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Verkehr •
Hochsaison auf Schweizer Strassen

Baustellen zur Ferienzeit – auf diesen Strecken droht Stau

Die Reise-Hochsaison hat begonnen. Während Hunderttausende in den Sommerferien in den Süden fahren, wird gleichzeitig auf den wichtigsten Autobahnen in der Schweiz gebaut, saniert und erweitert. Ein Überblick über die Grossbaustellen des Landes.

Der Sommer 2026 bringt nicht nur Ferienverkehr, sondern auch eines der dichtesten Baustellennetze der letzten Jahre auf die Schweizer Autobahnen. Zwischen Zürich und Basel, entlang der A1-Ost-West-Achse und auf den Nord-Süd-Verbindungen Richtung Gotthard trifft der Reiseverkehr auf grossflächige Bauarbeiten – genau dann, wenn die Strassen ohnehin am stärksten belastet sind. 

Staustunden in der Schweiz erreichen seit Jahren ein Rekordniveau. Laut aktuellen Entwicklungen hat der Strassenverkehr in den letzten zehn Jahren massiv an Stauzeit zugelegt (STREETLIFE berichtete). Der Haupttreiber ist dabei klar die Verkehrsüberlastung: 2024 standen Autofahrende deswegen insgesamt 48’783 Stunden im Stau. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das bereits einem Anstieg von rund 15 Prozent, eine Entwicklung, die sich seit Jahren verschärft. Besonders deutlich zeigt sich der langfristige Trend: Seit 2014 haben sich die Staustunden aufgrund von Verkehrsüberlastungen beinahe verdreifacht. Damals lag der Wert noch bei 17’781 Stunden.

Besonders kritisch wird es auf den klassischen Ferienrouten: Spurabbauten, verschobene Verkehrsführungen und Nachtbaustellen begleiten die Hauptreisezeit. Gleichzeitig laufen in den Agglomerationen grosse Infrastrukturprojekte weiter, die den Pendler- und Ausweichverkehr zusätzlich auf die Autobahnen drücken. Der Überblick von STREETLIFE zeigt, wo die grössten Baustellen liegen.  

A1 Nordumfahrung Zürich  

Die Sanierung der bestehenden Gubristtunnel-Röhren läuft 2026 weiter. Nach der Inbetriebnahme der dritten Röhre wird der Verkehr im Dreiröhrensystem geführt, während die alten Röhren etappenweise instandgesetzt werden. Im Sommer 2026 ist der Bau im Vollbetrieb: Spurverschiebungen, temporäre Einschränkungen und Nachtarbeiten prägen den Abschnitt zwischen Limmattalerkreuz und Zürich Nord. 

A1/A4 Raum Zürich West 

Im Grossraum Zürich laufen 2026 weiterhin umfangreiche Sanierungsarbeiten entlang der A1 zwischen Schlieren und der Europabrücke. Der Abschnitt bleibt eine der wichtigsten Engpasszonen im Nationalstrassennetz. Im Sommer ist mit reduzierten Fahrstreifen, Umleitungen und Nachtarbeiten zu rechnen. Besonders betroffen ist der Bereich Zürich-West, wo gleichzeitig Werkleitungen, Beläge und Lärmschutzanlagen erneuert werden. 

A1 Luterbach–Härkingen 

Der sechsspurige Ausbau der stark belasteten Ost-West-Achse läuft 2026 in der Hauptbauphase. Der 22 Kilometer lange Abschnitt wird etappenweise verbreitert. Im Sommer ist besonders viel Baustellenaktivität sichtbar: neue Fahrstreifen entstehen, während bestehende Verkehrsführungen laufend angepasst werden. 

Schaffhauserstrasse Hardwald bei Bülach 

Der Kanton Zürich baut die Schaffhauserstrasse im Hardwald zwischen Bülach Nord und dem Kreisel Chrüzstrass von 2024 bis 2026 auf rund 2,9 Kilometern auf vier Spuren aus. Im Sommer 2026 befindet sich das Projekt in der Schluss- und Inbetriebnahmephase. 

