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Total verrückt! •
Hupe, Spinne oder Kleber

Das sind die sechs kuriosesten Rückrufe der Autobranche

Rückrufe sind in der Autobranche nicht gern gesehen. Denn grundsätzlich bedeuten sie, das betroffene Auto ist nicht sicher. Aber es kommt immer wieder auch zu Rückrufen, die einen ekeln oder schmunzeln lassen. STREETLIFE hat hier die irrsten Rückrufe für dich zusammengetragen.

Fehler können passieren, sofern man dazu steht und sie dann auch korrigiert. In der Automobilbranche geschieht das durch einen Rückruf. Ein Hersteller oder eine Behörde erkennen einen Mangel. