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Motorsport •
Nachhaltiger Rennsport

Die Formel 1 und der Klimaschutz

Die Formel 1 ist die Königsklasse des Motorsports. Als grosser Fan verpasst STREETLIFE-Autor Pentti Aellig kein Rennen. In seiner neuen Kolumne legt er jetzt dar, weshalb die Rennserie keineswegs ein unvernünftiges Spektakel ist, sondern für klimabewusste Nachhaltigkeit steht.

Denkt man an die Formel 1, der Königsdisziplin des Motorsports, kommt einem Umweltschutz nicht gleich in den Sinn. Der globale Wettkampf der 11 Formel-1-Teams, welche mit je zwei Autos an jährlich 24 geplanten Rennen starten, empfinden viele Menschen als unvernünftiges, klimaschädliches Spektakel. Ein Formel-1-Rennwagen leistet über 1'000 PS. Erfolgreiche Teams wie Mercedes oder Ferrari beschäftigen bis zu 1'000 Mitarbeiter. Rund 100 Teammitarbeiter, vorwiegend Mechaniker und Renningenieure, begleiten die beiden Piloten und Autos an die Rennen. Nicht weniger als neun Mal wechselt der gesamte Tross innerhalb einer Rennsaison die Kontinente. Ist der Formel-1-Zirkus ein klimaschädlicher Irrsinn?

Russels Drama

Wie schmal der Grat zwischen nachhaltiger Pioniertechnologie und Umweltbelastung sein kann, zeigte sich beim Batteriebrand des Mercedes-Fahrers George Russell in Montreal. Am 5. Juni berichtete das Motorsport-Magazin.com, dass keine Fluggesellschaft Russells defekte Hochleistungsbatterie zurück nach England fliegen wollte – zu riskant wäre die Fracht gewesen. Nun hat das Herzstück von Russells Mercedes die Heimreise nach Europa in einer Salzwasserlösung-Sicherheitsbox auf einem Frachtschiff angetreten. Das Drama um Russells Batterie zeigt, wie im innovativen Wettkampf um die beste Technologie die Formel-1-Teams auch riskante Technologien anwenden.

100-prozentig nachhaltig

Trotz monstermässiger Logistik, trotz innovativer Technologie und Batteriebrand: Die Umweltbilanz der Formel-1 muss aus der Gesamtperspektive betrachtet werden. Und erstaunlicherweise sorgen in der Königsklasse des Motorsport zwei wichtige Aspekte für eine positive Klimabilanz. Erstens fördert das technische Reglement seit Jahren eine konsequente CO2-Reduktion. Die aktuellen Motoren bestehen aus einem sparsamen 1,6 Liter-Sechszylindermotor, welcher mit 100-prozentig nachhaltigem Kraftstoff angetrieben wird. Zusätzlich verdoppelt ein Hybridsystem die Gesamtleistung durch Energierückgewinnung beim Bremsen. Von dieser innovativen Motorentechnologie profitiert die gesamte Autoindustrie. Immer mehr Leistung und erst noch CO2-neutral – da müssten selbst grüne Klimapolitiker applaudieren.

Global relevanter Klimaschutz

Der zweite, wichtige Umweltaspekt ist die globale Bindung der Formel-1-Fans zuhause vor dem Fernseher. Gemäss Zahlen der Formula One Group, welche die kommerziellen Rechte an der FIA-Formel-1-Weltmeisterschaft besitzt, werden die Rennen pro Saison weltweit von rund 1,6 Milliarden kumulierte Fernseh- und Streaming-Zuschauern verfolgt. Die Anzahl Fans, welche die 24 Rennen besuchen, liegt bei rund 6,7 Millionen. Somit fliegen oder fahren nur 0,42 Prozent der Zuschauer zu den Rennen. Der Rest der autobegeisterten Fans schaut sich die Trainings, die Qualifyings und die Rennen gemütlich von zu Hause aus an und lässt die eigenen Fahrzeuge für manche Stunden in der Garage stehen. Klar haben längst nicht alle der verbleibenden 1,593 Milliarden Formel-1-Fans eigene Autos. Trotzdem dürfte der während den TV-Übertragungen eingesparte CO2-Ausstoss global relevant sein.

Fazit

Als Schrittmacher neuer, nachhaltiger Technologien sind die Formel-1-Teams für die zunehmend klimabewusste Autoindustrie innovative Vorbilder. Und keiner anderen Sportart gelingt es, dass fast 1,6 Milliarden Autofans an 24 Wochenenden nicht hinter dem Steuer sitzen, sondern CO2-schonend vor dem TV-Gerät.

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