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Politik & Wirtschaft •
«Tag der Schweizer Garagen»

Kostendruck und E-Wandel – Garagenbranche warnt

Digitalisierung, Elektromobilität und steigender Kostendruck prägen den Alltag im Garagengewerbe. Am «Tag der Schweizer Garagen» in Bern ging es weniger um Visionen als um die Frage, wie Betriebe wirtschaftlich durch den Wandel kommen.

861 Teilnehmende verfolgten im Berner Kursaal die 20. Ausgabe des Branchentreffens. AGVS-Zentralpräsident Manfred Wellauer eröffnete den Anlass mit einem Hinweis auf den tiefgreifenden Umbruch im Autogewerbe. Verantwortung zu übernehmen bedeute, Entscheidungen nicht aufzuschieben, sondern den Strukturwandel aktiv mitzugestalten.

Ein zentrales Thema war die betriebswirtschaftliche Realität vieler Garagen. Transformationsexperte Ralph Panoff stellte die operative Leistung in den Vordergrund und mahnte zu einem nüchternen Blick auf die Zahlen. Fehlende Transparenz und unklare Kalkulationen seien oft Teil des Problems. Erst eine saubere Analyse ermögliche nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Eine Studie der Universität St. Gallen zeichnete ein differenziertes Zukunftsbild. Zwar bleibe das Auto auch langfristig relevant – 78 Prozent der Generation Z planen bis 2035 den Kauf eines Fahrzeugs –, doch die Anforderungen an Garagen verändern sich. Digitalisierung nehme zu, gleichzeitig bleibe der persönliche Kontakt ein entscheidender Faktor.

Bundesrat Rösti fehlte krankheitsbedingt

Wie sich diese Erkenntnisse im Alltag niederschlagen, zeigten Praxisbeispiele aus dem Gewerbe. Luca Jaquet von der Steiggarage Schaffhausen plädierte dafür, Leistungen konsequent zu verrechnen – auch scheinbar kleine Arbeiten. Andernfalls drohe eine schleichende Entwertung der eigenen Arbeit. 

Auch die Elektrifizierung war Thema. In einer Diskussion mit AGVS-Geschäftsführer Christian Wyssmann wurde deutlich, dass viele Betriebe weiterhin einen pragmatischen Ansatz verfolgen. Zentralpräsident Wellauer sprach sich für Offenheit gegenüber neuen Antrieben aus, ohne bestehende Geschäftsmodelle vorschnell aufzugeben.

Einen politischen Akzent setzte Astra-Direktor Jürg Röthlisberger, der kurzfristig für Bundesrat Albert Rösti einsprang. Er betonte die ausgeprägte Zusammenarbeit innerhalb der Branche und verwies auf die Notwendigkeit, neue Lösungen auch über Versuch und Irrtum zu entwickeln.

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