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SchneeToni: «Autofahren im Schnee ist Gefühlssache»
Unter dem Namen SchneeToni begeistert der Glarner Antonio Spitaleri seine Community mit Schneebildern. Im Interview mit STREETLIFE erklärt er, warum sich viele vor Schnee auf der Strasse fürchten – und weshalb man auch ohne Allradantrieb sicher durch Winterlandschaften kommt.
Er ist der wohl bekannteste Schnee-Influencer der Schweiz: Als SchneeToni begeistert Antonio Spitaleri ein Millionenpublikum auf Social Media – mit spektakulären Aufnahmen von Schneechaos, Traumlandschaften und anspruchsvollen Fahrbedingungen. Was für viele ein Albtraum ist, ist für den Glarner mit italienischen Wurzeln pure Faszination.
«Wenn es irgendwo schneit, will ich der Erste sein»
Um seiner Community exklusive Einblicke zu zeigen, ist für den Glarner klar: «Wenn es irgendwo schneit, will ich der erste vor Ort sein!» Wohin es geht, entscheidet Spitaleri meistens spontan anhand der Wetterprognose und seinen eigenen Erfahrungswerten. Oft mitten in der Nacht, wenn andere schlafen, fährt er los.
Vom spontanen Video zum Millionenpublikum
Begonnen hat alles im November 2019. Schon ein Jahr zuvor hatte Spitaleri gemerkt, welches Potenzial in Live-Videos steckt: Damals fuhr er im Glarnerland mit seinem Alfa Mito eine Seitenstrasse von 500 auf 1000 Meter hoch. «Irgendwann ging es nicht mehr vorwärts und ich musste rückwärts hochfahren.» 5000 Menschen waren live dabei. «Da habe ich gemerkt: Das interessiert die Leute.»
Extreme Bedingungen auf Schweizer Pässen
Besonders reizen ihn extreme Bedingungen auf den Schweizer Alpenpässen. «Am spannendsten ist der Herbst, kurz, bevor die ersten Pässe gesperrt werden.» So stand SchneeToni auch schon mitten auf dem verschneiten Gotthard-Pass, als die Sperrung gerade ausgesprochen wurde. «Ich war live, dann kamen sie auf mich zu und sagten: Jetzt musst du runter.»
Sein Lieblings-Schneemobil ist ein Alfa Mito
Trotz seiner Liebe zu extremen Verhältnissen kommt auch SchneeToni immer wieder an Grenzen – und an jene des Fahrzeugs. Umso erstaunlicher ist, mit welchem Auto er lange unterwegs war. Denn als klassisches Schneefahrzeug gilt dieses nun wirklich nicht, doch SchneeToni schwärmt: «Mit meinem Alfa Mito bin ich überall durchgekommen.» Zwar hatte der kleine Italiener nur Vorderradantrieb, «aber mit guten Pneus und Fahrgefühl kommt man auch so problemlos durch den Schnee».
Der Vorteil vom SUV
Heute ist SchneeToni mit einem KGM Rexton unterwegs: Gross, schwer, souverän. Doch auch hier räumt er mit Mythen auf: «In San Bernardino habe ich den Allrad-Antrieb mal ausgeschaltet, um der Community zu zeigen, dass man auch mit einem schweren Auto und bei starkem Schneefall nur mit Hinterradantrieb auf Schnee fahren kann. Die haben mir das erst nicht geglaubt.» Für ihn ist klar: «Autofahren im Schnee ist eine Gefühlssache. Das kannst du nicht mit Technik ersetzen.»
Rettung für zwei Portugiesen
Einen grossen Vorteil hat sein Geländewagen jedoch: SchneeToni kann helfen. Das Abschleppseil hat er immer dabei. «Einmal half ich auf dem Julierpass zwei Portugiesen, die mit ihrem VW Golf mit Sommerpneus im Schnee steckengeblieben waren.» Die Strasse war geräumt, doch die beiden fuhren für einen Boxenstopp auf einen verschneiten Parkplatz – und kamen nicht mehr weg. Solche Begegnungen bleiben SchneeToni: «Mit den beiden stehe ich heute noch in Kontakt.»
Warum Schnee Autofahrende zunehmend verunsichert
Bei seinen vielen Touren durch die verschneiten Winterlandschaften beobachtet Spitaleri immer wieder, dass die Leute im Schnee extrem unsicher unterwegs sind. Das überrascht ihn jedoch nicht. «Im Flachland schneit es kaum noch. Die Leute wissen schlicht nicht mehr, wie man im Schnee fährt.» Dazu komme der Verkehr: «Es hat viel mehr Autos, die Leute sind ungeduldiger geworden.»
«Bei Schnee blockieren sie in einer Selbstverständlichkeit die Strasse»
Gerade auf Pässen erlebt er das oft. «Sobald es schneit, blockieren Autos die Strasse. Gerade Touristen wissen oft nicht, wie sie sich verhalten sollen und sind überfordert.» Dann werde es schnell gefährlich. «Ich staune auch immer wieder, wie die Leute in einer Selbstverständlichkeit die Strasse blockieren, um ihre Schneeketten zu montieren. Am Berninapass kann man das immer wieder beobachten.»
120’000 Kilometer pro Jahr – immer mit Hund Mito
Auf seinen Schneejagten mit dem Auto hat Spitaleri schon viel erlebt. Pro Jahr legt er dafür zwischen 70'000 und 120'000 Kilometer zurück. Immer mit dabei: Hund Mito. «Er liebt Schnee und Auto gleichermassen.» Der Name? «Weil er so süss ist – wie der Alfa Mito.»
So verdient SchneeToni Geld
Doch wie verdient SchneeToni eigentlich sein Geld? «Ich habe verschiedene Sponsoren. Einerseits bin ich Botschafter für die Sportbahnen Braunwald AG und ein weiterer grosser Partner ist Polizei.News, denen ich meinen Content zur Verfügung stelle.» Auch sein Schnee-Fahrzeug ist gesponsert: «Der Rexton wurde mir vom Autocenter Mels zur Verfügung gestellt», verrät Spitaleri.
Künftig will Spitaleri auch sein Angebot für Autofahrende weiter ausbauen. Bald soll ein neues Tool online gehen: Ein Routenplaner, der zeigt, wo auf der Strecke Schnee liegt und welche Abschnitte schwierig sein könnten – inklusive Tipps zu Ausrüstung wie Schneeketten, Pneus und zur Schneebeschaffenheit. Als Beispiel nennt er die Strecke nach Davos: «Wenn es Neuschnee gibt bei kalten Temperaturen, hat man in der Regel Grip und braucht keine Schneeketten. Wenn es jedoch wärmer ist und der Schnee nass und schwer ist, braucht es diese unbedingt.»
Zum Start soll das Angebot gratis sein, danach werden einige Bereiche kostenpflichtig. Gratis bleiben soll aber sein Tool «Wo schneit’s». Hier können User eine Ortschaft eingeben und prüfen, ob in den kommenden Stunden Schnee erwartet wird. «Beim Autofahren im Winterist eine gute Planung entscheidend. Mit meinem Service will ich Autofahrende bei der Streckenwahl unterstützen und ihnen so mehr Sicherheit bieten, wenn Schnee auf der Strasse liegt.»

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