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Auto-Influencer

Nach Gewalt-Eingeständnis: Jetzt wankt JP Kraemers Imperium

Jean Pierre «JP» Kraemer hat Gewalt gegen seine Noch-Ehefrau Julia Meck eingeräumt. Nun folgen die geschäftlichen Konsequenzen: Ein Partner zieht die Reissleine, Joyn streicht seine TV-Sendung, der BVB nimmt die gemeinsame Kollektion aus dem Sortiment – und auch Porsche reagiert.

Bei Jean Pierre «JP» Kraemer überschlagen sich die Ereignisse. Der 45-jährige Tuning-Unternehmer hat eingeräumt, gegenüber seiner Noch-Ehefrau Julia Meck gewalttätig geworden zu sein. Nun bekommt auch das Geschäft rund um die millionenstarke Marke JP Performance die Folgen zu spüren.

Die Energy-Drink-Marke Gönrgy beendet die Zusammenarbeit, die Streamingplattform Joyn nimmt die «PS Profis» aus dem Angebot. Auch beim BVB und bei Porsche verschwinden Inhalte mit Kraemer. Gleichzeitig werden Vorwürfe über seinen Umgang mit anderen Menschen laut.

Gewaltvorwürfe bestätigt

Kraemer hatte sich in zwei YouTube-Videos zu den Vorwürfen häuslicher Gewalt geäussert. Darin bestätigte er mehrere konkrete Übergriffe. So räumte er ein, Julia Meck eine Kette vom Hals gerissen und sie mit der flachen Hand geschlagen zu haben.

In einem zweiten Video zeigte Kraemer zudem Ausschnitte einer Überwachungskamera aus dem Jahr 2024. Dazu erklärte er: «In diesem Video packe ich sie am Hals. Ich schubse sie zur Seite und hab sie einmal an den Haaren.»

Meck schildert die Ehe gegenüber «Bild» anders als Kraemer und erhebt weitere schwere Vorwürfe. Sie erklärte, sie habe bei einem der Übergriffe «Todesangst» gehabt. Kraemer wiederum wirft seiner Noch-Ehefrau vor, ebenfalls gewalttätig geworden zu sein. Meck weist diese Darstellung zurück. Die beiden haben sich getrennt und lassen sich scheiden.

Vom Tuning-Star zum Unternehmer

Kraemer ist längst mehr als ein Auto-YouTuber. Bekannt wurde er einem Millionenpublikum durch die TV-Sendung «Die PS Profis – Mehr Power aus dem Pott» und später durch seinen YouTube-Kanal JP Performance, dem rund 2,7 Millionen Menschen folgen.

Rund um seine Bekanntheit entstand über die Jahre ein ganzes Firmengeflecht. Neben der Tuning-Werkstatt gehören dazu unter anderem Bekleidungsmarken, der Modellauto-Hersteller Kraemo, der Gastronomiebetrieb Big Boost Burger und das PACE-Automuseum in Dortmund.

Genau dieses Geschäft bekommt die Affäre nun zunehmend zu spüren.

Erste Partner ziehen Konsequenzen

Die erste klare geschäftliche Trennung kommt von Gönrgy. Die Energy-Drink-Marke, die Streamer MontanaBlack mitgegründet hat, beendet die Zusammenarbeit mit Kraemer.

«Aus gegebenem Anlass beenden wir die Zusammenarbeit mit Jean Pierre Kraemer», teilte das Unternehmen auf Instagram mit. Die Marke distanziere sich ausdrücklich von Gewalt gegen Frauen und von Gewalt generell. Kraemer war unter anderem als Werbegesicht für Gönrgy aufgetreten.

Auch die Streamingplattform Joyn zieht Konsequenzen. «PS Profis – Mehr Power aus dem Pott», jene Sendung, mit der Kraemer gemeinsam mit Sidney Hoffmann einem grossen Publikum bekannt wurde, ist dort nicht mehr abrufbar.

Gegenüber RTL bestätigte Joyn, die entsprechenden Programme «bis auf Weiteres» nicht mehr zu zeigen.

Auch Borussia Dortmund reagiert zumindest beim gemeinsamen Merchandise. Der BVB hatte mit JP Performance eine eigene Modekollektion angeboten. Diese ist inzwischen aus dem Fanshop verschwunden.

Der Verein bestätigte gegenüber FOCUS online, dass die gemeinsame BVB-JP-Kollektion nicht mehr zum Sortiment gehöre und deshalb auf der Webseite nicht mehr angeboten werde. Ob damit auch die gesamte Zusammenarbeit zwischen dem Fussballclub und Kraemer beendet ist, wurde bislang nicht bestätigt.

Auch Porsche hat einen früheren Beitrag mit Kraemer aus seinem Archiv entfernt. In dem Artikel «Eine lebende Legende unter Boxermotoren» war der Tuning-Star zu Wort gekommen und in einem Fahrzeug aus der Porsche-Sammlung zu sehen.

Damit reagieren innerhalb kurzer Zeit gleich mehrere bekannte Marken und Plattformen auf die Affäre.

Auch negative Äusserungen von Mitarbeitenden publik

Zusätzlich werden nun Vorwürfe über Kraemers Auftreten im beruflichen Umfeld laut. Eine ehemalige Audi-Pressesprecherin schilderte auf LinkedIn ihre Erfahrungen mit dem Tuning-Star.

Sie sei Kraemer ab 2017 im Rahmen ihrer Arbeit bei Audi mehrfach begegnet. Die Treffen bezeichnet sie rückblickend als «unfassbar unangenehm». Kraemer habe sie und Kollegen ihrer Darstellung nach «respekt- und würdelos» sowie von oben herab behandelt. Sie habe sich deshalb intern gegen eine weitere Zusammenarbeit ausgesprochen.

Dabei handelt es sich um die persönliche Darstellung der ehemaligen Audi-Mitarbeiterin.

Könnte sein Imperium zusammenbrechen?

Für Kraemer kommt damit innerhalb weniger Tage einiges zusammen. Aus einer privaten Affäre mit schweren Gewaltvorwürfen ist inzwischen auch ein geschäftliches Problem geworden.

Wie gross der Schaden für JP Performance tatsächlich wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Entscheidend dürfte sein, ob weitere Werbepartner, Unternehmen und Plattformen Konsequenzen ziehen.

Kraemer selbst hat angekündigt, sich vorerst zurückzuziehen. Er wolle Zeit bei seinem Vater verbringen und anschliessend eine Therapie beginnen. Gleichzeitig machte er gegenüber seinen Mitarbeitern deutlich, dass er alles daransetzen wolle, das Unternehmen weiterzuführen. Wer diesen Weg nicht mehr mitgehen wolle, dem wolle er eine faire Lösung anbieten.

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