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Swiss Classic World

«Oldtimer bieten, was moderne Mobilität verliert: Emotionen»

Klassische Fahrzeuge geraten immer stärker in den Fokus als emotionales Gegengewicht zur modernen Fortbewegung. Im Gespräch erklärt Bernd Link, Gründer und Direktor der Swiss Classic World, warum Oldtimer als echtes Kulturgut verstanden werden können.

Herr Link, viele Messen stehen heute unter Druck und entwickeln sich zunehmend vom klassischen Ausstellungsformat hin zu Erlebnisplattformen. Wie begegnet die Swiss Classic World diesem Wandel, und wie positioniert sie sich heute im nationalen und internationalen Umfeld? 
Wir leben keineswegs auf einer Insel der Glücklichen (lacht). Die Herausforderungen im Messemarkt spüren auch wir deutlich. Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, und Aussteller zu gewinnen war schon einfacher. Gleichzeitig haben wir aber eine sehr starke Basis mit über 90 Prozent Stammkunden, die uns treu bleiben. In der Szene beobachten wir aktuell, dass weniger Fahrzeuge gehandelt werden. Stattdessen investieren Besitzer stärker in den Werterhalt ihrer Oldtimer. Werkstätten sind auf Jahre hinaus ausgelastet, während es Händler im Verkauf etwas schwieriger haben. Für uns bedeutet das: Wir müssen uns weiterentwickeln und mehr bieten als das klassische Messeformat.  

Was bedeutet konkret «mehr Erlebnis» bei der Swiss Classic World? 
Früher hat es gereicht, ein Fahrzeug auszustellen und abzusperren. Diese Zeiten sind vorbei. Ein Oldtimer lebt davon, dass er fährt, dass man ihn hört, riecht und spürt. Ein klassisches Fahrzeug entfaltet seine Wirkung erst im Betrieb, nicht im Stillstand. Deshalb setzen wir gezielt auf erlebnisorientierte Formate: Auktionen, bei denen Fahrzeuge live durch die Hallen fahren, Rallyes, die direkt bei der Messe starten, oder Präsentationen von historischen Fahrzeugen in Bewegung. So bringen wir die Faszination wirklich rüber und schaffen Emotionen. 

Swiss Classic World 2026

Die Swiss Classic World findet vom 29. bis 31. Mai 2026 in Luzern statt. Sie ist die führende Schweizer Messe für klassische Fahrzeuge und hat sich vom klassischen Messeformat zu einem erlebnisorientierten Treffpunkt der Oldtimer-Szene entwickelt. Neben Fahrzeugausstellungen bietet die Messe Live-Auktionen, Fahraktivitäten und zahlreiche Networking-Möglichkeiten für Sammler, Händler und Clubs.

 

 

Was fasziniert die Community, und auch Sie persönlich an klassischen Fahrzeugen? Ist es eher Technik, Design oder die Geschichten dahinter? 
Es ist immer die Kombination aus allem. Wenn man sich anschaut, wie sich Mobilität heute entwickelt, dann ist sie sehr nüchtern und zweckorientiert geworden. Es geht vor allem darum, effizient und möglichst bequem von A nach B zu kommen. Klassische Fahrzeuge bieten genau das Gegenteil. Da steckt Emotion und Geschichte drin. Und ich bin überzeugt davon, dass je mehr sich moderne Mobilität in Richtung Elektromobilität, Sharing oder öffentlichen Verkehr entwickelt, desto wertvoller werden Oldtimer. Weil sie etwas bieten, das in dieser Form sonst verloren geht. 

Liegt genau darin die langfristige Existenzberechtigung klassischer Fahrzeuge? 
Absolut. Wir leben heute in einer stark digitalisierten Welt, in der vieles nur noch über Bildschirme stattfindet, zweidimensional und oft ohne echte Sinneserfahrung. Diese Entwicklung betrifft ja nicht nur die Mobilität, sondern viele Lebensbereiche. Ein klassisches Fahrzeug bietet genau das, was im Alltag zunehmend verloren geht: echte Emotionen, echte Sensorik, ein physisches Erlebnis. Das kann kein Bildschirm ersetzen. Und ich bin überzeugt, dass je stärker sich unsere Gesellschaft in diese digitale Richtung entwickelt, desto wertvoller werden solche analogen Erlebnisse. Genau darin liegt ihre Zukunft. 