Die Strecke zählt mit rund 28’000 Fahrzeugen pro Tag zu den wichtigsten Verkehrsachsen im Zürcher Unterland, ist jedoch regelmässig überlastet. Mit dem Ausbau soll die Leistungsfähigkeit deutlich erhöht und der Ausweichverkehr durch Wohngebiete reduziert werden. Herzstück ist der neu gestaltete, teilweise kreuzungsfreie Kreisel Chrüzstrass. 

Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist pünktlich für den September nach den Sommerferien vorgesehen. 

A2 Hagnau–Augst  

Eines der grössten Dauerprojekte der Nordwestschweiz bleibt auch im Sommer 2026 voll aktiv. Der Abschnitt wird umfassend erneuert, inklusive Brücken, Tunneln und Sicherheitsinfrastruktur. Seit Frühling wird im gesamten Perimeter die Strukturmarkierung aufgebracht und Restarbeiten an den Schachtabdeckungen des Entwässerungssystems vorgenommen.  

A2/A3 Osttangente Raum Badischer Bahnhof 

Ferienreisende aus Frankreich und Deutschland, die Basel passieren müssen, können sich schon mal auf Stau einstellen. Die Osttangente ist eine sechs Kilometer lange Grossbaustellen entlang der A2/A3-Achse.

Derzeit konzentrieren sich die Bauarbeiten auf den Abschnitt beim Badischen Bahnhof, also die Strecke zwischen der Verzweigung Wiese und dem Nordende der Schwarzwaldbrücke. Hier führen Brücken- und Tunnelsanierungen zu Spurabbauten und nächtlichen Einschränkungen im Sommerverkehr. 

Basel Innenstadt  

In der Basler Innenstadt kommt es im Sommer 2026 zu massiven Einschränkungen im öffentlichen Verkehr. Vom 29. Juni bis zum 7. September 2026 verkehrt zwischen Barfüsserplatz und Schifflände kein Tram. In diesen zehn Wochen erneuern die BVB ab dem Start der Schulsommerferien die Tramgleise zwischen Gerbergasse und Schifflände. Mehrere Linien werden umgeleitet, Ersatzbusse verkehren, und zentrale Haltestellen wie der Marktplatz sind zeitweise nicht bedient.  

A2 Gotthard-Achse  

Wer Richtung Süden fährt, steht am Gotthard. So steht es schon fast im Gesetz. Während die neue zweite Röhre im Bau ist, laufen im Umfeld weitere Instandsetzungen und Verkehrsführungsanpassungen. Die Strecke bleibt offen, ist jedoch insbesondere bei Ferienverkehr stark staugefährdet. 

A3 Kerenzerbergtunnel  

Nach dem Bau des Sicherheitsstollens beginnt 2026 die eigentliche Instandsetzung des Kerenzerbergtunnels.  

Im Sommer laufen die Hauptarbeiten am Tunnelinneren sowie an den angrenzenden Kunstbauten. Die Verkehrsführung erfolgt teilweise im Gegenverkehr mit Geschwindigkeitsreduktionen. Zusätzlich sind im Sommer 2026 einzelne längere Sperrphasen vorgesehen. 

A4 Kleinandelfingen – Winterthur Nord  

Der Ausbau der A4 auf vier Spuren mit Richtungstrennung läuft seit 2025 und befindet sich im Sommer 2026 in einer intensiven Bauphase. Neue Fahrstreifen werden erstellt, während gleichzeitig die bestehenden Spuren saniert werden. Die Strecke bleibt durchgehend befahrbar, jedoch mit Engpässen und reduzierter Kapazität.  

A5 Lengnau–Luterbach  

Die zweite Ausbauetappe dieser Verbindung zwischen Bern und Solothurn läuft bis 2027. Im Sommer 2026 werden Fahrbahnen, Signalisationen und Entwässerungssysteme erneuert. Die Arbeiten erfolgen unter Verkehr und führen zu temporären Spurreduktionen. 

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