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E-Vignette heiss begehrt – zu viel für die Zoll-Webseite?
Die E-Vignette ist so begehrt, dass es zu viel ist für die Internetseite des Bundesamtes für Zoll und Grenzsicherheit. Der Bund warnt vor Wartezeiten. Viele User gelangen nicht auf die Webseite.
Die Uhr tickt. Die Autobahn-Vignette 2025 ist noch vier Tage gültig. Ab Sonntag, dem 1. Februar 2026, gilt nur noch die diesjährige 2026er Vignette. Seit das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG im Sommer 2023 die digitale E-Vignette eingeführt hat, wird die letzte Januarwoche zum Stresstest für die Webseite.
Am Montagabend versuchte der Autor dieser Zeilen selbst, die Vignette zu lösen – und konnte nicht auf die Zollwebseite gelangen. Ein zweiter Versuch etwa später scheiterte ebenfalls. War die Seite wegen der grossen Nachfrage nach der E-Vignette überlastet? Das BAZG verneint. «Gemäss unseren Abklärungen gab es am Montag keine längeren Störungen beim Webshop für die E-Vignette», erklärte Sprecher Oliver Varga, räumt aber ein. «Es kann hin und wieder aber aufgrund der aktuell hohen Nachfrage zu kurzen Verbindungsproblemen kommen.» Davor warnt das BZAG auch auf der Startseite des Onlineshops für die Vignette.
Stresstest Ende Januar
Der Grund dafür ist, dass viele Menschen den Kauf der Vignette bis zuletzt aufschieben. «Die Nachfrage ist tagsüber und in den letzten Januartagen besonders hoch», weiss Varga. «Das kann auch zu Verzögerungen beim Zahlungsprozess über den externen Dienstleister führen.» In diesem Fall soll die Kundschaft geduldig bleiben und die Webseite arbeiten lassen.
Steigende Nachfrage für die E-Vignette
Die Verkaufszahlen der E-Vignette zeigen eindrücklich, wieso der Januar zum Stresstest für den Onlineshop des BZAG wird. Im Januar 2024 verkaufte der Bund knapp 1,3 Millionen digitale Vignetten. Im letzten Jahr waren es schon 1,8 Millionen Stück. Für den Januar 2026 liegen noch keine Zahlen vor, aber Varga vermutet: «Bis Anfang Februar erwarten wir, dass etwa 500'000 mehr E-Vignetten als im Vorjahr verkauft werden.»
Damit wären diesen Monat 2,3 Millionen Vignetten über den Onlineshop verkauft worden. Das sind fast dreimal so viele wie im Dezember 2025, als schon 748'000 E-Vignetten für 2026 verkauft wurden. In den restlichen Monaten bricht die Nachfrage markant an. Von Februar bis November werden noch zwischen 100'000 und 300'000 digitale Vignetten verkauft.
Die digitale Vignette ist eine Erfolgsstory für das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit. Im Sommer 2023 führt das BAZG die Möglichkeit ein, die Nationalstrassenmaut auch digital zu begleichen. Damals wurde absichtlich in den Sommermonaten gestartet, um den Onlineshop ausgiebig zu testen, damit der Ansturm in den Monaten Dezember und Januar nicht zu einem Absturz führt. Im Jahr 2024 wurden schon 35 Prozent der Vignetten digital verkauft, letztes Jahr stieg der Anteil auf 45 Prozent und könnte schon dieses Jahr auf über 50 Prozent steigen. Auch wenn sich der Bund auf keine Prognose einlässt. «Wir können zum Verhältnis zwischen Klebe- und E-Vignette für das Jahr 2026 noch keine Aussage machen. Aber wir gehen davon aus, dass sich der Anteil der E-Vignette weiter steigern wird.»
Nur über die Seite des Bundes kaufen
Selbst mögliche Betrugsversuche im Zusammenhang mit der E-Vignette vermögen ihren Vormarsch und ihre Beliebtheit nicht zu bremsen. Dass der Autor auch die Hauptseite der Zollbehörde bazg.admin.ch vorübergehend nicht erreichte, kann auch Indiz dafür sein, dass sich die Userinnen und User an die Sicherheitsratschläge des BAZG halten. Wegen möglicher Betrugsfälle empfiehlt die Zollbehörde, die E-Vignette nur über den offiziellen Webshop des BAZG zu kaufen. Dieser ist über e-vignette.ch oder via.admin.ch/shop erreichbar. Die Vignette kostet genau 40 Franken. «Das BAZG verlangt keine Kaution und die User müssen die Zahlungsinformationen auch nicht per Mail bestätigen», erklärt Sprecher Varga. In solchen Fällen sollte der Kauf abgebrochen werden, weil es sich um Betrugsversuche handelt.
Die Vignette erlaubt den Autofahrenden für 40 Franken jährlich, die Schweizer Autobahnen während 14 Monaten zu nutzen. Die Vignette für das jeweilige Jahr ist vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres gültig. Neben der E-Vignette gibt es vorläufig weiterhin die analoge Klebevignette, die innen in der Windschutzscheibe angebracht werden muss. Im letzten Jahr wurden elf Millionen Vignetten verkauft.

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