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Politik & Wirtschaft •
Neuzulassungen brechen ein

Fehlstart ins Autojahr 2026 – Ruf nach Kurskorrektur wird lauter

Der Schweizer Automarkt ist schwach ins neue Jahr gestartet. Mit nur gut 14'000 Neuzulassungen im Januar 2026 verzeichnete die Branche den schlechtesten Jahresauftakt dieses Jahrhunderts. Der Druck auf Politik und Verwaltung, die Klima- und Verkehrspolitik an die Marktrealität anzupassen, wächst.

Das Autojahr 2026 beginnt mit einem deutlichen Dämpfer. In der Schweiz wurden im Januar lediglich 14’027 neue Personenwagen immatrikuliert. Das sind 5,1 Prozent weniger als im bereits schwachen Januar 2025 – und so wenig wie noch nie in diesem Jahrhundert. Damit setzt sich nicht nur die Marktschwäche fort, sondern auch die Überalterung der Schweizer Autoflotte, was die Erreichung der Klimaziele weiter erschwert.

Besonders auffällig ist der starke Einbruch im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem traditionell starken Dezembergeschäft gingen die Neuzulassungen um 47,6 Prozent zurück. Zwar sind rückläufige Zahlen im Januar keine Überraschung, doch in diesem Jahr fällt der Effekt aussergewöhnlich heftig aus. Ein Grund dafür liegt in den geltenden CO₂-Vorgaben, die zu markanten Marktverzerrungen führen.

Das zeigt sich insbesondere bei den E-Fahrzeugen (BEV). Im Januar 2026 wurden nur noch 2’913 neue Elektroautos zugelassen – rund 66 Prozent weniger als im Dezember 2025, als 8’584 Fahrzeuge in Verkehr gesetzt worden waren. Die Autoimporteure sowie Händler und Garagisten hatten im Jahresendgeschäft alles darangesetzt, die drohenden CO₂-Sanktionen zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Das führte zu einem künstlich aufgeblähten Dezember und einem entsprechend schwachen Januar.

Dringender Bedarf

Zwar gelten die Januarzahlen traditionell nur als eingeschränkt aussagekräftig für den weiteren Jahresverlauf. Doch das erneute Minus im Vergleich zum Vorjahr unterstreicht aus Sicht der Branche den dringenden Anpassungsbedarf bei der CO₂-Rahmenordnung. Peter Grünenfelder, Präsident von auto-schweiz, warnt: «Bundesrat und Parlament sind angesichts dieser Zahlen mehr denn je gefordert, die CO₂-Rahmenbedingungen rasch anzupassen und die Klima- und Verkehrspolitik endlich an der Markrealität auszurichten. Sonst entstehen weitere Schäden zulasten von Autowirtschaft, KMU und privaten Haushalten.»

Bleiben politische Korrekturen aus, droht laut auto-schweiz eine Fortsetzung der Überalterung des Fahrzeugbestands – mit negativen Folgen für Sicherheit, Umwelt und Wirtschaft. Die klimapolitischen Ziele würden damit nicht nur unerreichbar, sondern auch zu einer finanziell und volkswirtschaftlich problematischen Belastung für breite Bevölkerungsschichten.

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