Werbung
Diese Stars tauschten den roten Teppich gegen die Rennstrecke
Schauspieler, Sänger, Nachrichtensprecher – und plötzlich Rennfahrer: Diese sieben Prominenten wollten nicht nur schnelle Autos sammeln. Sie stiegen selbst ins Cockpit und bewiesen, dass ihre Motorsport-Leidenschaft weit mehr war oder ist als ein teures Hobby.
Berühmte Menschen und schnelle Autos? Das ist gehören seit jeher eine gute Kombination. Doch zwischen einer gut gefüllten Garage und echtem Rennsport liegen Welten. Wer auf der Strecke bestehen will, braucht mehr als Geld, Mut und einen bekannten Namen: Training, Disziplin und eine gewisse Bereitschaft, sein Ego im Kiesbett zu versenken, gehören ebenfalls dazu. Diese sieben Stars wagten den Seitenwechsel – aus unterschiedlichsten Gründen.
Andrew Ridgeley: Nach Wham! kam die Formel 3
Neben George Michael wirkte Andrew Ridgeley bei Wham! häufig wie der Nebendarsteller für gute Laune und auffällige Frisuren. Dabei hatte er Ambitionen, die mit Popmusik wenig zu tun hatten.Bereits 1985 trat Ridgeley in einer britischen Rennserie mit dem Renault 5 an. Später zog er nach Monaco und versuchte sich in der französischen und deutschen Formel 3. Das war kein Promi-Schaufahren, sondern ernsthafter Nachwuchs-Motorsport.
Der Erfolg blieb allerdings überschaubar. Ridgeley schied bei einem Grossteil seiner Rennen nach Unfällen aus, irgendwann versiegte auch das Geld der Sponsoren. Seine Karriere auf vier Rädern war damit deutlich kürzer als jene mit George Michael – aber immerhin lauter.
Paul Newman: Hollywoods echter Rennfahrer
Viele Schauspieler liebten schnelle Autos. Paul Newman ging erheblich weiter. Er gehört zu den wenigen Filmstars, die sich auf der Rennstrecke nicht nur Respekt verschafften, sondern echte Erfolge feierten. Dabei soll Newman anfangs alles andere als ein Naturtalent gewesen sein. Doch er trainierte hart, gewann mehrere nationale Titel in Rennserien des Sports Car Club of America und startete bei einigen der härtesten Langstreckenrennen der Welt.
Sein grösster Coup gelang ihm 1979 bei den 24 Stunden von Le Mans. Im Porsche 935 wurde Newman Zweiter im Gesamtklassement und gewann seine Klasse. Später fuhr er unter anderem Trans-Am-Rennen und die legendäre Baja 1000. 1995 wurde er zum damals ältesten Klassensieger der 24 Stunden von Daytona. Selbst mit über 80 Jahren sass er noch im Rennwagen. Bei Newman war Motorsport keine Promi-Phase, sondern tatsächlich so etwas wie eine zweite Karriere.
Walter Cronkite: Nachrichten aus der Boxengasse
Walter Cronkite galt als «vertrauenswürdigster Mann Amerikas». Jahrzehntelang erklärte der Nachrichtensprecher seinem Publikum die Welt. Weniger bekannt ist, dass er sich auch ausgesprochen gern mit hoher Geschwindigkeit durch Kurven bewegte. Cronkite startete mit seinem Volvo PV444 bei Rennen im Nordosten der USA und nahm an Langstreckenveranstaltungen teil. 1959 erreichte sein Team bei den zwölf Stunden von Sebring den fünften Platz in seiner Klasse.
Besonders bemerkenswert: Zwischen seinen Einsätzen am Steuer lieferte Cronkite Radioberichte direkt von der Rennstrecke. Irgendwann gewann der Journalismus den Kampf um seine Zeit. Der Motorsport blieb seine Leidenschaft – nur das Mikrofon verdrängte schliesslich das Lenkrad.
