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Planungsunsicherheit und Wirtschaftsorgen

Unternehmen kaufen weniger Lastwagen und Lieferwagen

In der Schweiz wurden im letzten Jahr weniger Nutzfahrzeuge verkauft als noch 2024. Die Importeurs-Vereinigung auto-schweiz sieht den Grund in fehlender Planungssicherheit und Konjunktursorgen. Die Politik sei gefordert.

Der Schweizer Nutzfahrzeugmarkt steckt noch tiefer in der Krise als der PW-Markt. Nur 38'707 Lastwagen, Lieferwagen, Busse, Camper und Co. wurden im letzten Jahr verkauft. Das entspricht einem Rückgang von 8,3 Prozent. Bei den Neuwagen beläuft sich der Rückgang auf 2,4 Prozent.

Am happigsten war der Rückgang bei den grossen Lastwagen über 3,5 Tonnen mit 14 Prozent. Die Importeurs-Vereinigung auto-schweiz sieht hier die Politik in der Pflicht, weil nicht klar ist, wie es mit der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe LSVA nach 2029 weitergeht. Offen ist unter anderem, wie lange Elektro-LKW noch von der LSVA befreit sind. Wegen dieser Unsicherheit würden viele Unternehmen Neuanschaffungen aufschieben, insbesondere weil E-Lastwagen teurer sind.

E-Förderung: Vorbild Nutzfahrzeuge

Trotzdem sind die elektrischen LKW der Lichtblick am Horizont. Sie konnten ihren Marktanteil auf 22,4 Prozent steigern. Mit 942 Stück fährt jeder fünfte Lastwagen elektrisch. Das sei auf die bisherigen Fördersysteme zurückzuführen, schreibt auto-schweiz. Direktor Thomas Rücker erklärt: «Dank dem bestehenden regulatorischen Umfeld ist die Schweiz bei der Elektrifizierung der schweren Nutzfahrzeuge im europäischen Vergleich vorn dabei. Diese Position verspielen wir aber durch die Unsicherheit rund um die LSVA zunehmend.» Weiter findet Rücker, der Nutzfahrzeugmarkt könnte dem Personwagenmarkt als Vorbild dienen. «Es zeigt, dass sich ein Markt mit einem stimulierenden regulatorischen Umfeld wirksam steuern lässt. Finanzielle Anreize und Rahmenbedingungen, die sich an der Marktrealität ausrichten, zeigen Wirkung.»

Auch bei den Lieferwagen bis 3,5 Tonnen erholte sich der Markt nicht und ging im Vergleich zu 2024 um 5 Prozent zurück. Die kleinen und mittleren Unternehmen sind skeptisch über die wirtschaftlichen Aussichten und würden deshalb abwarten, ihre Fahrzeuge zu ersetzen. Die gute Nachricht kommt auch hier von den E- und Hybrid-Lieferwagen, die ihren Marktanteil verdoppeln konnten.

Bei den Personentransportfahrzeugen wie Kleinbusse, Cars und Camper wurden letztes Jahr 19 Prozent weniger verkauft. Der Camperboom ist schon länger vorbei. Einzig die grossen Busse konnten einen beachtlichen Zuwachs von 49 Prozent verzeichnen. Das liegt allerdings daran, dass im öffentlichen Verkehr zahlreiche Busse ersetzt wurden.

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