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Campen trotz Preiskrise – so sparst du Geld mit dem Wohnmobil
Spritpreise auf Anschlag, Stellplätze so teuer wie selten – das Image vom Campen als günstige Reiseoption ist derzeit mächtig unter Druck geraten. Die gute Nachricht: Wer seinen Camping-Trip clever organisiert, kann auch jetzt noch entspannt reisen, ohne dass das Konto übermässig leidet.
Der erste Stopp gehört heute fast immer der Tankstelle – und der tut weh. Einmal vollmachen, kurz schlucken, weiterfahren. Hier beginnt denn auch das aktuelle Campinggefühl: weniger Leichtigkeit, mehr Kostenbewusstsein. Denn was früher als günstige Alternative zu Ferien im Hotel galt, ist heute stark vom Gesamtpaket abhängig. Sprit, Stellplatz, Verpflegung – alles hat preislich spürbar angezogen.
Die gute Nachricht: Das bedeutet nicht, dass Camping plötzlich unbezahlbar geworden ist. Doch wer einfach drauflos fährt wie früher, läuft Gefahr, mächtig draufzuzahlen. Auf der anderen Seite gilt: Wer sich ein paar Gedanken macht und ein paar einfache Tipps befolgt, kann auch in der aktuellen Preiskrise erstaunlich viel rausholen.
Der teuerste Mitfahrer – der Verbrauch
Es lässt sich nicht shönreden: Doch ein Wohnmobil ist und bleibt kein Sparwunder. Je nach Bauart und Grösse liegt man irgendwo zwischen 10 und 15 Litern auf 100 Kilometer. Und das ist nur der Durchschnitt – mit schlechter Fahrweise oder viel Gewicht wird’s schnell mehr.
Dioch genau hier hat man auch den grössten Einfluss. Denn anders als bei fixen Preisen kann man den Verbrauch direkt steuern (siehe unten). Und das lohnt sich, besonders auf langen Strecken.
Wenn der Stellplatz plötzlich ins Gewicht fällt
Auch bei den Stellplätzen zeigt sich die Entwicklung deutlich: Laut aktuellen Auswertungen liegen die Preise für Campingübernachtungen in Europa inzwischen im Schnitt bei 50 bis 60 Euro pro Nacht – Tendenz steigend. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von rund 4 bis knapp 5 Prozent. In klassischen Ferienländern wie Italien oder Kroatien sind inzwischen über 70 Euro üblich. Das liegt nicht nur an der Inflation, sondern auch am allgememeinen Camper-Boom: mehr Wohnmobile, bessere Infrastruktur, höhere Nachfrage. Wer nicht clever plant, zahlt so schnell Preise, die früher eher einem Hotel entsprochen hätten.
7 Spartipps für Camperferien in Hochpreis-Zeite
1. Effizient fahren – der Klassiker, aber entscheidend
Der wichtigste Kostenblock ist und bleibt der Sprit. Das gilt in diesen Tagen mehr denn je: Der Konflikt im Iran treibt den Ölpreis in die Höhe, Dieselkosten unter 2 Franken pro Liter sind derzeit eher Ausnahme als Regel. Ein Wohnmobil verbraucht je nach Aufbau und Gewicht im Schnitt etwa 10 bis 12 Liter auf 100 Kilometer – bei ungünstiger Fahrweise auch deutlich mehr. Auf langen Reisen macht das schnell mehrere hundert Franken Unterschied.
Der entscheidende Punkt ist dabei weniger die Technik als der Fahrstil. Wohnmobile reagieren extrem sensibel auf Geschwindigkeit. Der Luftwiderstand steigt ab etwa 100 km/h überproportional stark an. Das bedeutet: 120 km/h statt 100 km/h kann den Verbrauch spürbar erhöhen, ohne dass man real viel schneller ankommt. Noch wichtiger ist die Konstanz. Häufiges Beschleunigen und Abbremsen – etwa durch aggressives Überholen oder unruhige Fahrweise – treibt den Verbrauch zusätzlich nach oben. Vorausschauendes Fahren bringt hier oft den grössten Effekt: früh vom Gas gehen, Tempowechsel vermeiden, gleichmässig rollen lassen. Ebenfalls wichtig: Fenster auch an heissen Tagen nicht offen lassen, schon gar nicht auf Autobahnen. Das allein kann gut und gerne 1 bis 2 Litter Mehrverbrauch auf 100 Kilometer ausmachen.
