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Honda Prelude

Nur Fahren ist schöner

Emotionen und Kontrolle machen das Autofahren aus. An beidem soll es Elektroautos und Hybridfahrzeugen gemäss Kritikern fehlen. Honda will diese Stimmen mit simulierten Gangwechseln verstummen lassen. Im neuen Prelude stärkt das System S+ Shift die Verbindung zwischen Mensch und Auto!

Die Kindheit prägt nicht nur unseren Charakter, sondern auch unser Berufsleben. So schauten die Erfinder des Mobiltelefons früher Star Trek und realisierten Captain Kirks aufklappbaren Kommunikator. Auch beim neuen Honda Prelude liess der Projektleiter seine Kindheitserfahrungen mit einfliessen. Allerdings kam seine Inspiration nicht aus dem Fernsehen, sondern vom Flugplatz.

Dort beobachtete er als Kind, wie die Segelflugzeuge leise ihre Runden drehten und majestätisch durch die Lüfte glitten. Diese Unbeirrtheit sowie das stromlinienförmige Design der motorlosen Gleiter dienten bei der Entwicklung des Prelude als Inspiration. Das Resultat ist auf den ersten Blick ein Widerspruch. Das Coupé sieht extrem schnittig und sportlich aus. Für den Vortrieb sorgt aber der effiziente Hybridantrieb aus dem Civic mit «nur» 184 PS und 315 Nm.

Skeptiker bekehrt

Selbst bei Honda sorgte das intern bei einigen Mitarbeitern für Stirnrunzeln. Zum Beispiel beim technischen Berater der europäischen Forschungsabteilung, Kotaro Yamamoto: «Ich war sehr skeptisch, als ich hörte, der Prelude erhält denselben Antrieb wie der Civic.» Das Internet bestätigte Yamamotos Zurückhaltung und Honda geriet in einen Social-Media-Shitstorm. «Die Kommentatoren waren sich einig, ein solches Auto brauche mindestens 250 PS. Aber diese Leistung spürt man sowieso nur bei Höchstgeschwindigkeit», erklärt der inzwischen bekehrte Yamamoto. Im Prelude hingegen spürt man die 184 PS fast immer. Denn hier sorgt nicht der Benzinmotor, sondern der Elektromotor für den Vortrieb. Der Verbrenner dient nur als Generator, um an Bord den Strom für den E-Motor zu produzieren.

Deswegen fährt sich der Prelude fast wie ein E-Auto. «Das Drehmoment ist von Anfang an verfügbar und nicht nur im optimalen Drehzahlbereich», erklärt Yamamoto. «So hat der Fahrer besser Kontrolle über das Drehmoment – vor allem in den Kurven.» Denn man beschleunigt ohne Unterbrechung optimal aus dem Scheitelpunkt. Beim Thema Kontrolle spielt auch das neue Getriebe S+ Shift seine Stärken aus. Denn dazu gehört es, das Auto zu fühlen und beispielsweise am Klang des Motors die Geschwindigkeit abschätzen zu können. Mit den simulierten Gangwechseln und entsprechend abgestimmtem Motorensound bekommt man am Steuer wieder mehr Gefühl für das gefahrene Tempo. 

Fahrspass ohne Zahlen

Aber das ist nicht einmal die eigentliche Kunst des Prelude. «Fahrspass definiert sich nicht über Zahlen», sagt Kotaro Yamamoto. «Die ganze Abstimmung von Lenkung, Bremsen und Fahrwerk ist rasiermesserscharf. Der Prelude reagiert präzise auf die feinsten Befehle.» Eine Testfahrt im Jura lässt keinen Zweifel an Yamamotos Worten. Der Prelude ist ein Präzisionswerkzeug – und ist gleichzeitig erstaunlich effizient.

Und hier zeigt sich, wie viel Einfluss die Segelfliegerei auf Hondas Sport-Coupé hatte. Ein Segelflugzeug ist ebenfalls sehr effizient und darauf ausgelegt, möglichst lange durch die Luft zu gleiten und, wenn die Thermik stimmt, sogar zu steigen. Gleichzeitig ist es ein Präzisionswerkzeug, das auf die feinste Berührung des Steuerknüppels reagiert. Auch hier kontrolliert der Pilot alles und fühlt jedes Lüftchen, welches am Flugzeug rüttelt, wie der Fahrer im Prelude jedes Steinchen auf der Strasse spürt – und spüren will. Näher als am Steuer des Honda-Coupés kommt man dem Fliegen wohl nicht. Nur: Wer den Prelude mal gefahren ist, will gar nicht mehr abheben. 

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