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Ferien mit dem Auto

So viel kostet die Fahrt ans Meer wirklich

Benzin, Vignette, Maut: Wer mit dem Auto in die Sommerferien fährt, zahlt längst nicht mehr nur für den Tank. STREETLIFE hat nachgerechnet, was die Anreise an beliebte Ferienziele kostet – und zeigt, wo neue Regeln und digitale Mautsysteme zur Kostenfalle werden können.

Die Sonnenbrille liegt griffbereit, die Kühlbox ist verstaut und das Navi zeigt Richtung Süden. Für viele Schweizerinnen und Schweizer beginnen die Sommerferien nicht am Strand, sondern auf der Autobahn. Was früher vor allem eine Frage des Benzinpreises war, wird allerdings immer komplizierter. Fast jedes Land hat heute eigene Mautregeln, digitale Vignetten oder elektronische Bezahlsysteme.

Dazu kommen steigende Infrastrukturkosten und regelmässige Tarifanpassungen. Wer unvorbereitet losfährt, riskiert also nicht nur höhere Ausgaben, sondern unter Umständen auch saftige Bussen. Besonders in Italien, Frankreich und Slowenien wird die Maut zunehmend digital erfasst. 

STREETLIFE hat nachgerechnet, was eine einfache Fahrt von Zürich an fünf beliebte, per Auto erreichbare Ferienziele kostet. Berücksichtigt wurden die aktuellen Mautgebühren 2026 sowie die Treibstoffkosten bei einem durchschnittlichen Verbrauch von acht Litern auf 100 Kilometer und einem Preis von 2.20 Franken pro Liter an der Autobahntankstelle.

Zürich – Rimini (ca. 610 km)

Kaum ein Ferienort hat die Schweizer Sommerferien so geprägt wie Rimini. Generationen von Familien sind über den Gotthard an die Adria gefahren. Das Meer ist warm, die Strände sind breit und die Anreise bleibt vergleichsweise überschaubar.

Mautkosten: rund 38 Franken

Treibstoffkosten: rund 106 Franken

Gesamtkosten: rund 144 Franken

Die eigentliche Überraschung wartet auf der Strecke nach Rimini nicht an der Zapfsäule, sondern an den Mautstationen. Italien hat die Autobahngebühren per Anfang 2026 erneut angehoben. Für die Fahrt von der Schweizer Grenze bis an die Adriaküste werden je nach gewählter Route rund 38 bis 46 Euro fällig. Damit gehört Italien zwar nicht zu den teuersten Mautländern Europas, die Kosten summieren sich aber schneller als viele Ferienfahrer erwarten.

Zudem wird das Bezahlen komplizierter. Während auf den meisten Autobahnen weiterhin Tickets gezogen und die Gebühren beim Verlassen der Strecke bezahlt werden, setzt Italien auf mehreren Abschnitten rund um Mailand, Turin und Como zunehmend auf sogenannte «Free-Flow»-Systeme. Dort gibt es keine Schranken mehr. Kameras erfassen das Kontrollschild automatisch, die Maut muss anschliessend online oder über eine registrierte Mautbox beglichen werden. Wer die Zahlung vergisst, merkt dies oft erst lange nach den Ferien.

Besondere Vorsicht ist deshalb direkt nach der Schweizer Grenze geboten. Auf einzelnen Strecken der A36, A59 und A60 in der Lombardei erfolgt die Erfassung bereits vollständig elektronisch. Wer dort ohne Bezahlung durchfährt, riskiert Nachforderungen und zusätzliche Gebühren. Laut ADAC können offene Mautforderungen in Italien bis zu zehn Jahre lang verfolgt werden.

Immerhin gibt es 2026 auch eine positive Neuerung. Wer wegen langwieriger Baustellen oder Sperrungen auf italienischen Autobahnen erhebliche Verzögerungen erleidet, kann seit diesem Sommer unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil der bezahlten Maut über eine App zurückfordern. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt allerdings vom Einzelfall ab. Für die meisten Schweizer bleibt die Fahrt nach Rimini dennoch eine der günstigsten Möglichkeiten, mit dem eigenen Auto ans Meer zu gelangen.

