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Ist Bundesrat Rösti schuld an der Hitzewelle?
Der Umgangston in der Schweizer Politik wird rauer. Lisa Mazzone, die Präsidentin der Grünen Schweiz, bezeichnet Bundesrat Albert Rösti als unfähig und will ihm das Umweltdepartement wegnehmen. Der umweltbewusste Rösti reagiert wie immer gelassen.
Wir alle leiden unter der aktuellen Bullenhitze. Bei den hohen Temperaturen und der extremen Dürre wird das Wasser langsam knapp. Es ist offensichtlich: das Weltklima erwärmt sich. Und schuld daran scheint Bundesrat Albert Rösti zu sein. Zumindest in der Schweiz. Zu diesem Schluss könnte man kommen, wenn man das Interview der schrillen Grünenpräsidentin Lisa Mazzone liest, welches sie dem linken Leitmedium «Tages-Anzeiger» gegeben hat. Inmitten einer Hitzewelle und Dürre sei er unfähig, die Klimakrise zu bekämpfen. Deshalb müsse man ihm das Umweltdepartement wegnehmen.
Wenig politischer Anstand
Rösti unfähig! Rösti das Departement wegnehmen! Die grüne Krawallpolitikerin Lisa Mazzone bekundet Mühe, den in Bund und Kantonen üblichen, politischen Anstand zu wahren. Ob Mazzone wegen der aktuellen Hitzewelle den Respekt vor dem beliebtesten Bundesrat der Nation verloren hat, oder ob die Ursache ihrer Verhaltensauffälligkeit in ihrer schmerzlichen Abwahl als Ständerätin liegt, ist von aussen schwierig zu beurteilen. Während sich Mazzone mit ihrer polarisierenden, linkspopulistischen Art zunehmend von der Rolle als ernstzunehmende Politikerin verabschiedet, gerät Bundesrat Rösti zwischen die Fronten von Links und Rechts.
Rösti Feindbild der Grünen
Dass der Berner Oberländer Albert Rösti zum Feindbild der linksgrünen Klimapolitik geworden ist, erscheint naheliegend. Einerseits kommt Rösti mit seiner freundlichen, sachlichen Art bei einer breiten Bevölkerung gut an. Zudem weiss der bundespolitisch erfahrene Rösti, wie er Allianzen schmieden muss, um seine Ziele zu erreichen. Andererseits kümmert sich der SVP-Politiker überraschend intensiv um die Umweltpolitik – für die Grünen eine überraschende Konkurrenz. Rösti forciert den Ausbau der Bahn. Mit Milliarden will er mit dem heimatlichen Grimseltunnel das einsame Haslital mit dem beschaulichen Goms verbinden.
Zwischen den Fronten
Röstis Grimseltunnel sowie viele weitere, milliardenteure Bahnprojekte kommen in weiten Teilen der SVP nicht besonders gut an. Zudem wirft die Autoindustrie Rösti vor, sich zu wenig intensiv um den Individualverkehr zu kümmern. Rösti zwischen den Fronten. Dafür findet die Atomstrategie das Umweltministers in bürgerlichen Kreisen grossen Anklang. Rösti ist der erste Bundesrat, welcher den CO2-Ausstoss sowie den stetig ansteigenden Strombedarf mit umweltfreundlicher Atomenergie lösen will. Während Rösti den fossilen Ausstoss mit Wasser, Wind, Solar und Atomkraft vollständig stoppen will, träumt Mazzone von vereinzelten Windrädern.
Verlorene Wähleranteile
Mazzone fordert, Rösti das Umweltdepartement wegzunehmen. Ausgerechnet dem besonders klimafreundlichen Bundesrat Rösti. Hätten die USA, China oder Indien ähnlich umweltbewusste Minister, würden wir die globale Klimakrise schneller lösen. Mit despektierlichen Aussagen zu Bundesratsmitgliedern, mit der sturen Ablehnung der nachhaltigen Atomenergie und mit Volkserziehung, Verboten und höheren Steuern wird Lisa Mazzone den sinkenden Wähleranteil der Grünen wohl kaum stoppen können. Vielmehr sollte sie aufpassen, dass ihre medienwirksamen Unhöflichkeiten für sie nicht zum Bumerang werden.

Kolumnist und Autor Pentti Aellig ergänzt als erfahrener Autokenner und Publizist das STREETLIFE-Redaktionsteam. Als SVP-Kantonsrat und Gemeindepräsident politisiert er im Kanton Schaffhausen aktiv mit. Wir weisen darauf hin, dass die Ansichten unserer Kolumnisten nicht mit jenen der STREETLIFE-Redaktion übereinstimmen müssen.
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