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10 Tipps damit die Europäische Autoindustrie nicht untergeht
Wenn Europa künftig weiterhin eine Rolle im globalen Fahrzeugbau spielen will, müssen Hersteller wie Politik an einigen Schrauben drehen. 10 Punkte, mit denen die Branche wieder Tempo aufnimmt.
1. Kundenwünsche zählen
Der Zeitpunkt des Verbrennerverbots muss der Entwicklung der Infrastruktur und der Nachfrage der Kunden angepasst werden. Die Vergangenheit hat gezeigt: Wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt, kauft der Kunde einfach nicht.
| Der Artikel stammt aus der Feder der Pragmaticus-Redaktion. Das Magazin mit Sitz im liechtensteinischen Schaan widmet sich den grossen Fragen unserer Zeit. Die Antworten kommen dabei direkt von namhaften Experten, die unverfälscht zu Wort kommen. STREETLIFE publiziert im Rahmen einer Kooperation regelmässig Pragmaticus-Artikel. |
2. EU-Gesetze anpassen
Derzeit müssen Kleinwagen die gleichen Bedingungen erfüllen (Crash-verhalten, Assistenzsysteme) wie Luxuslimousinen. Das macht die Einstiegsklasse unverhältnismässig teurer und damit für geringere Einkommens-schichten nahezu unleistbar.
3. Technologieoffenheit
Gefragt ist eine unideologische, ausgeglichenere Beurteilung von Verbrennern und E-Autos, vom Rohstoffverbrauch bis zur Verschrottung. Range Extender bieten das Beste aus beiden Welten (kleine, kostengünstige Batterie, Reichweite durch Verbrenner). E-Fuels könnten eine Brückentechnologie darstellen.
4. Umdenken bei der Modellplanung
Das Weltauto ist tot, die Modelle müssen den Bedürfnissen der Regionen angepasst werden. Das seit Jahrzehnten zu beobachtende Grössenwachstum in den einzelnen Klassen ist nicht mehr zeitgemäss.
5. Gemeinsam stärker
Die unterschiedliche Ausrichtung der beiden grossen Herstellerblöcke Deutschland (Premiumautos) und Frankreich/Italien (Kleinwagen) sorgt für Zielkonflikte und hemmt die Schlagkraft vor der EU-Kommission. Es bedarf einer einheitlichen Linie der Produzenten.
6. Produktion vereinfachen
Die Fabriken müssen einen Technologieschritt vorwärts machen: KI-gesteuerte Anlagen, mehr Roboter und weniger benötigte Fahrzeugteile würden zu einer höheren Produktivität führen. Letztlich müssen auch die Lohn- und Energiekosten internationalen Vergleichen standhalten können.
7. Software regiert
Auf dem Gebiet der Fahrzeugelektronik und des Entertainments haben die europäischen Hersteller grossen Aufholbedarf. Hier wären Kooperationen mit chinesischen bzw. US-Unternehmen sinnvoll, um den Rückstand schnellstmöglich aufzuholen. VW hat es bereits vorgemacht.
8. Junge an die Macht
Wie kaum eine andere Branche unterliegt die Autoindustrie einem grundlegenden Wertewandel. Der deutsche Ingenieurs-Kult hat in den letzten Jahren allzu oft Fragen beantwortet, die kein Kunde gestellt hat. Qualitäten von gestern (Exzellenz in Fahrverhalten, Motoren- und Antriebstechnik) zählen heute kaum mehr beim Kunden. Es wird einer neuen Techniker-Generation bedürfen, die mehr in Richtung Software/Entertainment denkt.
9. Öfter mal was Neues
Die Entwicklungszyklen müssen kürzer werden, das erhöht die Attraktivität beim Kunden. Um das zu erreichen, muss nicht bei jedem Modellwechsel das Rad (bzw. bewährte Komponenten) neu erfunden werden.
10. Weniger Abhängigkeit
Was Europa braucht, ist der Aufbau einer von China unabhängigen Lieferkette vom Rohstoff bis zur Batterie. Ansonsten ist es in Zukunft genauso erpressbar wie einst von arabischem Erdöl und russischem Gas.

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