Zürich – Saint-Raphaël (ca. 740 km)

Wer die ersten Palmen sieht, weiss: Die Côte d'Azur ist nicht mehr weit. Saint-Raphaël liegt zwischen Cannes und Saint-Tropez und bietet alles, was man von Südfrankreich erwartet – Sonne, Yachten und türkisblaues Wasser.

Mautkosten: rund 62 Franken

Treibstoffkosten: rund 130 Franken

Gesamtkosten: rund 192 Franken

Wer an die Côte d'Azur will, bezahlt die Aussicht auf Palmen und Mittelmeer schon auf der Autobahn. Für die Strecke von der Schweizer Grenze bis an die Côte d’Azur werden je nach Route rund 60 Franken Maut fällig. Damit kostet allein die Autobahn fast doppelt so viel wie die gesamte Mautreise nach Italien. Der Grund: Frankreich setzt seit Jahrzehnten auf ein dichtes Netz privat betriebener Autobahnen, die ihre Investitionen über Streckengebühren finanzieren.

Gleichzeitig verändert sich das System. Auf immer mehr Abschnitten verschwinden die klassischen Mauthäuschen. Statt Schranken und Tickets erfassen Kameras die Kontrollschilder automatisch. Bezahlt wird anschliessend online oder über einen elektronischen Transponder. Betroffen sind unter anderem die A79 nördlich von Lyon sowie weitere sogenannte «Free-Flow»-Strecken. Wer die Zahlungsfrist verpasst, muss mit Mahngebühren und zusätzlichen Verwaltungskosten rechnen.

Aktuell warnen zudem sowohl französische Behörden als auch das Auswärtige Amt vor einer neuen Betrugsmasche. Immer häufiger erhalten Reisende SMS oder E-Mails mit angeblich offenen Mautforderungen von bekannten Betreibern wie Vinci Autoroutes oder Ulys. Dahinter stecken jedoch oft Phishing-Versuche, die auf Kreditkarten- und Kontodaten abzielen. Offizielle Zahlungsaufforderungen sollten deshalb immer direkt auf den Webseiten der Betreiber überprüft werden.

Trotz hoher Gebühren und neuer Regeln bleibt die Côte d’Azur eines der beliebtesten Ferienziele der Schweizer. Wer Richtung Saint-Raphaël fährt, bezahlt für die Anreise inzwischen allerdings fast so viel wie für einen günstigen Flug ans Mittelmeer – hat dafür aber das eigene Auto direkt vor Ort.

Zürich – Rovinj (ca. 800 km)

Kroatien hat den Sprung vom Geheimtipp zum Ferienklassiker längst geschafft. Besonders die Halbinsel Istrien zieht jeden Sommer Tausende Schweizerinnen und Schweizer an. Mit ihren engen Gassen, bunten Fassaden und der Lage direkt am Meer gilt die Altstadt von Rovinj als eine der schönsten an der Adria.

Mautkosten: rund 37 Franken

Treibstoffkosten: rund 140 Franken

Gesamtkosten: rund 177 Franken

Die Fahrt nach Rovinj führt durch Italien, Slowenien und Kroatien – und gerade das kurze Teilstück durch Slowenien wird für viele Ferienfahrer zur teuersten Überraschung. Das Land hat die klassische Klebevignette längst abgeschafft und setzt vollständig auf ein digitales System. Die Vignette wird online gekauft und direkt mit dem Kontrollschild verknüpft. Für Personenwagen kostet die Sieben-Tages-Vignette 2026 16 Euro, die Monatsvignette 32 Euro.

Wer glaubt, die wenigen Kilometer bis zur kroatischen Grenze ohne gültige Registrierung zurücklegen zu können, geht ein hohes Risiko ein. Slowenien kontrolliert elektronisch und verhängt bei Verstössen Bussen von mehreren Hundert Euro. Damit gehört das kleine Alpenland zu den strengsten Mautstaaten Europas.

