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Benda Napoleonbob 500 im Test

Dieser Bobber macht dich zum cruisenden Hingucker

Die chinesische Motorradmarke Benda erobert den Schweizer Töffmarkt. Mit dem Napoleonbob 500 bringt das Unternehmen einen Bobber auf die Strasse, der stark an amerikanische Klassiker erinnert. Der Clou: Preislich ist das chinesische Modell deutlich günstiger als die Konkurrenz. STREETLIFE hat den Napoleonbob getestet. Hält er, was er auf den ersten Blick verspricht?

Das Erscheinungsbild wirkt kraftvoll: breite Reifen, ein tiefer Sitz und eine langgezogene Tankform. Der Napoleonbob 500 kommt als Bobber mit starker Überzeugungskraft daher. Die Optik mit der schwarzen Lackierung und den goldenen Highlights am Motor, den Felgen und auf dem Tank machen den Napoleonbob zum Motorrad, das definitiv Lust auf mehr macht. Doch bevor wir uns für die STREETLIFE-Testfahrt in den Sattel schwingen, ein paar technische Eckdaten. 

Beste Voraussetzung für den ganz grossen Fahrspass

Beim Napoleonbob steckt unter dem Tank ein 475,6-ccm-V-Twin-Motor mit DOHC-Ventilsteuerung. Diese doppelte Nockenwelle sorgt dafür, dass das Einlass- wie auch das Auslassventil einzeln angesteuert werden – eine Ausgangslage, die während der Fahrt hohe Drehzahlen und eine optimale Motorleistung verspricht. Die Leistung wird mit 48 PS bei 9.000 U/Min angegeben, das maximale Drehmoment liegt bei 42 Nm bei 7.000 U/Min.

Der V2-Bobber verfügt zudem über eine breite 16-Zoll-Bereifung und einen Riemenantrieb. Die tiefe Sitzposition mit nur gerade 695 mm ist eine ideale Voraussetzung für eine entspannte Position auf dem Bike – vor allem für kleinere Fahrerinnen und Fahrer. Sie erreichen so bei einem Stopp mit beiden Füssen jederzeit den Boden, was von der ersten Fahrsekunde an für grosse Sicherheit sorgt.

Höchste Zeit, den Napoleonbob in der Stadt, auf der Autobahn und auf kurvigen Strassen auf Herz und Nieren zu prüfen. Also, Schlüssel ins Zündschloss, Startknopf an, Gang rein und los. Sofort fällt auf: Läuft das Bike erst einmal, dann verbindet sich der klassische Look mit modernen Features. Der LED-Scheinwerfer ist serienmässig, genauso wie das digitale Display. Überraschend ist der Auspuff-Sound: Markant tief und zugleich bollernd knattert er vor sich hin – so, wie man das bei einer 500-ccm-Maschine ab Werk definitiv nicht erwarten würde.

Stabiler Gleiter auf der Passstrasse

Nach wenigen Minuten macht die Fahrt mit dem Napoleonbob dann auch schon richtig Spass. Im unteren Drehzahlbereich arbeitet der Motor angenehm druckvoll, was ein zügiges Beschleunigen ermöglicht. Die 6-Gang-Schaltung lässt sich leicht und sauber durchschalten. Die verbaute Slipper-Kupplung sorgt hier zudem für viel Sicherheit. Sie verhindert bei einem zu harten Anbremsen vor einer Kurve und gleichzeitigem schnellen Herunterschalten, dass das Hinterrad ins Hüpfen gerät. Die Fahrt auf kurvenreichen Passstrassen wird dadurch zur durchgehend gediegenen Ausfahrt. 

Mit einem Radstand von 1.550 mm und einer Bodenfreiheit von 148 mm ist der Napoleonbob kein Renn-Guetzli. Wer sich für einen Bobber entscheidet, will ja aber auch gar nicht so tief in die Kurven liegen und die Passstrasse hinaufrotzen. Was viel wichtiger ist: Die Front-Upside-Down-Gabel bietet 100 Millimeter Federweg. Damit gleitet die Maschine auch auf leicht holprigen Strassen angenehm dahin. 

