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Politik & Wirtschaft •
Grünen-Politiker reicht Vorstoss ein

Für Nationalrat Töngi die Lärmhölle: Auspuffbollern bei Elektroautos

STREETLIFE-Kolumnist Pentti Aellig hat sich vorgenommen, einige Monate nicht mehr über den Luzerner Grünen-Nationalrat Michael Töngi zu schreiben. Doch nun schiesst der autofeindliche Klimapolitiker sogar gegen Elektroautos. Töngi stört sich am künstlich generierten Motorensound.

Als Kolumnist schreibe ich häufig über die politischen Vorstösse der Gegner des Individualverkehrs. Der Luzerner Grünen-Nationalrat Michael Töngi gehört zu den Klimapolitikern, welche mit Interpellationen oder Motionen unaufhörlich versuchen, die autofahrende Bevölkerung zu drangsalieren. Eigentlich wollte ich einige Monate lang nichts mehr über den Luzerner Grünen-Nationalrat schreiben. Aber bereits reichte Töngi seinen nächsten Vorstoss ein. Titel seiner neusten Interpellation: «Mehr Lärm statt weniger?» Töngi hat im linken Magazin SPIEGEL einen Artikel gelesen, welcher künstlich generierten Motorensound bei Elektroautos thematisierte.

Dröhnende Elektroautos

Der SPEGEL, bekannt geworden durch frei erfundene Reportagen des Journalisten Claas Relotius, berichtete über die drohende Legitimierung für Elektroautos, welche mit verstärkten Aussengeräuschen ausgestattet sind. Elektroautos, welche plötzlich dröhnen und kreischen wie amerikanische Achtzylinder Muscle Cars, scheinen für Klimapolitiker Töngi die Vorstufe zur Hölle zu sein. In Töngis definitiver Hölle liefern sich echte, fossile Muscle Cars wie Ford Mustang Dark Horse, Chevrolet Camaro oder Dodge Challenger SRT Hellcat ohrenbetäubende Beschleunigungsduelle.

Verstärkte Aussengeräusche

Tatsächlich haben sich letzte Woche in Genf Delegierte der 199. Sitzung des Weltforums (WP.29) getroffen, um die Vorschriften von Elektrofahrzeugen betreffend verstärkten Aussengeräuschen zu harmonisieren. Die Normanpassungen sollen danach für alle europäischen Länder gelten. Gemäss dem SPIEGEL sollen sich die Schweizer Delegierten gegen diese neuen Normen gesträubt haben. Der Bundesrat hat bereits bei früheren Antworten versichert, dass er Massnahmen prüfe, um übermässigen Lärm zu reduzieren. Nun will Grünen-Politiker Michael Töngi vom Bundesrat weitere Fragen zur Lärmbelastung beantwortet haben.

Töngi gegen sinnliche Akustik

So will Töngi in seiner Interpellation beispielsweise wissen, ob die Schweiz an der Sitzung des Weltforums überhaupt teilgenommen hat und welche Haltung sie zur bevorstehenden Normierung habe. Auch will der Luzerner wissen, wie der Bundesrat die Auswirkungen der bevorstehenden Norm auf die Lärmbelastung der Bevölkerung beurteilt. Töngi scheint beim Sound eines donnernden Achtzylinders, egal ob echt oder künstlich generiert, die Krise zu bekommen. Dabei vergisst er, dass Elektroautos, welche neben einer anständigen Performance auch eine sinnliche Akustik bieten, manche Petrolheads zum Umstieg auf fossilfreies Fahren animieren könnte.

Auspuffbollern

Als ich 2024 für STREETLIFE den Hyundai Ioniq 5 N testete, schrieb ich: «Plötzlich wird aus dem Elektroauto ein brutale 650 PS-Fahrmaschine mit künstlich inszeniertem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Der 5 N gaukelt akustisch und physisch künstliche Schaltvorgänge in einer solch hohen Perfektion vor, dass man in der Hitze des Fahrgefechts vergisst, dass man in einem Elektroauto sitzt. Zwischengas, Zugunterbrechung, Auspuffbollern: der Wahnsinn.» Gerne hätte ich Michael Töngi auf diese Testfahrt mitgenommen.


Kolumnist und Autor Pentti Aellig ergänzt als erfahrener Autokenner und Publizist das STREETLIFE-Redaktionsteam. Als SVP-Kantonsrat und Gemeindepräsident politisiert er im Kanton Schaffhausen aktiv mit. Wir weisen darauf hin, dass die Ansichten unserer Kolumnisten nicht mit jenen der STREETLIFE-Redaktion übereinstimmen müssen.

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