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Kipppunkt der Elektrowende?
Obwohl die Autoverkaufszahlen in der Schweiz nicht vom Fleck kommen, gibt es auch gute Nachrichten. Die Kehrtwende hin zur Elektromobilität nimmt Tempo auf – nicht zuletzt dank den störrischen Mullahs in Teheran.
Die Schweizer Auto-Verkaufszahlen von Januar bis Mai sind nach fünf Monaten durchaus aussagekräftig. Die aktuellen Daten von Auto Schweiz bedeuten sowohl gute als auch schlechte Nachrichten. Vorab die gute Meldung. Die Zurückhaltung der Schweizerinnen und Schweizer gegenüber Steckerfahrzeugen nimmt deutlich ab. Der von Politik und Gesellschaft angestrebte Umstieg auf fossilfreies Autofahren scheint zu gelingen. Kippt jetzt die Stimmung zugunsten der Elektromobilität? Gelingt die Abkehr von Benzin- und Dieselautos schon deutlich vor 2035? Wird die Schweiz plötzlich zu einem zweiten Norwegen, in welchem es von Teslas und BYDs nur so wimmelt?
Kipppunkt hin zur Elektrowende
Bis und mit Mai 2026 haben sich 35,4 Prozent der Käufer für Steckerautos entschieden – entweder reinelektrisch oder als Plug-in-Hybrid. Zudem haben 37,1 Prozent Hybridautos gekauft, welche dank angekoppeltem Elektromotor zur besseren CO2-Bilanz der Autohersteller beitragen. Somit wurden nur noch 27,6 Prozent Benzin- und Dieselautos an die Kunden ausgeliefert. Schon bald werden in der Schweiz weniger als ein Viertel rein fossil angetriebener Neuwagen verkauft werden. Bedeuten diese Verkaufszahlen bis zum Mai nun den helvetischen Kipppunkt hin zur Elektrowende?
Mehr Beef zwischen Trump und den Mullahs
Tatsächlich ist der Konflikt zwischen US-Präsident Trump und den iranischen Mullahs das aktuell beste Argument für Elektroautos. Der Schlagabtausch zwischen Trump und dem düsteren Regime in Teheran zieht sich in die Länge. Die Strasse von Hormuz bleibt gefährlich und die Benzinpreise somit hoch. Zusätzlich drehen die skrupellosen Preistreiber der Ölmultis die Kostenspirale steil nach oben. Der gefahrene Autokilometer mit Strom wird im Vergleich zum Benzinkilometer immer günstiger. Für die kostenbewusste Eidgenossenschaft könnte der Krieg um Iran somit zum endgültigen Kipppunkt werden, welcher das Ende des fossilen Autozeitalters markiert.
Der goldene Schweizer Mittelweg
Die Signale für die Schweizer Elektro-Mobilitätswende stehen auf Grün. Drei Aspekte sind bemerkenswert. Erstens scheint die jahrelange Vorherrschaft von Tesla gebrochen. Gleich zwei chinesische Autohersteller stürmten an die Spitze. Der neue Schweizer Elektro-Klassenprimus heisst neu BYD (1’929 Autos). Zweitstärkste Elektromarke ist jetzt MG (1'727). Den Amerikanern bleibt immerhin die Bronzemedaille (1'618 Autos). Zweitens beweisen die Schweizerinnen und Schweizer einmal mehr, dass sie sich auf dem goldenen Mittelweg am wohlsten fühlen – nicht ausschliesslich Batterieantrieb, nicht nur Verbrennermotor, sondern die Kombination – ohne Abhängigkeit von der Steckdose. Mit 37,1 Prozent Marktanteil bleibt die Fraktion der Vollhybrid-Fahrenden am stärksten. Der dritte, bemerkenswerte Aspekt ist zugleich die schlechte Nachricht: Der gesamte Automarkt steckt nach wie vor in der Krise. Das Wachstum der seit Jahren serbelnden Branche liegt nach wie vor bei null Prozent.
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