Werbung
Schweizer Ölreserven bleiben verschlossen
Die Ölpreise schwanken und die Weltwirtschaft stottert als Folge des Iran-Krieges. Die Internationale Energieagentur empfahl ihren Mitgliedern deshalb, die nationalen Ölreserven freizugeben. Darauf verzichtet die Schweiz, während 9 von 10 hiesigen Tankstellen ihre Preise erhöht haben.
Autofahrerinnen und Autofahrer bekommen die Folgen des Iran-Krieges weiterhin an der Tankstelle zu spüren. Die schlimmsten Prognosen des TCS von durchschnittlich 1,90 Franken pro Liter Bleifrei 95 in der Schweiz bis Ende dieser Woche sind noch nicht eingetroffen. Doch solange der Krieg anhält, dürften Preissenkungen eher unwahrscheinlich bleiben.
Schon jetzt haben 9 von 10 Tankstellen ihre Preise erhöht. Zu diesem Schluss kommt der Tages-Anzeiger aufgrund einer Auswertung des TCS-Benzinpreisradars. Seit Kriegsbeginn seien die Preise im Schnitt um 14 Rappen für Bleifrei 95 und um 19 Rappen für Diesel gestiegen. Die teuersten Tankstellen seien eher in den Zentren zu finden, Zürich und Lausanne seien besonders teuer. Auch entlang stark befahrener Routen wie der Nord-Süd-Achse sind die Preise eher höher, während Tanken in ländlichen Regionen eher günstiger ist.
Ölreserven zur Stabilisierung?
Die Internationale Energiebehörde IEA hat auf die Turbulenzen am Ölmarkt reagiert. Sie empfahl ihren Mitgliedstaaten, einen Teil der nationalen Ölreserven freizugeben, um die Preise zu stabilisieren. Der Bund sieht jedoch keinen Grund, dieser Empfehlung zu folgen. Gegenüber SRF erklärte das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung: «Zurzeit ist die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten sichergestellt. Der Bundesrat könnte bei einer erklärten oder unmittelbar drohenden schweren Mangellage die Freigabe von Pflichtlagern anordnen.»
Unsere Nachbarstaaten Deutschland und Österreich haben hingegen bereits angekündigt, ihre Reserven freizugeben. Die erhoffte Wirkung blieb aus und die Freigabe der Reserven führte zu keiner Beruhigung an den Finanzmärkten. Der Ölpreis für ein Barrel der Marke Brent ist heute auf über 100 Dollar gestiegen. Unter anderem auch, weil die Situation in der Strasse von Hormus, der wichtigsten Schiffsroute im internationalen Ölhandel, weiterhin unklar ist.
Aktuell scheinen nur Schiffe den Engpass zu passieren, die mit dem Iran oder China verbunden sind, schreibt 20 Minuten. Westliche Öltanker halten ihre Position, da sie Angriffe durch den Iran befürchten. Bisher verzichten die USA darauf, die Tanker mit ihren Kriegsschiffen durch die Strasse von Hormus zu eskortieren.
Werbung




