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Hier wartest du am längsten auf dein MFK-Aufgebot
Die periodische Motorfahrzeugkontrolle ist für alle Fahrzeugbesitzenden Pflicht. Doch besonders seit der Corona-Pandemie sind viele Kantone mit ihren Kontrollen im Verzug. Wo du am längsten auf dein Aufgebot warten musst, zeigt dir STREETLIFE.
Mauro fährt seit Oktober 2023 ein Occasionsauto, das er damals frisch ab MFK bei einem Garagisten gekauft hat. Im Herbst 2025 wäre die nächste periodische Motorfahrzeugkontrolle fällig gewesen, die bei älteren Autos alle zwei Jahre ansteht. Doch bisher lag bei Mauro kein Aufgebot in der Post. Nun fragt er sich: Hat mich das Strassenverkehrsamt vergessen? Muss ich mich selbst um den Termin kümmern? Kann ich von der Polizei gebüsst werden?
Mit seinen Fragen steht Mauro nicht allein da. Im Vergleich mit anderen Fällen ist seine Wartezeit sogar noch gering. Denn: In vielen anderen Schweizer Kantonen müssen die Fahrzeughalter noch länger warten. Wie der Stand der Dinge in den Deutschschweizer Kantonen aussieht, zeigt die Übersicht von STREETLIFE.
Bis zu 18 Monate Wartezeit für den MFK
| Kanton | Rückstand bei den Nachprüfungen | Wartezeiten |
| Glarus | 22,5 % | 12 Monate |
| Schaffhausen | 22,2 % | 12 Monate |
| Zürich | 21,3 % | Nicht bekannt |
| Aargau | 20,4 % | 18 Monate |
| Bern | 13,5 % | 12 Monate |
| Wallis | 13,3 % | Keine Angaben |
| Thurgau | 13,1 % | Nicht bekannt |
| Solothurn | 13,1 % | 12 Monate |
| Jura | 12,5 % | Nicht bekannt |
| Graubünden | 10,3 % | Nicht bekannt |
| St. Gallen | 8,7 % | 12 Monate |
| Luzern | 6,9 % | 12 Monate |
| Appenzell Innerrrhoden | 5,4 % | Nicht bekannt |
| Obwalden/Nidwalden | Nicht bekannt | 10,5 Monate |
| Zug | Nicht bekannt | 6 Monate |
| Appenzell Ausserrohden | Nicht bekannt | 11 Monate |
| Schwyz | Nicht bekannt | 12 Monate |
| Basel-Stadt | Nicht bekannt | Wenige Monate |
| Baselland | Nicht bekannt | Nicht bekannt |
| Uri | Nicht bekannt | Nicht bekannt |
Von 20 befragten Deutschschweizer Kantonen (Kanton Wallis und Jura eingeschlossen) hinken 13 mit den Fahrzeug-MFKs mit über fünf Prozent hinterher. Dies zeigt eine Auflistung des Bundesamtes für Strassen ASTRA (Stand: 1. Februar 2026).
Dieser Kanton hinkt am meisten hinterher
Besonders der Kanton Glarus ist mit 22,5 Prozent mit seinen Fahrzeugprüfungen im Verzug. Damit müssen die Glarner Automobilistinnen und Automobilisten rund 12 Monate auf ihren MFK warten. Ähnlich sieht die Lage in Schaffhausen aus. 22,2 Prozent aller kontrollpflichtigen Fahrzeuge warten dort ein ganzes Jahr auf ihr Aufgebot.
Auch die Kantone Aargau und Zürich hinken mit über 20 bzw. 21 Prozent ausstehenden Fahrzeugen den periodischen Fahrzeugkontrollen hinterher. Der Kanton Aargau hält mit einer Wartezeit von bis zu 18 Monaten sogar den schweizweiten Rekord.
