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Verkehr •
Verrostet und defekt

Marode unterwegs – jedes fünfte Auto hat Mängel am Fahrgestellt

Viel Rost, defekte Bremsen, kaputte Lichter: Trotz MFK-Pflicht sind auf Schweizer Strassen viele Autos unterwegs, deren Zustand alles andere als sicher ist. Zur Abschreckung publiziert das Aargauer Strassenverkehrsamt regelmässig die marodesten Fahrzeuge. STREETLIFE hat die neusten Bilder.

 

Jährlich werden im Kanton Aargau rund 100'000 Fahrzeugprüfungen durchgeführt. Davon bestehen ungefähr 79 Prozent die Inspektion auf Anhieb, während der Rest wegen Beanstandungen ein zweites Mal antreten muss.

«Die häufigsten Ursachen für Beanstandungen waren in den letzten Jahren Mängel im Bereich der Beleuchtung (26 Prozent), gefolgt von Mängeln am Fahrgestell (21 Prozent) und den Bremsen (14 Prozent)», sagt Lukas Axiopoulos, Fachspezialist Kommunikation beim Departement Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau.

Vermehrt rostige Autos unterwegs

Im Jahr 2025 fiel dem Strassenverkehrsamt Aargau etwas besonders auf: viel Rost. «Wir beobachten aktuell vermehrt starke Rostschäden an verschiedenen Marken und Modellen», sagt Axiopoulos auf Anfrage von STREETLIFE.

Und diese Rostschäden haben es in sich, wie Bilder vom Strassenverkehrsamt Aargau der vergangenen sechs Monate zeigen. Alle Bilder wurden bei der Motorfahrzeugkontrolle MFK aufgenommen.

Instabile Hinterachse

Dieser BMW, der im vergangenen August in die MFK musste, durfte nach der Prüfung auf direktem Weg in die Garage. Grund: Die Hinterachse des Fahrzeugs war völlig durchgerostet. Ein solcher Schaden ist sehr gefährlich und macht das Fahrwerk des Autos instabil. Er beeinträchtigt die Radführung und kann im Extremfall sogar zum Verlust eines Rades führen.

Verrostete Vorderachse

Bei einer verrosteten Vorderachse verhält es sich ähnlich. Tragende Teile des Autos können instabil werden. Zudem ist die Unfallsicherheit vermindert. Im schlimmsten Fall kann der Rostschaden zum Achsenbruch führen.

Im Oktober 2025 fiel ein Fahrzeug (siehe Bilder) mit diesen Mängeln durch die MFK und musste auf direktem Weg zum Mechaniker.

Sicherheitsgefahr Schweller

Auch dieser Chevrolet, der im Oktober 2025 zur Prüfung musste, hat definitiv schon bessere Zeiten erlebt. Die Beanstandung lautete hier: verrostete Schweller.

Schweller sind eine zentrale und tragende Struktur des Fahrzeugs. Besonders bei Unfällen, die seitlich passieren, leiten sie die Aufprallenergie ab, schützen Beifahrende und verhindern das Stauchen des Fahrzeugs. Sind diese Schweller wie im Bild stark verrostet, schwächt das ihre Funktion erheblich und mindert die Sicherheit des Fahrzeugs.

Nicht bestanden – Fahrverbot?

Doch was bedeutet eine nicht bestandene MFK überhaupt? Darf ich danach trotzdem weiterfahren? Grundsätzlich ja, meint Axiopoulos. Es gilt: Fällt ein Fahrzeug durch die Prüfung, darf die Besitzerin oder der Besitzer nach Hause fahren. Danach hat er oder sie 30 Tage Zeit, um die Mängel zu beheben und das Fahrzeug erneut prüfen zu lassen.

Bei den hier dokumentierten Fällen sieht die Sache allerdings anders aus. «Die Kundin oder der Kunde darf im Wissen um den vorhandenen Schaden mit der gebotenen Vorsicht sein Fahrzeug lediglich auf direktem Weg in die Werkstatt bringen», sagt Axiopoulos. Heisst also: nicht nach Hause – sondern direkt zum Mechaniker.

In Härtefällen kann der Schaden sogar so gross sein, dass selbst die Fahrt in die Garage nicht erlaubt ist. «In diesem Fall muss die Kundin oder der Kunde den Abtransport organisieren», erklärt Axiopoulos. Generell darf ein Fahrzeug erst nach Behebung der Mängel wieder uneingeschränkt gefahren werden. Vom Strassenverkehrsamt werden sie dann für eine erneute Prüfung vorgeladen.

 

Was ist eine Motorfahrzeugkontrolle?

Die Motorfahrzeugkontrolle, kurz MFK, ist eine obligatorische Prüfung eines Fahrzeugs. Dabei werden die Verkehrssicherheit, die Umweltverträglichkeit und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften überprüft, um sicherzustellen, dass das Fahrzeug den Schweizer Sicherheitsstandards entspricht.

Organisiert werden die Fahrzeugprüfungen von den kantonalen Strassenverkehrsämtern oder Organisationen wie etwa dem Touring Club Schweiz (TCS). Vom Prüfungsbeamten werden Bremsen, Beleuchtung, Motor und Fahrgestell inspiziert.

Je nach Alter des Autos kann das Intervall variieren. Nach einer Ersteinlösung eines Fahrzeugs wird man erst nach fünf Jahren zum MFK aufgeboten. Danach erst wieder nach drei Jahren und dann alle zwei Jahre.

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