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Glarner E-Busse machen auf Bergstrecke schlapp
Anfang des Jahres wurden die neuen Glarner Elektrobusse noch als Meilenstein für die Region abgefeiert. Heute häufen sich jedoch die Berichte über Pannen auf steilen Strecken.
Bei der feierlichen Einweihung wurde das Elektrobus-Projekt noch als Vorzeige-Beispiel für die Zukunft der Mobilität gefeiert – als Meilenstein für den öffentlichen Verkehr im Glarnerland. Umso ernüchternder nun die Wahrheit: Ausgerechnet die Strecke, für welche die beiden E-Busse des Autobetriebs Sernftal AG angeschafft wurden, macht den Fahrzeugen nun zu schaffen.
Wie die «Südostschweiz» berichtet, schaffen die neuen Busse nicht immer die Route von Schwanden nach Schwändi. Fahrgäste berichten, dass die Busse auf der steilen Strecke teilweise sogar den Geist aufgeben. «Einmal musste ich schon nach anderthalb Kilometern aussteigen, weil der Bus nicht mehr weiterfahren konnte», so ein Fahrgast. Die Ursache: Die 180 Höhenmeter zwischen Schwanden und Schwändi scheinen die Elektrobusse an ihre Grenzen zu bringen.
Betreiber und Hersteller suchen nach Lösungen
Sowohl dem Betreiber als auch dem deutschen Hersteller Tremonia ist das Problem der Elektrobusse bekannt. Laut Sernftal-Betriebsleiter Patrick Borter sei man gemeinsam auf der Suche nach einer Lösung. Die Vermutung für die technischen Probleme: Die Fahrzeuge könnten bei starker Belastung zu schnell überhitzen. In diesem Fall schaltet das System offenbar vorübergehend ab. Nach einer kurzen Abkühlphase könne die Fahrt jedoch fortgesetzt werden, so Borter gegenüber der «Südostschweiz».
Es sei zudem eine Frage der Last, der Kühlung und des Einsatzes. Moderne strombetriebene Fahrzeuge begrenzen bei hoher Dauerbelastung oft bewusst die Leistung. Dies geschieht, um die Batterie, den Motor und die Elektronik zu schützen. Bei Bussen, schweren Lasten und langen Steigungen kann dieser Schutzmechanismus schneller in Betrieb gehen.
Regierungsrat sprach von einem «absoluten Meilenstein»
Noch im Februar schwärmte der Verwaltungsrat des Autobetriebs Sernftal, Mathias Zopfi, gegenüber «Glarus 24» stolz: «Eine Einweihung in diesem Rahmen hat es beim Autobetrieb Sernftal noch nie gegeben.» Zopfi ergänzte zudem, dass die AS eine grosse Herausforderung angenommen hätte. Die Erfahrungen würden zeigen, wie es mit der Elektromobilität im öffentlichen Verkehr weitergehe.
Auch Regierungsrat Thomas Tschudi sprach damals von einem «absoluten Meilenstein» für das Glarnerland. Moderne Technik würde auf Umweltfreundlichkeit treffen.
Der Elektro-Kleinbus ist 8,5 Meter lang und verfügt über insgesamt 28 Sitz- und 12 Stehplätze sowie einen Rollstuhlplatz. Der Elektromotor wird mit einer Leistung von 140 kW angetrieben und soll unter optimalen Bedingungen eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern erreichen.
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