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Kurioser Blackout – Ameisen legen Strassenlaternen lahm
Nicht jeder Stromausfall hat eine spektakuläre Ursache. In einer Waadtländer Gemeinde sorgen ausgerechnet Ameisen dafür, dass Strassenlaternen regelmässig den Dienst quittieren – und Elektriker im Dauereinsatz stehen.
Schlagloch, Sturm oder defekte Sicherung? Alles falsch. In der 425-Einwohner-Gemeinde Orges VD sind es winzige Krabbler, die den grossen Auftritt haben. Ameisen dringen in die Schaltkästen der Strassenbeleuchtung ein und schleppen dort Sand und Erde hinein. Das Resultat: Kurzschlüsse, beschädigte Bauteile – und dunkle Strassen.
Laut den Gemeindeverantwortlichen müssen Elektriker zwei- bis dreimal pro Jahr ausrücken, um die von den Insekten verursachten Schäden zu beheben. Zwar bewegen sich die Reparaturkosten «nur» im Bereich von einigen hundert Franken jährlich, wie «RTS» vermeldet. Ärgerlich ist das Problem trotzdem. Denn fällt eine Strassenlampe aus, kann im schlimmsten Fall gleich ein ganzes Quartier im Dunkeln stehen.
Wärme zieht Ameisen an
Doch weshalb ausgerechnet Strassenlaternen? Die Erklärung ist überraschend simpel: Die elektrischen Anlagen erzeugen Wärme. Genau diese zieht die Ameisen an. Durch kleinste Öffnungen gelangen sie ins Innere der Schaltkästen und bauen dort ihre Gänge – mitsamt Sand und Erde. Was für die Insekten ein gemütliches Zuhause ist, endet für die Elektronik mit einem Kurzschluss.
Immerhin: Einen landesweiten «Ameisen-Blackout» müssen Schweizer Autofahrer nicht befürchten. Westschweizer Energieversorger bezeichnen solche Fälle als ausgesprochen selten. Für die Einwohner von Orges gilt aber wohl weiterhin: Wenn die Strassenbeleuchtung plötzlich ausgeht, muss nicht immer der Strom schuld sein – manchmal reicht ein besonders fleissiges Ameisenvolk.

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