Ein wichtiger Punkt ist auch die Streckenplanung. Viele Camper unterschätzen, wie schnell sich Umwege summieren. Schon 100 Kilometer weniger Strecke bedeuten je nach Verbrauch schnell 20 bis 30 Franken weniger Spritkosten. Deshalb lohnt es sich, länger an einem Ort zu bleiben, statt ständig den Standort zu wechseln. Nicht zuletzt spielen auch technische Details spielen mit hinein. Ein korrekt eingestellter Reifendruck kann den Rollwiderstand reduzieren. Bei voll beladenen Fahrzeugen führt niedriger Druck nicht nur zu höherem Verschleiss, sondern auch zu messbar höherem Verbrauch.
2. Gebühren umgehen und clever routen
In vielen europäischen Ländern ist die Autobahn schnell, aber teuer. Besonders in Frankreich, Italien oder Spanien können Mautkosten auf einer einzigen Strecke schnell 50 bis über 100 Euro betragen. Wer mehrere Etappen fährt, landet entsprechend schnell bei dreistelligen Zusatzkosten. Moderne Routenplaner zeigen inzwischen sehr genau, wo Maut anfällt und wie hoch die Zusatzkosten sind. Der Unterschied zwischen «schnellster Route» und «günstigster Route» kann sich dabei schnell auf mehrere hundert Franken pro Reise summieren.
Landstrassen sind oft eine realistische Alternative. Sie sind nicht nur kostenlos, sondern bei Wohnmobilen auch weniger ineffizient als oft vermutet wird, weil der Zeitverlust im Verhältnis zur Fahrgeschwindigkeit meist moderat bleibt. Gleichzeitig sinkt der Verbrauch oft leicht, weil konstante Geschwindigkeiten ohne Stop-and-Go möglich sind. Allerdings sollte man vermeiden, durch Dörfer mit engen Strassen zu fahren. Wenn man stecken bleibt, ist das mühsam – für die Nerven und das Portemonnaie.
3. Günstig stehen statt teuer parken
Der Unterschied zwischen Campingplatz und einfachem Stellplatz kann massiv sein. Während man auf klassischen Anlagen schnell 60 Franken oder mehr zahlt, gibt es einfache Stellplätze oft für einen Bruchteil – teilweise sogar kostenlos.
Auch Bauernhöfe, Weingüter oder kommunale Plätze sind gute Alternativen. Weniger Infrastruktur, dafür mehr Authentizität und ein deutlich kleinerer Preis. In Ländern wie Frankreich hat sich das «Camping à la ferme», das Campieren auf Bauernhöfen und Wiesen, prompt zum Trend gemausert. Und das mit gutem Grund: 10 bis 15 Euro pro Nacht, meist keine Nachbarn und Natur pur – so macht Camping Spass und schont das Portemonnaie.
4. Rabattkarten und Apps nutzen
Hier geht es weniger um einzelne grosse Effekte, sondern um konstante kleine Einsparungen. In der Nebensaison können Campingkarten oder Mitgliedschaften Übernachtungspreise deutlich reduzieren – teilweise auf unter 20 Euro pro Nacht. Auch bei Tank- und Einkaufsapps entstehen über die Reise hinweg spürbare Ersparnisse. Zudem gibt es Camping-Apss, die günstige Alternativen für Übernachtungen, Entleerungen oder Ladeinfrastrukturen. Einkaufszenter etwa bieten oft die Möglichkeit an, den Camper am Stromnnetz anzuschliessen – manchmal gratis, manchmal gegen eine Gebühr.
5. Zubehör clever kaufen
Campingzubehör kann schnell teuer werden. Dabei muss es nicht immer die High-End-Lösung sein. Viele Alltagsgegenstände erfüllen denselben Zweck – oft deutlich günstiger.
Secondhand, Discounter-Angebote oder einfache DIY-Lösungen sind perfekte Alternativen. Und: Weniger kaufen bedeutet automatisch weniger Gewicht und weniger Verbrauch. Und das schont bekanntlich das Portemonnaie.
6. Verpflegung: selbst kochen und lokal einkaufen
Restaurantpreise sind in vielen Ferienregionen deutlich gestiegen. Für zwei Personen sind 100 Franken und mehr auch im Ausland keine Seltenheit mehr. Selbstversorgung liegt deutlich darunter und reduziert die täglichen Kosten – oft um mehr als die Hälfte.
7. Reisezeit und Planung bewusst wählen
Die grössten Preisunterschiede entstehen nicht nur durch Anbieter, sondern durch die Saison. In der Nebensaison liegen die Preise häufig30 bis 50 Prozent unter Hochsaison-Niveau. Wer flexibel ist, umgeht damit einen grossen Teil der allgemeinen Preissteigerung. Frei nach dem Motto: Spontanität ist schön – aber ein bisschen Planung spart bares Geld.

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