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Steigt der Benzinpreis jetzt auf 2 Franken pro Liter?
Die Lage im Nahen Osten eskaliert in der Nacht auf Montag weiter. Während die Drohnenangriffe aus dem Iran andauern, weitet Israel seine Angriffe aus. Das Nadelöhr der weltweiten Ölversorgung rückt dabei immer mehr ins Zentrum der Weltwirtschaft. Können Öltanker die Strasse von Hormus noch passieren?
Durch die Strasse von Hormus werden täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl transportiert. Das ist etwa ein Fünftel des weltweiten Flüssigölverbrauchs. Damit ist die Meerenge – sie misst an der engsten Stelle nur 50 Kilometer – das wichtigste Nadelöhr für Öltransporte aus dem Nahen Osten. Seit Ausbruch des Krieges in der Region hat die Strasse von Hormus das Potenzial, die Weltwirtschaft zu erschüttern. Dann nämlich, wenn die Passage für die Öltanker unbefahrbar wird – mit Auswirkungen für den Benzinpreis an unseren Zapfsäulen.
Bis jetzt ist die Schiffsroute noch nicht gänzlich blockiert. Allerdings kam es am Sonntag zu ersten Meldungen über brennende Öltanker in der Region. Und auch die grossen Reedereien reagieren auf den Konflikt im Nahen Osten – Schiffahrten durch das Nadelöhr werden derzeit ausgesetzt, Tanker laufen sichere Häfen an. Die Angst vor Angriffen ist zu gross, auch deshalb, weil die Versicherungen für die Öltanker aktuell in die Höhe schiessen.
Die Börsen reagierten am Montagmorgen nervös auf die Lage im Nahen Osten. So gab zum Beispiel der Nikkei-Index mit 1,4 Prozent nach, Japan importiert fast seinen gesamten Ölbedarf. Auch Hongkong lag bei Börsenstart bei minus 2 Prozent.
Wie stark steigen die Benzinpreise?
Experten rechneten bereits am Sonntag damit, dass der Preis für das Barrel Rohöl von 75 auf 100 US-Dollar ansteigen könnte. Und das hat direkte Folgen auf die Preise an der Tankstelle. So lägen 2 Franken pro Liter Benzin im Bereich des Möglichen, heisst es. Dazu äusserte sich am Montag auch Avenergy-Suisse-Geschäftsführer Roland Bilang in einem STREETLIFE-Interview.
Während die Schweiz aufgrund ihrer Pflichtlager, die eine Benzinversorgung für etwa 4,5 Monate sichern, die Preise nicht sofort anheben muss, zeigt sich in Deutschland ein anderes Bild. Nach Angaben von n-tv erhöhte sich dort am Montagmorgen der Preis für einen Liter Diesel von 1,70 auf 1,88 Euro. Insgesamt legte der Ölpreis der Sorte Brent bereits um 13 Prozent auf 82 Dollar pro Fass zu.
Stau auf der Straße von Hormus: Angriff auf Öltanker hat auch Folgen für Deutschland https://t.co/3WIgFmkuCdpic.twitter.com/LeOtygtDYd
— ntv Nachrichten (@ntvde) March 1, 2026
1500 Schweizer Reisende gestrandet
Im Flugverkehr in und über den Nahen Osten ist die Situation ebenfalls angespannt. Es kommt weiter zu grossen Störungen, viele Flüge wurden annulliert. Wie der Touring Club Schweiz TCS mitteilte, kam es alleine am Sonntag zu 400 Anrufen besorgter Reisender. Wegen der Luftraumsperrungen sind laut dem TCS rund 800 ETI-Mitglieder in 15 Ländern blockiert. Es müsse zudem davon ausgegangen werden, dass insgesamt rund 1500 Schweizer Staatsangehörige betroffen sind, die aktuell über keine Möglichkeit zur Weiterreise verfügen.
Bei den 15 Ländern handelt es sich um: Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Indien, Sri Lanka, Malediven, Italien, Seychellen, Mauritius, Simbabwe, Thailand, Kambodscha, Singapur, Indonesien, Philippinen und Australien.
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