Wie können wir sicherstellen, dass klassische Fahrzeuge nicht nur in Museen stehen, sondern weiterhin auf der Strasse erlebbar bleiben? 
Das Wichtigste sind Veranstaltungen, bei denen Fahrzeuge bewegt und erlebt werden können. Es braucht Menschen, die solche Formate organisieren und die Szene aktiv am Leben halten. Gleichzeitig sind aber auch die regulatorischen Rahmenbedingungen entscheidend. Die Politik darf diese Nische nicht schliessen, sondern muss sie weiterhin ermöglichen. Dabei ist das Thema CO₂ zentral, und genau hier können alternative, synthetische Kraftstoffe entscheidend sein. Wenn wir klassische Fahrzeuge CO₂-neutral betreiben können, entfällt der wichtigste Kritikpunkt. Ein grosser Teil des CO₂-Fussabdrucks eines Autos entsteht bereits bei der Produktion. Bei Oldtimern ist dieser Anteil längst ‘abgegolten’. Wenn wir zusätzlich den Betrieb klimaneutral gestalten und die Fahrzeuge nicht verschrotten, sondern erhalten, ergibt sich insgesamt eine sehr positive Bilanz.  

Welche politischen oder wirtschaftlichen Voraussetzungen müssten Ihrer Meinung nach geschaffen werden, damit solche Lösungen breit verfügbar werden? 
Aktuell ist der Markt noch stark von klassischen Mineralölinteressen geprägt. Mit Benzin und Diesel wird schliesslich nach wie vor gutes Geld verdient. Entscheidend ist aus meiner Sicht die Technologieoffenheit. Die Politik sollte keine einseitigen Vorgaben machen, sondern Lösungen zulassen, die pragmatisch funktionieren. Man sieht ja auch in der Industrie, dass ein Umdenken stattfindet, selbst grosse Hersteller investieren wieder in Verbrennertechnologie und gleichzeitig in synthetische Kraftstoffe. Wenn wir diesen offenen Ansatz weiterverfolgen, bin ich überzeugt, dass sich alternative Kraftstoffe durchsetzen werden und damit auch die Grundlage geschaffen wird, klassische Fahrzeuge langfristig nachhaltig zu betreiben. 

Sind alternative Kraftstoffe aktuell die grösste Herausforderung für die Oldtimerszene – oder gibt es weitere zentrale Themen? 
Alternative Kraftstoffe sind sicher der entscheidende Faktor für die Zukunft der Szene. Eine zweite grosse Herausforderung ist aber der Nachwuchs. Wir müssen gezielt junge Menschen für das Thema begeistern. An der Swiss Classic World setzen wir bewusst auf niederschwellige Angebote und organisieren zum Beispiel Youngtimer-Ausfahrten, die sich gezielt an jüngere Leute richten. Da kommen Teilnehmer nicht mit teuren Sammlerfahrzeugen, sondern mit Autos wie einem Golf 2 oder Golf 3. So entsteht ein einfacher Zugang zur Szene, ohne grosse finanzielle Hürden. Wenn junge Menschen einmal mit Oldtimern in Kontakt kommen – weg vom Bildschirm, hin zum echten Erlebnis – dann sind sie begeistert. Diese emotionalen, sensorischen Erfahrungen kann keine digitale Welt ersetzen. Und genau darin liegt eine grosse Chance für die Szene. 

Ticket Verlosung

STREETLIFE verlost 2x2 Tickets für die Swiss Classic World vom 29. bis 31. Mai 2026 in Luzern. 

Sende dazu eine E-Mail mit dem Betreff «Swiss Classic World» an redaktion@streetlife.ch

Teilnahmeschluss ist der 25. Mai 2026, die Benachrichtigung der Gewinnerin oder des Gewinners erfolgt am 26.Mai 2026. Bei der Ziehung gilt das Zufallsprinzip. Dieses Gewinnspiel wird veranstaltet von der STREETLIFE Media AG. 

Zur Teilnahme berechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und einem Mindestalter von 18 Jahren. Teilnehmende unter 18 Jahren bestätigen, dass ihre gesetzlichen Vertreter mit der Teilnahme und diesen Teilnahmebedingungen einverstanden sind. Davon ausgenommen sind Mitarbeitende der STREETLIFE Media AG. 

Der Gewinner wird schriftlich per Mail benachrichtigt. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Teilnehmende, welche unrichtige, unvollständige oder ungültige Angaben machen, sind nicht gewinnberechtigt. Der Preis wird direkt von der STREETLIFE Media AG per Post an den Gewinner zugesendet. 

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