Lockere Hand im Stadtverkehr

Mit einer entspannten Fahrt darf man auch im Stadtverkehr rechnen. Die angenehme Sitzposition und die feine Kupplung machen das für Töfffahrer anstrengende Stop-and-go-Fahren deutlich erträglicher – die linke Hand an der Kupplung bleibt jederzeit locker.

Wichtig sind in dieser Situation natürlich auch die Bremsen, gerade dann, wenn sie abrupt zum Einsatz kommen. Der Napoleonbob verfügt über eine 320-mm-Bremsscheibe vorne mit ABS sowie eine 260-mm-Scheibe hinten, das ABS arbeitet unauffällig und verhindert Blockaden in kritischen Situationen. 

Für die Autobahn gibt der Hersteller einen Topspeed von 145 km/h an. Eine Geschwindigkeit, die man so in der Schweiz gar nicht ausfahren kann – und mit einem Bobber auch nicht will. Bei 120 km/h lässt sich das Bike aber angenehm manövrieren. Die breiten Reifen geben Stabilität und jedes Überholmanöver lässt sich flüssig und problemlos ausführen. Ein echtes Plus ist der 16-Liter-Tank. Gerade dann, wenn man eine längere Töfftour in Richtung Alpenpassstrassen plant – der nötige Tankstopp an gefühlt jeder Tankstelle bleibt so garantiert aus. 

Fazit: Grosse Emotionen für kleines Geld

Der Napoleonbob 500 ist definitiv keine Mogelpackung, vielmehr ein spannendes Überraschungsei. Das Bike hält, was es auf den ersten Blick verspricht – und liefert eben noch viel mehr dazu. Wer mit dem Bobber unterwegs ist, erntet garantiert interessierte Blicke der anderen Verkehrsteilnehmenden. Das hat zum einen mit dem wirklich tollen Sound der Maschine zu tun, zum anderen mit dem coolen Design. Das gibt es – wie beim Testbike – in Gold-Schwarz oder in einer weiteren Variante in Silber-Schwarz. 

Mit der Leistung von 35 kW eignet sich das Bike ideal für Junglenker und Motorrad-Einsteiger. Für den Führerschein der Kategorie A beschränkt darf maximal eine Maschine mit dieser Leistung gefahren werden. Und in dieser Kategorie gibt es nur wenige Bobber-Modelle zur Auswahl. Unschlagbar bleibt der Preis der Napoleonbob 500. Inklusive Mehrwertsteuer ist das Motorrad bereits ab 7799 Franken erhältlich. 

 

Technische Daten zur Napoleonbob 500

Motortyp: 2-Zylinder V-Motor, 8 Ventile, wassergekühlt
Leistung: 35 kW (48 PS) bei 9.000/min
Antriebsart: Riemen
Norm/Emissionen: Euro 5+, CO2: 106 g/km
Hubraum: 475,6 cc
Max. Drehmoment: 42 Nm bei 7.200/min
Verbrauch: 4.5 L/100 km
Leergewicht: 215 Kg
Tankinhalt: 16 L
Instrument: 3" LED Display
Sicherheit: ABS / TCS / Anti-Hopping-Kupplung
Anschlüsse: USB-A / USB-C

Motorrad-Hersteller

Bei Benda Moto handelt es sich um eine führende Marke auf dem chinesischen Markt. Die Firma wurde 2016 gegründet und zeichnet sich durch das Design ihrer Motorräder aus. 

Die Benda Motor Europe GmbH hat seit Oktober 2024 ihren Sitz im österreichischen Salzburg.

Seit Juni 2026 sind Benda-Motorräder auch in der Schweiz erhältlich. Die ganze Produktpalette gibt es hier

Testfahrerin

Silvana Guanziroli ist seit über 20 Jahren begeisterte Motorradfahrerin. Als geschäftsführende STREETLIFE-Chefredaktorin testet und schreibt sie über Motorräder und die Motorradszene in der Schweiz.

Leitspruch: «Der Sozius ist mir zu langweilig, ich gebe lieber selber Gas»

Was sie mag: «Lieber bequem statt schnell»

Was sie nicht mag: «Eine Tour im Regen»

 

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