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Parkplatz-Kahlschlag wegen Veloroute in Zürich – ACS erhebt Einsprache
Die Zürcher Stadträtin Simone Brander will für eine neue Velovorzugsroute in Schwamendingen 153 von 232 öffentlichen Parkplätzen aufheben. Damit bleibt nur noch ein Drittel des aktuellen Bestands übrig. Die Zürcher Sektion des Automobil Club der Schweiz spricht von einem ungerechtfertigten Kahlschlag – und hat Beschwerde eingereicht.
Ruth Enzler, Präsidentin des ACS Zürich, findet in einer am Mittwoch verschickten Medienmitteilung deutliche Worte: «Ein Projekt, das zwei Drittel der Quartierparkplätze streicht, ohne dass die zuständige Stadträtin eine ernsthafte Interessenabwägung durchführt, in die auch die Interessen der Nichtvelofahrer einfliessen, ist ein Kahlschlag.» Für den Automobilclub sei klar, dass «jeder Verkehrsträger im Stadtverkehr seinen Platz haben soll». Das gelte aber auch für motorisierte Fahrzeuge. «Besonders betroffen sind Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind: Gewerbler, Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Familien. Für sie ist ein Parkplatz nahe am Arbeitsplatz oder Wohnort keine Frage der Bequemlichkeit, sondern eine Notwendigkeit», so Enzler.
73 Prozent weniger blaue Parkplätze
Besonders einschneidend ist der Abbau bei den blauen Parkplätzen. Von den bisherigen 195 sollen nur noch 52 übrig bleiben. Das sind 73 Prozent weniger Plätze. Darüber hinaus wurde gemäss ACS für den geplanten Velostreifen die Maximalbreite von 2,50 Meter gewählt, obwohl die städtischen Velostandards auch schmalere Fahrstreifen erlauben würden. «In diesem Punkt wird offensichtlich, dass die Stadt einseitig und ohne Rücksicht auf andere Anspruchsgruppen ihre Agenda durchdrückt», heisst es in der Mitteilung weiter.
Ebenfalls wenig überzeugend für den ACS ist das geplante Einbahnregime. Der verdrängte Verkehr müsse dadurch einen längeren Umweg fahren, der teilweise durch eine Tempo-20-Zone führt. Das Quartier würde folglich stärker vom Ausweichverkehr betroffen sein. Der ACS fordert die Zürcher Stadträtin Brander deshalb auf, das Projekt zu überarbeiten. «Grundlage muss eine echte Interessenabwägung sein, in welche die Interessen sämtlicher Anspruchsgruppen einfliessen», fordert Enzler.
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