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Tankinhalt dehnt

Zu viel getankt? Warum das bei der Mai-Hitze gefährlich werden kann

Die Schweiz erlebt bereits Ende Mai ungewöhnlich hohe Temperaturen – vielerorts wurden erstmals in diesem Jahr über 30 Grad gemessen. Während sich die Menschen an Seen und in den Bergen Abkühlung suchen, geraten auch Autos unter Hitzestress. Was viele nicht wissen: Ein randvoll getanktes Fahrzeug kann bei Hitze zum Risiko werden.

Es ist ein klassischer Reflex: Vor dem langen Auffahrts- oder Pfingstwochenende wird der Tank bis zum letzten Tropfen gefüllt. Doch genau das kann an den aktuell aussergewöhnlich heissen Maitagen problematisch werden. Der Grund liegt in einem einfachen physikalischen Effekt: Flüssigkeiten dehnen sich bei Wärme aus – auch Benzin und Diesel.

Und genau diese Situation erleben Autofahrerinnen und Autofahrer derzeit in der Schweiz: Nach mehreren frühen Hitzetagen mit Temperaturen über 30 Grad stehen Fahrzeuge oft stundenlang in der prallen Sonne oder im Stau vor dem Gotthard. Laut dem Touring Club Schweiz (TCS) kann sich bei einem Temperaturanstieg von 20 Grad der Inhalt eines 50-Liter-Tanks um gut einen Liter vergrössern. Was bei einem halb gefüllten Tank kaum auffällt, kann bei einem randvollen Tank schnell kritisch werden – denn der Kraftstoff braucht Platz und sucht sich im Zweifel seinen Weg nach draussen.

Kalt getankt – heiss gefahren

Viele Autofahrer unterschätzen, wie gross die Temperaturdifferenz tatsächlich sein kann. Kraftstoff lagert in unterirdischen Tanks der Tankstellen bei rund zehn Grad Celsius. An einem Hitzetag kann der Wagen nach dem Tanken aber in der prallen Sonne stehen, wo Blech und Innenraum weit über 50 Grad heiss werden. Das reicht, damit sich der Kraftstoff spürbar ausdehnt.

Vom Lackschaden bis zum Brand

Überlaufendes Benzin ist nicht nur ärgerlich, weil es Geld kostet. Es kann auch Lack und Unterbodenschutz angreifen. Noch gravierender: Entzündet sich der Kraftstoff an einer heissen Motor- oder Auspuffkomponente, kann es zu einem Fahrzeugbrand kommen. Zwar sind solche Brände selten, doch die Feuerwehr warnt regelmässig vor dieser Gefahr.

Was Autofahrende dagegen tun können? Ganz einfach: Nicht bis zum letzten Tropfen füllen. Spätestens aufhören, wenn die Zapfpistole automatisch abschaltet. Nach dem Tanken nicht in der Sonne parken.  Besser einen schattigen Platz oder ein Parkhaus aufsuchen. Und nicht zuletzt: Immer etwas Luft im Tank lassen – ein Puffer von ein bis zwei Litern verhindert das Überlaufen.

In der Schweiz verstärkt zudem das Relief den Effekt: Wer in der Höhe bei 15 oder 20 Grad tankt und dann in ein heisses Parkhaus in der Stadt fährt, setzt den Tank zusätzlichem Temperaturstress aus. Auch lange Standzeiten im Ferienstau, etwa vor dem Gotthardtunnel, sorgen für Hitze im Motorraum – und damit für zusätzlichen Druck im Tanksystem.

Brandgefahr im Sommer

Neben der Ausdehnung gibt es einen weiteren, oft unterschätzten Risikofaktor: Das Parken auf trockenem Untergrund direkt nach einer Fahrt. Motor und Auspuff strahlen enorme Hitze ab. Steht das Auto auf einer trockenen Wiese, können die heissen Teile in Sekunden brennbares Material entzünden. Die Polizei  rät, Fahrzeuge im Sommer auf kurz gemähten Flächen oder asphaltierten Plätzen abzustellen – mit genügend Abstand zu trockenen Böschungen oder Laubansammlungen.

Wer also bei hohen Temparaturen clever tankt, schont nicht nur das Portemonnaie, sondern auch Lack, Umwelt und Sicherheit. Die Faustregel lautet: Lass der Physik Platz – und der Hitze keine Chance. Gerade in Zeiten, in denen schon der Mai Hitzerekorde bricht, lohnt sich das.

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