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In diesem Kanton gibt es die meisten Kreisverkehre
Kaum eine Strasse kommt heute noch ohne Kreisel aus. Doch welcher Kanton ist der eigentliche Kreisel-Champion? Das grosse STREETLIFE-Ranking zeigt die überraschenden Unterschiede bei Anzahl und Dichte der Kreisverkehre.
Wer mit dem Auto durch die Schweiz unterwegs ist, kommt an ihnen kaum vorbei: Kreisverkehre gehören längst zum Alltag auf Schweizer Strassen. Doch in welchem Kanton stehen die meisten? Das grosse STREETLIFE-Ranking liefert die Antwort.
Bern ist der Kreiselkanton Nummer eins
Für die STREETLIFE-Auswertung wurden alle Deutschschweizer Kantone nach ihren absoluten Zahlen hinsichtlich ihres Kreiselverkehrs befragt.
Das Ergebnis zeigt: Der Kanton Bern ist der Kreiselkanton mit den meisten erfassten Kreisverkehren in der Deutschschweiz. Mit 425 Kreiseln liegt der Kanton deutlich vor der Konkurrenz und führt das Ranking mit grossem Vorsprung an. Dahinter folgen die Kantone Zürich und Aargau, die ebenfalls auf mehrere Hundert Kreisel kommen. Luzern und Solothurn komplettieren die Top fünf.
Im Mittelfeld liegen die Kantone Thurgau, Graubünden und St. Gallen. Auffällig ist auch Basel-Stadt: Trotz seiner kleinen Fläche verfügt der Stadtkanton über mehr Kreisverkehre als mehrere deutlich grössere Kantone. Schaffhausen, Nidwalden und Uri folgen mit zweistelligen Werten.
Am Ende der Rangliste stehen die kleineren Kantone. Appenzell Ausserrhoden, Zug, Appenzell Innerrhoden und Glarus verfügen lediglich über eine Handvoll Kreisverkehre.
Grosse Unterschiede in der Kreiseldichte
Ein anderes Bild zeigt sich hingegen bei der Kreiseldichte. Für diese Auswertung setzte STREETLIFE die Anzahl Kreisverkehre ins Verhältnis zur Länge der Kantons- und Gemeindestrassen. Daraus ergibt sich, nach wie vielen Strassenkilometern durchschnittlich ein Kreisel folgt.
Berücksichtigt man neben den Kantons- auch die Gemeindestrassen, verschiebt sich das Ranking deutlich. Den Spitzenplatz sichert sich Nidwalden mit einem Kreisel alle 10,7 Kilometer Strassennetz. Dahinter folgt Basel-Stadt, das trotz seines kleinen Kantonsgebiets auf eine hohe Kreiseldichte kommt. Den dritten Rang belegt Solothurn mit einem Kreisel pro 21,3 Kilometer.
Dass grosse Kantone in dieser Wertung zurückfallen, liegt vor allem an ihrem weit verzweigten Strassennetz. So landet Bern trotz seiner zahlreichen Verkehrsachsen lediglich auf Rang sechs. Auch Zürich schafft es nur ins hintere Mittelfeld und belegt Platz neun.
Im unteren Teil des Rankings finden sich vor allem Kantone mit einer geringen Kreiseldichte. Besonders weit auseinander liegen die Kreisverkehre in Zug, den beiden Appenzell sowie in Glarus. Schlusslicht bildet Baselland: Dort trifft man im Schnitt erst nach 453 Kilometern Strassennetz auf den nächsten Kreisel.
Sowohl der Kanton Freiburg als auch der Kanton Schwyz haben bis Redaktionsschluss keine Daten weitergeleitet.
Weitere Kreisel geplant
Die Zahl der Kreisverkehre dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen. Mehrere Kantone bestätigten auf Anfrage von STREETLIFE bereits konkrete Bauprojekte. So werden in den nächsten Jahren neun neue Kreisel im Kanton Aargau, drei im Kanton Schaffhausen, jeweils zwei in den Kantonen Uri und Basel-Stadt und jeweils ein neuer Kreisverkehr in den Kantonen Luzern und Appenzell Innerrhoden. Zudem prüft der Kanton Solothurn vier weitere Verkehrsknoten in ihrem Gebiet.
Wo und wann kommen Kreisel zum Einsatz?
Mit 425 Stück besitzt der Kanton Bern die grösste Anzahl an Kreiseln in der Deutschschweiz. Doch trotz der vielen Kreisverkehre setzt der Kanton nicht ausschliesslich auf die runden Verkehrsführungen. «Wir setzen vielmehr auf die richtige bauliche Lösung für jede verkehrliche Situation an einem konkreten Ort», heisst es auf Anfrage beim Tiefbauamt Bern.
Konkret: Für jeden Verkehrsknoten wird die verkehrlich und wirtschaftlich sinnvollste Lösung gesucht. «Je nach Situation kann dies ein Kreisel sein – muss es aber nicht.»
Kreisel kommen gemäss Tiefbauamt dort zum Einsatz, wo sie bezüglich Verkehrssicherheit, Verkehrsfluss und Verkehrsqualität den Alternativen, wie Lichtsignalen oder klassischen Knoten (rechts vor links) überlegen sind. «An anderen Standorten sind Lichtsignalanlagen oder klassische Knoten die geeignetere Lösung.»
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