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Politik & Wirtschaft •
Motion abgeschmettert

Bundesrat hält an der Energieetikette für Autos fest

Die bunten Buchstaben von A bis G auf den Neuwagen bleiben – vorerst. Der Bundesrat lehnt eine Motion zur Abschaffung der Energieetikette ab. Während die Automobilbranche von einem «bürokratischen Relikt» spricht, setzt die Landesregierung auf Effizienz-Transparenz und wartet auf eine Lösung aus Brüssel.

Eigentlich schien der Fall für die Automobilbranche klar: Die Energieetikette mit ihren Farbskalen von A bis G gilt im Zeitalter der Elektromobilität als überholt. Doch der Bundesrat sieht das anders. In seiner Stellungnahme vom 19. August 2026 lehnt er die Motion von Nationalrat Andreas Meier ab. Die Begründung: Die Etikette sei wichtig, um die Effizienzunterschiede auch bei Elektroautos aufzuzeigen, und diene den Kantonen als Basis für die Motorfahrzeugsteuer.

«Reiner Admin-Aufwand ohne Mehrwert»

Für Andreas Meier ist dieser Entscheid unverständlich. Im Interview mit STREETLIFE findet er deutliche Worte: «Die Landesregierung hat hier die Chance verpasst, das Autogewerbe spürbar zu entlasten.» Thomas Rücker, Direktor von auto-schweiz ergänzt: «Die Energieetikette ist überholt und irreführend. Das Festhalten an diesem Relikt aus früheren Tagen ist eine verpasste Chance zur dringend notwendigen Deregulierung.»

Besonders die Bürokratie ist ein Dorn im Auge. Dass der Bundesrat in seiner Antwort den administrativen Aufwand für Garagisten und Händler kaum thematisiere, sei für Nationalrat Meier problematisch: «Wir wollen die Elektromobilität fördern und Autos günstiger machen. Dafür müssen wir unnötige administrative Kosten streichen, die am Ende die Käufer bezahlen.» Er sei überzeugt, dass die Etikette ihren Zweck bei E-Autos verfehle: «Die Effizienz beim Elektromotor ist weitgehend gegeben. Die Unterschiede hängen eher von Gewicht und Grösse ab – das rechtfertigt diesen Aufwand für eine Etikette schlicht nicht mehr.»

Kritik der Branche: Buchstabenlotterie

Seit 2003 soll die Energieetikette Käuferinnen und Käufern eines Neuwagens auf einen Blick zeigen, wie effizient ein Fahrzeug ist. Nationalrat Andreas Meier forderte mit einer Motion die ersatzlose Streichung des Labels. Das Argument: Die Etikette sei im Zeitalter von E-Autos irreführend und verursache bei Händlern massiven administrativen Aufwand.

Unterstützung erhielt der Vorstoss vor allem von auto-schweiz. Der Verband kritisierte in der Vergangenheit scharf, dass selbst hocheffiziente Elektroautos oft nicht in der Kategorie «A» landen, da die Grenzwerte jährlich angepasst werden. Dies sei dem Kunden kaum vermittelbar, zumal die relevanten Daten wie Stromverbrauch und CO2-Ausstoss ohnehin separat ausgewiesen werden müssen. Von einem «Bürokratie-Monster» und einer «Buchstabenlotterie aus vergangenen Zeiten» war die Rede.

Die Rettung soll aus Europa kommen

Ganz untätig will die Regierung aber nicht bleiben. Der Bundesrat verweist auf das neue Autopaket der EU. Ab 2028 soll europaweit eine einheitliche Etikette für Personen- und Lieferwagen eingeführt werden. Der Plan der Schweiz: Sobald das EU-Label steht, wird die Schweizer Eigenlösung abgelöst. Das soll den Aufwand für Importeure und Händler langfristig senken, da Verbrauchsdaten dann direkt von den Herstellern übernommen werden können und nicht mehr jährlich für den Schweizer Markt neu berechnet werden müssen.

Trotz der ablehnenden Haltung der Landesregierung denkt Meier nicht ans Aufgeben: «Ich werde den Vorstoss nicht zurückziehen. Ich bleibe dabei.» 

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