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Politik & Wirtschaft •
Vorlagen durchgewunken

E-Autos zuhause laden, Bahn ausbauen: Bundesrat legt vor

Der Bundesrat hat gleich zwei wichtige Vorlagen für die Mobilität der Zukunft in die Vernehmlassung geschickt. Einerseits sollen Mieter einfacher eine Ladestation für E-Autos erhalten, andererseits plant der Bund milliardenschwere Investitionen in Bahn, Strassen und Agglomerationen bis 2045.

Der Bundesrat hat heute Freitag die Weichen für die Schweizer Mobilität der kommenden Jahrzehnte gestellt. Mit zwei neuen Vorlagen sollen sowohl der Umstieg auf Elektroautos als auch der Ausbau der Verkehrsnetze vorangetrieben werden.

Für viele Mieterinnen und Mieter könnte insbesondere die erste Neuerung relevant werden: Künftig sollen Eigentümer von Wohnliegenschaften verpflichtet werden können, die Grundinstallation für Ladestationen bereitzustellen, wenn Bewohner dies verlangen. Betroffen wären Mietwohnungen, Stockwerkeigentum und unter bestimmten Voraussetzungen auch Untermietverhältnisse.

Zur sogenannten Grundinstallation gehören die Stromzuleitung bis zum Parkplatz, Systeme zur Abrechnung des Stromverbrauchs sowie ein mögliches Lastmanagement. Die Regelung soll vor allem den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern beschleunigen – einem Bereich, der bislang als eines der grössten Hindernisse für die Verbreitung von Elektroautos gilt.

Projekte gehen in die Vernehmlassung

Parallel dazu hat der Bundesrat das Vernehmlassungsverfahren für das Grossprojekt «Verkehr ’45» eröffnet. Dahinter steckt ein umfassender Plan, der den Ausbau von Bahn und Strasse bis ins Jahr 2045 koordinieren soll.

Bei der Bahn sind zahlreiche Angebotsverbesserungen vorgesehen. Bis 2035 sollen unter anderem der Viertelstundentakt zwischen Bern und Zürich sowie zusätzliche Verbindungen zwischen Basel und Zürich eingeführt werden. Langfristig stehen Grossprojekte wie der Zimmerberg-Basistunnel II, der Ausbau der Bahnhöfe Basel SBB und Genf Cornavin, das vierte Gleis am Zürcher Bahnhof Stadelhofen oder der Grimseltunnel auf der Liste.

Auch auf der Strasse plant der Bund gezielte Eingriffe. Vorgesehen sind unter anderem der sechsspurige Ausbau der A1 zwischen Aarau-Ost und dem Birrfeld sowie zwischen Perly und Bernex bei Genf. Gleichzeitig werden zahlreiche ältere Autobahnprojekte definitiv gestrichen.

Profitieren sollen zudem die Agglomerationen: Für Verkehrsprojekte in 40 Regionen sind Bundesbeiträge von insgesamt 1,68 Milliarden Franken vorgesehen. Finanziert werden unter anderem die Franca-Magnani-Brücke in Zürich, neue Verkehrsdrehscheiben, Tramprojekte und die Beschaffung von Elektrobussen.

Während die Vorlage zur Ladeinfrastruktur vor allem den Alltag von E-Auto-Besitzern verändern könnte, geht es bei «Verkehr ’45» um nichts weniger als die langfristige Ausrichtung des Schweizer Verkehrsnetzes. Beide Projekte gehen nun in die Vernehmlassung.

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