Shane Lynch: Der Boyband-Star, der lieber quer fuhr
Mit Boyzone verkaufte Shane Lynch Millionen von Platten. Im Motorsport entschied er sich später für eine Laufbahn, bei der saubere Linien ausdrücklich nicht immer erwünscht sind. Nach der vorläufigen Trennung der Band stieg Lynch zunächst in die britische GT-Meisterschaft ein. 2003 hätte er beinahe den Gesamtsieg geholt, kollidierte jedoch mit einem sich drehenden Fahrzeug.
Seine eigentliche Heimat fand Lynch anschliessend im Driftsport. Dort geht es darum, ein Auto kontrolliert quer durch die Kurve zu bewegen – möglichst spektakulär, möglichst präzise und möglichst ohne es vollständig zu zerstören. Letzteres gelang nicht immer. 2008 schrotteten Lynch und sein Teamkollege bei einem Wettbewerb in Silverstone ihre Nissan Skylines. Aufhalten liess er sich davon nicht. Lynch etablierte sich über Jahre als ernst zu nehmender Drifter und wurde in der Szene irgendwann eher als Rennfahrer denn als ehemaliger Boyband-Sänger wahrgenommen.
Frankie Muniz: Von «Malcolm mittendrin» ins Renncockpit
Als hochbegabter Malcolm wurde Frankie Muniz zum Kinderstar. Nach dem Ende der Serie suchte er sich allerdings keine bequeme Hollywood-Nebenbeschäftigung, sondern eine denkbar anspruchsvolle zweite Karriere: Er wollte Rennfahrer werden.
Seinen ersten grossen Auftritt im Motorsport hatte Muniz 2001 als Fahrer des Pace Cars beim Daytona 500. Später trat er beim Toyota Pro/Celebrity Race in Long Beach an und liess dort einen Grossteil der prominenten Konkurrenz hinter sich.
Damit war der Ehrgeiz endgültig geweckt. 2006 startete Muniz in der Formel BMW USA, danach wechselte er in die Champ Car Atlantic Series. Dort fuhr er keineswegs nur als prominenter Pausenfüller mit. In seiner letzten Saison landete er regelmässig unter den besten zehn. Malcolm konnte also tatsächlich mehr als nur komplizierte Familienprobleme lösen.
Johnny Hallyday: Mit 59 Jahren zur Rallye Dakar
Johnny Hallyday war Frankreichs Antwort auf Elvis Presley. Kurz vor seinem 60. Geburtstag beschloss der Sänger, dass ausverkaufte Stadien offenbar nicht genug Nervenkitzel boten. Also meldete er sich ohne nennenswerte Rallye-Erfahrung für die Dakar an.
Für die Ausgabe 2002 setzte man ihm immerhin den dreifachen Dakar-Sieger René Metge als erfahrenen Beifahrer zur Seite. Gemeinsam kämpften sie sich durch Wüste, Staub und Materialschlachten und erreichten am Ende Platz 49.
Seinen berühmtesten Dakar-Moment lieferte Hallyday allerdings neben der Strecke. Nach einer Verspätung erklärte er im Fernsehen sinngemäss: Hätte er nicht eine Stunde und 15 Minuten verloren, wäre er eine Stunde und 15 Minuten früher angekommen. Mathematisch unangreifbar.
Patrick Dempsey: «McDreamy» mit Benzin im Blut
Als attraktiver Neurochirurg Derek Shepherd wurde Patrick Dempsey in «Grey’s Anatomy» zum Serienliebling. Seine zweite grosse Rolle spielte sich jedoch nicht im Fernsehspital ab, sondern auf den Rennstrecken dieser Welt.
Dempsey startete bei den 24 Stunden von Le Mans, in der Langstrecken-Weltmeisterschaft, in amerikanischen Sportwagenserien und sogar bei der Baja 1000. Insgesamt sammelte er mehrere Podestplätze.
2015 erreichte er bei Le Mans den zweiten Platz in der GTE-Am-Klasse. Damit war endgültig klar: Dempsey sass nicht wegen seines berühmten Namens im Auto. Er konnte tatsächlich fahren.
Neben seinen eigenen Einsätzen engagierte er sich auch als Mitbetreiber von Rennteams. Aus dem Schauspieler mit Motorsport-Hobby wurde ein fester Bestandteil der Rennszene.

Hast du etwas beobachtet?
Werbung








