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Fakten •
Kein Grund zur Sorge

Autorückruf: Was du tun musst – und wer zahlt

Ein Brief vom Hersteller mit dem Betreff «Rückruf» – und schon ist die grosse Unsicherheit da. Was nun? STREETLIFE zeigt dir, was dahintersteckt, was du tun solltest und warum sich Autofahrende bei einem Rückruf keine Sorgen um die Kosten machen müssen.

Kein Grund zur Panik: Autorückrufe scheinen mittlerweile fast an der Tagesordnung. Keine Woche, in der man nicht davon hört, dass ein Hersteller gewisse Modelle seiner Fahrzeugflotte in die Werkstatt beordert. Und tatsächlich: Im Zeitraum von 2009 bis 2025 ist die Anzahl der Rückrufaktionen gewaltig gestiegen – nämlich um rund 181 Prozent. Kürzlich musste etwa Ford Fahrzeuge wegen möglicher Brandgefahr in die Garage zurück bitten. Nur ein aktuelles Beispiel dafür, wie schnell technische Details zur Sicherheitsfrage werden können.

Tatsächlich sind Rückrufe schon lange kein Ausnahmefall mehr. In einer Zeit, in der Autos immer komplexer werden, mit Assistenzsystemen, Sensorik und hochentwickelter Motortechnik, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich irgendwo ein Fehler einschleicht. Für Hersteller ist der Rückruf heute denn auch kein Makel mehr, sondern ein Instrument der Qualitätssicherung. Für Autofahrerinnen und Autofahrer bedeutet er vor allem etwas: Der Hersteller übernimmt Verantwortung – und wichtig: auch die Kosten.

Wann wird ein Auto zurückgerufen?

Ein Autorückruf liegt immer dann vor, wenn bei einem Fahrzeugtyp ein Mangel festgestellt wird, der die Sicherheit, die Umwelt oder die Funktion beeinträchtigen kann. Das kann von Softwareproblemen über fehlerhafte Airbags bis hin zu Bauteilen im Kraftstoff- oder Bremssystem reichen. In der Schweiz überwacht das Bundesamt für Strassen (ASTRA) gemeinsam mit den zuständigen Marktaufsichtsstellen, dass solche Mängel erkannt, gemeldet und behoben werden. Wird ein Risiko als relevant eingestuft, muss der Hersteller aktiv werden und die Halter oder Halterinnen der betroffenen Fahrzeuge informieren.

Für die Betroffenen kommt der Rückruf meist in Form eines Briefs oder einer E-Mail. Der Ton ist sachlich, die Botschaft klar: Das Fahrzeug soll in eine autorisierte Werkstatt, damit eine definierte Massnahme durchgeführt wird. Was viele nicht wissen oder sich nicht trauen zu fragen: Ein Rückruf kostet den Kunden nichts. Weder Material noch Arbeitszeit werden den Fahrzeughaltenden verrechnet. Der Hersteller trägt also die volle Verantwortung, denn der Mangel liegt nicht im Einflussbereich der Fahrerinnen und Fahrer, sondern in der Konstruktion oder Produktion.

Höhere Sensibilität, nicht weniger Qualität

Auch die Angst, dass ein Rückruf dem Auto schadet oder den Wiederverkaufswert drückt, ist unbegründet. Im Gegenteil. Ein Fahrzeug, bei dem alle Rückrufaktionen ordnungsgemäss erledigt wurden, gilt als technisch gepflegt. In den Serviceunterlagen ist dokumentiert, dass bekannte Schwachstellen beseitigt wurden. Das schafft Vertrauen – bei künftigen Käuferinnen oder Käufern genauso wie bei Werkstätten und Versicherungen.

Übrigens: Dass Rückrufe heute häufiger werden als früher, hat weniger mit schlechterer Qualität zu tun als mit höherer Sensibilität. Früher wurden nur gravierende Defekte öffentlich gemacht. Heute reagieren Hersteller schon dann, wenn ein Problem auftreten könnte – nicht erst dann, wenn es bereits zu Schäden gekommen ist. Das ist ein Kulturwandel in der Branche: Weg vom Vertuschen, hin zur Prävention.

Warum Rückrufe kein Makel mehr sind

Viele Autobesitzerinnen und -besitzer befürchten auch, dass ein Rückruf dem Image ihres Fahrzeugs schaden würde. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall. Ein Fahrzeug, bei dem alle Rückrufaktionen erledigt wurden, gilt als technisch gepflegt. In den Serviceunterlagen ist dokumentiert, dass bekannte Schwachstellen beseitigt sind. Früher galten Rückrufe als peinlich für Hersteller. Heute sind sie Teil einer offenen Fehlerkultur. Die Branche weiss: Wer Probleme früh behebt, verhindert grössere Schäden – für Kunden, Umwelt und Marke.

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