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Parkplatzmangel sorgt für Chaos vor Schweizer Badis
Die Sonne brennt, die Badis sind voll. Für Autofahrende beginnt der Stress schon vor dem ersten Sprung ins Wasser – bei der Parkplatzsuche. Denn: Bei vielen Schweizer Badis fehlt es an Abstellmöglichkeiten für das Auto. Resultat: Die Besuchenden parkieren dort, wo sie gerade Platz finden. Während die Polizeikorps mit dem Abschleppwagen drohen, versuchen die Badis alternative Lösungen zu finden.
Wer an heissen Tagen mit dem Auto in die Badi will, braucht vor allem eins: Viel Glück bei der Parkplatzsuche. Viele Badeanstalten haben nämlich ein Problem – mangelnde Parkplätze, verschuldet durch Parkplatzabbau oder fehlendem Platz für Abstellplätze.
Wenn die wenigen offiziellen Parkplätze besetzt sind, wird es schnell kreativ. Autos stehen auf Wiesen, auf dem Trottoir oder im Parkverbot. Das sorgt in den umliegenden Quartieren für rote Köpfe, wie ein aktuelles Beispiel vom Freibad Baden zeigt.
«Die Quartieranwohner melden immer wieder Autos, die auf Quartierparkplätzen parkieren und die Ausfahrt versperren», sagt Mirko Schmid, Gruppenchef für Verkehr und Jugend der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal, zu STREETLIFE. Dazu komme der Lärm von Badibesuchenden, über den sich Anwohner regelmässig beschweren.
Tatsächlich ist das Wildparkieren in der Aargauer Region ein grosses Problem, wie Schmid auf Anfrage von STREETLIFE bestätigt. «Besonders die Schwimmbäder in Baden, Wettingen und Würenlos sind von Wildparkierern betroffen.»
Faulheit und Parkplatzmangel führen zum Wildparkieren
Dass es dort immer wieder zum Parkplatz-Chaos kommt, hat laut Polizei mehrere Gründe. Einerseits sind viele Badis zwar gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar, andererseits bleibt das Auto für viele Besucherinnen und Besucher gerade an Hitzetagen die bequemste Wahl – vor allem mit Kindern, Badetaschen, Sonnenschirmen und Kühlboxen im Gepäck. Fehlt es dann an Parkmöglichkeiten, ist das Auto-Puff vorprogrammiert.
Hat man dann endlich einen Platz für seinen Wagen gefunden – auf einer Wiese, oder an einer Strassenecke – drohen Konsequenzen bei einer möglichen Polizeikontrolle. 40 Franken Busse für das unerlaubte Abstellen.
Tatsächlich ist die Polizeipräsenz erhöht. Sowohl die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal als auch die Stadtpolizei Baden führen bei den Freibädern – besonders an Wochenenden – vermehrt Kontrollen durch.
Auch andere Regionen kämpfen mit Parkplatzmangel vor Badis
Das Phänomen ist auch in anderen Regionen anzutreffen, wie Recherchen von STREETLIFE zeigen. So zum Beispiel in Zürich, wo es laut Stadtpolizei Zürich gerade auf der Werdinsel an heissen Sommertagen eng werden kann. Auch hier seien fehlende Abstellmöglichkeiten Grund für das Auto-Chaos – der Parkplatzabbau in Zürich ist seit Wochen ein Thema.
Die Kontrollen finden hierbei aufgrund eigener Feststellungen oder nach entsprechenden Meldungen statt. In der Regel gibt es Ordnungsbussen. Doch die Stadtpolizei warnt: «Sollten Fahrzeuge verkehrsgefährdend parkiert sein, müssen die Fahrzeugbesitzer damit rechnen, dass das Fahrzeug abgeschleppt wird.»
Auch in der Ostschweiz kennt man das Parkplatzproblem rund um Badeanlagen. Die Kantonspolizei St. Gallen schreibt auf Anfrage: «Während der Badesaison kommt es auch im Kanton St. Gallen vereinzelt zu Meldungen wegen falsch oder unzulässig abgestellten Fahrzeugen im Umfeld von Badeanlagen. Wenn entsprechende Meldungen eingehen oder sich vor Ort ein Bedarf zeigt, werden diese Örtlichkeiten im Rahmen der Möglichkeiten kontrolliert.»
«Haltet euch an Signalisationen und Vorgaben»
Ebenfalls vom Wildparkieren betroffen sind auch die Kantone Bern und Baselland, wie sie auf Anfrage bestätigen. In beiden Kantonen werden die fehlenden Parkplätze als Grund für das wilde Parkieren genannt.
Dennoch: «An schönen Tagen fahren wir nicht gezielt zu Badianstalten um Kontrollen durchzuführen. Stellen wir bei solchen Orten jedoch Verkehrsverstösse fest, führen wir die nötigen Verkehrssicherheitskontrollen durch und Büssen fehlbare Automobilisten», so die Kantonspolizei Baselland. Die Polizei Bern ruft dabei zu besonnenem Verhalten auf: «Wir bitten hierzu alle Fahrzeuglenkende, sich an die jeweiligen Signalisationen und Vorgaben zu halten, um Ärger und Unmut gemeinsam zu vermeiden.»
Per Lautsprecher zum Umparkieren aufgefordert
Beim Freibad Brugg AG ist der sommerliche Parkplatzdruck rund um ihre Badi sogar noch grösser als im Beispiel von Baden. «Oftmals stehen zwischen fünf und 20 Fahrzeuge im angrenzenden Wiesland, am Strassenrand im Parkverbot oder auf Strassen, welche mit einem Fahrverbot belegt sind», beschreibt Matthias Guggisberg, Stadtschreiber der Stadt Brugg, die Situation.
Man gehe sogar so weit, dass man die fehlbaren Automobilisten via Lautsprecher im Freibad dazu auffordert ihre Autos korrekt zu parkieren. Guggisberg: «Uns geht es in erster Linie nicht ums Ausstellen von Bussen sondern darum, dass die Rettungswege freibleiben.»
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