Senkung auf 5 Prozent bis 2030
Die hohen Rückstände sind auch für das Bundesamt für Strassen ASTRA alarmierend. Deshalb fordert es die Strassenverkehrsämter dazu auf, ihre Rückstände bis 2030 auf mindestens fünf Prozent zu reduzieren. «Regelmässige Kontrollen der Fahrzeuge durch das Strassenverkehrsamt sind wichtig für die Sicherheit. Das Bundesamt für Strassen hat daher jene Kantone, die im letzten Jahr einen Rückstand von fünf Prozent oder mehr bei den Nachprüfungen aufgewiesen haben, daran erinnert, dass nur vorschriftsgemäss zugelassene und nachgeprüfte Fahrzeuge auf den Schweizer Strassen verkehren dürfen», so das ASTRA auf Anfrage von STREETLIFE.
Das Bundesamt für Strassen zeigt sich optimistisch, das Fünf-Prozent-Ziel zu erreichen: «Das ASTRA steht in engem Austausch mit der Vereinigung der Strassenverkehrsämter ASA und verfolgt gemeinsam mit den kantonalen Stellen das Ziel, die Verkehrssicherheit zu stärken. Das ASTRA ist zuversichtlich, dass die Kantone ihre Aufgaben pflichtgerecht erfüllen und ihre Möglichkeiten ausschöpfen, um das Ziel zu erreichen.»
Immer mehr ältere Autos auf Schweizer Strassen
Motorfahrzeugkontrollen sind in der Schweiz wie folgt geregelt: Ein Neuwagen, der erstmals eingelöst wurde, muss nach fünf Jahren zur ersten Motorfahrzeugkontrolle. Danach erst wieder nach drei Jahren. Sind diese drei Jahre verstrichen, so kommt das MFK-Aufgebot danach alle zwei Jahre per Post nach Hause.
Diese Periodizität ist die Hauptursache für die Verzögerungen bei den MFK, wie alle Strassenverkehrsämter melden. «Der Anteil an Personenwagen, die über neun Jahre alt sind, wird immer grösser. Diese Entwicklung geht mit einer historisch tiefen Neuwagenzulassungsquote einher. Der Aufbau von Prüfkapazitäten kann dieser Entwicklung nur mit einer gewissen Verzögerung folgen», schildert etwa das Strassenverkehrsamt Aargau das Problem kompakt. Heisst: Immer mehr Autos müssen alle zwei Jahre zur Prüfung. Damit steigt die Prüfungsdichte.
Hinzu kommen der wachsende Fahrzeugbestand in den betroffenen Kantonen, der Personalmangel, das Bevölkerungswachstum und die Pandemie, in der nur bedingt Prüfungen durchgeführt werden konnten.
Hilfe für die Strassenverkehrsämter
Doch das ASTRA lässt die kantonalen Strassenverkehrsämter nicht im Regen stehen. So wurden Ämter dazu aufgefordert, dem Bundesamt mitzuteilen, welche Massnahmen zu ergreifen sind, damit die Rückstände kontinuierlich abgebaut werden können. «Das ASTRA hat diese kantonalen Rückmeldungen ausgewertet und das Vorgehen für die Reduktion der Rückstände mit jedem Kanton festgelegt.»
Wie das ASTRA weiterschreibt, konnten die personellen Ressourcen für die Durchführung der MFK teilweise aufgestockt werden – gewisse Aufgaben sogar delegiert. So nehmen beispielsweise die Kantone Bern, Solothurn und Obwalden/Nidwalden die Unterstützung vom TCS und anderen technisch kompetenten Betrieben in Anspruch.
Auch Automobilisten mit einer fälligem MFK können ihren Teil beisteuern. In der Schweiz gilt: Alle Halterinnen und Halter sind dazu verpflichtet, das eigene Fahrzeug betriebstauglich und verkehrssicher zu halten. Dazu gehören nebst den gängigen Themen wie Reifen oder Beleuchtung auch die regelmässige Inspektion und Wartung beim Fachbetrieb oder Garagisten.
Wird das ordnungsgemäss gemacht, kann auch Mauro sein Fahrzeug ohne Bedenken weiterfahren – trotz längst fälliger MFK.

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