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Auto-Influencer unter Tränen

JP Kraemer will sein Unternehmen schliessen

Autoinfluencer Jean Pierre «JP» Kraemer wird offenbar alles zu viel. Nachdem der 45-jährige Tuning-Unternehmer eingestanden hat, gegenüber seiner Noch-Ehefrau Julia Meck gewalttätig gewesen zu sein, verkündet Kraemer unter Tränen in einem emotionalen YouTube-Video, dass er sein Unternehmen JP Performance aufgeben wird.

«Das wird mein letztes Video sein, das ich aufnehmen und veröffentlichen werde», beginnt Kraemer sein knapp fünfminütiges Video, das er am Dienstag kurz nach 13 Uhr veröffentlicht. «Ich möchte euch mitteilen, dass ich die Firma JP Performance nicht mehr weiterführen werde», sagt Kraemer.

Reumütig nutzt er zugleich die Gelegenheit, um um Vergebung zu bitten – und richtet direkte Worte an seine Noch-Ehefrau Julia Meck. «Ich möchte mich bei allen Menschen entschuldigen – vor allen Dingen bei dir, Julia. Dafür, was ich dir angetan habe und wie ich dich verletzt habe – körperlich wie auch menschlich.»

«Ich bin kein schlechter Mensch», beteuert der Autoinfluencer. «Aber ich glaube, ich habe mich nicht immer ganz unter Kontrolle.» In der Aufnahme stellt er jedoch klar, dass er keine Schadensbegrenzung betreiben, sondern sich einfach nur verabschieden wolle. Auch wolle er sich nicht als Opfer darstellen, sondern sei einfach nur «traurig», dass die Reise vorbei sei.

«Ich muss gucken, wie ich das hinkriege»

Im Hinblick darauf, wie er die Schliessung der Firma organisieren soll, fliessen schliesslich die Tränen. «Ich muss gucken, wie ich das alles geregelt kriege – was macht man mit Bestellungen, die getätigt wurden? Was passiert mit den Gebäuden? Ich muss gucken, wie ich das alles hinkriege.»

Schliesslich bedankt er sich bei seiner Fangemeinschaft, die ihn unterstützt hat. «Ich danke euch für eure Liebe, ich danke euch für eure Geduld und ich danke auch jedem Einzelnen, den ich vielleicht verletzt habe, der das mit mir durchgemacht hat und zur Seite stand.»

Nun wolle sich Kraemer um sich selbst kümmern und bitte nochmals um Vergebung, ehe er seine Videobotschaft abschliesst.

Gewaltvorwürfe bestätigt

Kraemer hatte sich bereits in der Vergangenheit in zwei YouTube-Videos zu den Vorwürfen häuslicher Gewalt geäussert. Darin bestätigte er mehrere konkrete Übergriffe. So räumte er ein, Julia Meck eine Kette vom Hals gerissen und sie mit der flachen Hand geschlagen zu haben.

In einem zweiten Video zeigte Kraemer zudem Ausschnitte einer Überwachungskamera aus dem Jahr 2024. Dazu erklärte er: «In diesem Video packe ich sie am Hals. Ich schubse sie zur Seite und hab sie einmal an den Haaren.»

Meck schildert die Ehe gegenüber «Bild» anders als Kraemer und erhebt weitere schwere Vorwürfe. Sie erklärte, sie habe bei einem der Übergriffe «Todesangst» gehabt. Kraemer wiederum wirft seiner Noch-Ehefrau vor, ebenfalls gewalttätig geworden zu sein. Meck weist diese Darstellung zurück. Die beiden haben sich getrennt und lassen sich scheiden.

Warum Kraemer seine Firma schliessen will, lässt sich von den jüngsten Ereignissen ableiten. Durch den Skandal haben erste Geschäftspartner, mit welche Kraemer zusammengearbeitet hat, reagiert. So verkündete am Montag die Energy-Drink-Marke Gönrgy das Ende der Zusammenarbeit mit Kraemer. Auch die Streamingplattform Joyn nimmt die TV-Show «PS Profis», mit der Kraemer gross wurde, aus dem Angebot und sowohl beim BVB als auch bei Porsche verschwinden Inhalte mit Kraemer. Gleichzeitig werden Vorwürfe über seinen Umgang mit anderen Menschen laut.

Vom Tuning-Star zum Unternehmer

Kraemer ist längst mehr als ein Auto-YouTuber. Bekannt wurde er einem Millionenpublikum durch die TV-Sendung «Die PS Profis – Mehr Power aus dem Pott» und später durch seinen YouTube-Kanal JP Performance, dem rund 2,7 Millionen Menschen folgen.

Rund um seine Bekanntheit entstand über die Jahre ein ganzes Firmengeflecht. Neben der Tuning-Werkstatt gehören dazu unter anderem Bekleidungsmarken, der Modellauto-Hersteller Kraemo, der Gastronomiebetrieb Big Boost Burger und das PACE-Automuseum in Dortmund.

Genau dieses Geschäft bekommt die Affäre nun zunehmend zu spüren.

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