In Kroatien selbst wird die Maut weiterhin klassisch nach gefahrenen Kilometern berechnet. Die Gebühren werden an Mautstationen bezahlt – mit Kreditkarte, Bargeld oder elektronischen Mautsystemen. Zusammen mit den italienischen Gebühren und der slowenischen Vignette fallen für die Strecke nach Rovinj insgesamt rund 37 Franken Mautkosten an.

Damit bleibt die Adria trotz drei durchquerter Länder überraschend günstig. Während für die Fahrt an die Côte d’Azur allein die französischen Mautgebühren bereits mehr als 60 Franken verschlingen können, bleiben die Kosten nach Rovinj deutlich tiefer. Für Familien mit viel Gepäck, Kinderwagen oder Sportausrüstung gehört Istrien deshalb weiterhin zu den attraktivsten Zielen für Ferien mit dem eigenen Auto.

Zürich – Velden am Wörthersee (ca. 630 km)

Es muss nicht immer das Meer sein. Türkisfarbenes Wasser, Promenade und 30 Grad – am Wörthersee fühlt sich der Sommer oft erstaunlich mediterran an.

Mautkosten: rund 35 Franken

Treibstoffkosten: rund 115 Franken

Gesamtkosten: rund 150 Franken

Österreich bleibt für Schweizer Ferienfahrer vergleichsweise günstig. Für die Strecke nach Velden am Wörthersee genügt in der Regel eine Zehn-Tages-Vignette. Diese kostet 2026 12.80 Euro. Wer länger bleibt oder auf Nummer sicher gehen will, kann auf die Zwei-Monats-Vignette für 32 Euro ausweichen. Das klassische Klebepickerl verschwindet schrittweise, immer mehr Autofahrer setzen auf die digitale Vignette, die direkt mit dem Kontrollschild verknüpft wird.

Ganz ohne Zusatzkosten geht es Richtung Kärnten allerdings nicht. Auf der Tauernautobahn fällt zusätzlich zur Vignette eine Sondermaut von aktuell 15.50 Euro pro Strecke an. Zusammen ergeben sich für die Hinfahrt damit Gebühren von rund 37 Euro beziehungsweise rund 35 Franken. Dazu kommen die bekannten Sommerstaus vor dem Tauerntunnel und auf den Grossbaustellen entlang der A10, die auch 2026 für längere Wartezeiten sorgen können.

Zürich – Sylt (ca. 1150 km)

Während in Südeuropa an fast jeder Autobahnauffahrt kassiert wird, bleibt Deutschland eine Ausnahme. Wer Richtung Nordsee fährt, bezahlt auf den Autobahnen weiterhin keine Pkw-Maut.

Mautkosten: 0 Franken

Treibstoffkosten: rund 200 Franken

Gesamtkosten: rund 200 Franken

Die Fahrt nach Sylt zeigt, wie stark sich die Kostenstruktur beim Reisen verändert hat. Während in Frankreich, Italien oder Österreich an fast jeder Grenze, Mautstation oder Tunnelkasse bezahlt werden muss, fährt man durch Deutschland weiterhin komplett mautfrei. Für Personenwagen gibt es auch 2026 keine Autobahngebühr. Wer von Zürich bis an die Nordsee unterwegs ist, bezahlt keinen einzigen Franken Maut.

Günstig wird die Reise deshalb trotzdem nicht. Mit rund 1150 Kilometern ist Sylt die mit Abstand längste Strecke in unserem Vergleich. Allein der Treibstoff schlägt mit rund 200 Franken zu Buche. Hinzu kommen je nach Reisezeit höhere Preise an deutschen Autobahnraststätten, die oft deutlich über dem Niveau gewöhnlicher Tankstellen liegen.

Während sich viele Ferienfahrnde über Vignetten, Tunnelgebühren oder digitale Mautsysteme ärgern, ist 2026 auch etwas anderes ein grosser Kostenfaktor – die Distanz.

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