verkaufszahlen nieder. Die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge war 2025 so tief wie zuletzt vor 25 Jahren.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 233'737 Neuzulassungen registriert. Dabei betrug der Anteil der Steckerfahrzeuge gerade mal ein Drittel. Das politisch angestrebte Ziel – 50 Prozent Steckerfahrzeuge – bleibt damit weiterhin klar ausser Reichweite. «Trotz immenser Marktanstrengungen mit über 300 E-Modellen sind CO2-Sanktionsfolgen in dreistelliger Millionenhöhe für die Importeure zu erwarten», schreibt auto-schweiz in einer Mitteilung. «Mit dieser Sanktionspolitik steht die Schweiz europaweit isoliert da.» 2025 stellt für den Schweizer Automobilmarkt damit ein äusserst schwieriges Jahr dar.
Im Vergleich zum Vorjahr wurden rund 6000 Fahrzeuge weniger immatrikuliert, was einem Rückgang von 2,4 Prozent entspricht. Mit 233'737 Neuzulassungen liege man zudem deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Damals wurden jährlich im Schnitt rund 300'000 Fahrzeuge zugelassen. Peter Grünenfelder, Präsident von auto-schweiz, sagt: «Der Schweizer Automarkt schrumpft auf ein historisches Tief. Die Bundespolitik muss sich endlich an den Marktrealitäten ausrichten. Die CO2-freie Mobilität kann nicht mit horrenden Strafzahlungen und Planwirtschaft, sondern nur mit Technologieoffenheit, einem funktionierenden Ökosystem und finanziellen Anreizen erreicht werden.»
Der steigenden Akzeptanz für elektrifizierte Antriebe steht ein deutlicher Rückgang bei den klassischen Verbrennern gegenüber. Diesel-Fahrzeuge verzeichnen ein Minus von rund 30 Prozent, Benziner einen Rückgang von rund 20 Prozent. Beide Antriebsarten kommen im Neuwagenmarkt zusammen auf 71'685 Einheiten.
«Autokau muss wieder attraktiv werden»
Für Thomas Rücker, Direktor von auto-schweiz, ist klar: Der rückläufige Automarkt ist nicht allein eine Frage der Wirtschaft, sondern auch eine Vertrauensfrage. «Der Gesamtmarkt muss Vertrauen bei der Bevölkerung schaffen – nicht noch mehr Unsicherheit», sagt Rücker mit Blick auf die aktuelle politische Debatte rund um neue Steuern, Abgaben und Regulierungen. Diese würden den Kaufentscheid zusätzlich erschweren, statt ihn zu fördern.
Zwar seien neue Fahrzeuge heute so sicher und umweltfreundlich wie nie zuvor, doch das komme bei vielen Konsumentinnen und Konsumenten noch nicht richtig an. «Jedes neue Auto ist per se sicherer und sauberer als die Fahrzeuge, die es ersetzt», sagt Rücker im Gespräch mit STREETLIFE. Dennoch werde der Erneuerungsprozess des Fuhrparks gebremst – mit negativen Folgen für Klima, Sicherheit und Wirtschaft.
Auch der Handel stehe unter Druck. Die Diskussion über zusätzliche fiskalische Belastungen helfe dabei nicht weiter. «Alle sind gefordert – Politik, Branche und Energieversorger», betont Rücker. Ziel müsse ein funktionierendes Gesamtökosystem sein, das Elektromobilität und moderne Fahrzeuge attraktiv macht Sein Fazit fällt deutlich aus: Der Autokauf müsse für die Menschen wieder wichtiger werden. Oder, wie Rücker es auf den Punkt bringt: «Der Autokauf muss wieder attraktiv sein – dann ist er ein Gewinn für alle.»

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