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Schwache Batterie – das musst du wissen
Schnee, Minusgrade, ein Dreh am Zündschlüssel – und nichts passiert. Wenn Autos in diesen Tagen streiken, ist fast immer dieselbe Komponente schuld: die Batterie. Warum Kälte ihr grösster Feind ist, wie du erste Warnzeichen erkennst und mit einfachen Tricks Pannen vermeidest, erfährst du hier.
Im Januar führt sie jedes Jahr die Pannenstatistik an: die Autobatterie. Egal ob alter Kleinwagen, moderner SUV oder Elektroauto – sobald die Temperaturen sinken, wird die Batterie zur Schwachstelle. Der Grund liegt in der Chemie. Kälte verlangsamt die chemischen Reaktionen im Inneren der Batterie, ihre Leistungsfähigkeit sinkt deutlich. Gleichzeitig braucht das Auto im Winter mehr Strom als sonst: Licht, Heizung, Gebläse, Sitz- und Heckscheibenheizung laufen oft gleichzeitig. Eine ungünstige Kombination.
Besonders problematisch sind Kurzstrecken. Wer morgens nur zehn Minuten zur Arbeit fährt, entnimmt der Batterie beim Start mehr Energie, als die Lichtmaschine unterwegs wieder nachladen kann. Bei Minusgraden dauert der Ladevorgang zusätzlich länger. Das Ergebnis: Die Batterie lebt von der Substanz – bis sie eines Tages komplett schlappmacht. Auch längere Standzeiten, etwa über die Feiertage, verschärfen das Problem. Ohne Fahrt keine Ladung.
Warnzeichen ernst nehmen
Eine Batterie stirbt selten ohne Vorwarnung. Dreht der Anlasser plötzlich träge, flackert das Licht oder meldet das Borddisplay Elektronikfehler, solltest du reagieren. Auch wenn Fensterheber, Radio oder Sitzheizung langsamer arbeiten, ist das ein klares Signal. Eine Spannungsmessung schafft Klarheit: 12,6 Volt gelten als optimal, ab 12,4 Volt ist noch alles im grünen Bereich. Darunter wird es kritisch – dann sollte geladen oder über einen Wechsel nachgedacht werden.
Was viele unterschätzen: Schmutz und Feuchtigkeit auf der Batterieoberfläche können sogenannte Kriechströme verursachen. Sie ziehen permanent Energie ab. Ein trockenes Tuch reicht oft schon, um die Oberfläche sauber zu halten. Ebenso wichtig sind feste, korrosionsfreie Anschlüsse. Lose oder oxidierte Pole kosten wertvolle Startleistung. Ein dünner Film Polfett schützt zuverlässig vor Feuchtigkeit.
Richtig laden im Winter
Grundsätzlich lädt sich die Batterie während der Fahrt selbst. Im Winter reicht das aber oft nicht aus. Wer selten lange Strecken fährt, sollte gelegentlich mit einem externen Ladegerät nachhelfen. Moderne, vollautomatische Geräte sind sicher, einfach zu bedienen und verfügen über Schutzfunktionen gegen Verpolung, Kurzschluss und Funkenbildung. Ideal ist eine Temperaturkompensation, die den Ladevorgang an die Kälte anpasst. Eine Steckdose in der Garage genügt.
Beim Kaltstart gilt: Weniger ist mehr. Alles, was nicht zwingend benötigt wird, sollte ausgeschaltet sein. Licht, Radio, Sitz- oder Heckscheibenheizung können warten, bis der Motor läuft. So bleibt die maximale Energie fürs Starten verfügbar – ein einfacher, aber wirkungsvoller Trick.
Moderne Autos, teure Fehler
Bei neueren Fahrzeugen ist die Batterie mehr als nur ein Starter. Sie versorgt das gesamte Bordnetz. Fällt die Spannung plötzlich ab, können gespeicherte Daten in Steuergeräten verloren gehen. Deshalb müssen Batterien bei vielen Modellen nach dem Wechsel im Bordcomputer «angelernt» werden. Das macht den Austausch teurer – und ist ein weiterer Grund, die Batterie regelmässig zu prüfen und rechtzeitig zu ersetzen. Vorbeugen ist günstiger als liegen bleiben.
Kann ich die Batterie selbst wechseln?
Grundsätzlich ja – aber mit Einschränkungen. Bei älteren Fahrzeugen ohne Start-Stopp-System ist der Batteriewechsel meist noch unkompliziert. Zündung aus, Schlüssel abziehen, zuerst den Minuspol lösen, dann den Pluspol, Batterie tauschen, in umgekehrter Reihenfolge wieder anschliessen – fertig. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich das in kurzer Zeit selbst erledigen und spart Werkstattkosten.
Bei modernen Autos sieht die Sache allerdings deutlich komplexer aus. Viele Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik, umfangreicher Bordelektronik oder AGM- beziehungsweise EFB-Batterien verlangen, dass die neue Batterie im Bordcomputer „angelernt“ wird. Dabei wird dem System mitgeteilt, welche Batterietype verbaut ist und in welchem Zustand sie sich befindet. Erfolgt diese Anmeldung nicht, kann es zu Fehlermeldungen, eingeschränkter Funktion von Assistenzsystemen oder sogar zu Datenverlust in Steuergeräten kommen. Im schlimmsten Fall wird die neue Batterie falsch geladen und altert schneller als nötig.
Wann sich der Gang zum Mech lohnt
Ein weiteres Risiko: Wird beim Wechsel die Spannung komplett unterbrochen, können gespeicherte Einstellungen oder Steuergerätedaten verloren gehen. Profis arbeiten deshalb mit sogenannten Memory-Savern oder speisen über die Diagnoseschnittstelle Fremdspannung ins Bordnetz ein. Das ist zu Hause meist nicht möglich.
Die Faustregel lautet: Wer ein älteres Auto fährt, kann den Batteriewechsel in der Regel selbst übernehmen. Bei neueren Modellen lohnt sich vorab ein Blick ins Handbuch – oder gleich der Gang zu Garagisten. Das kostet zwar mehr, verhindert aber teure Folgeschäden.

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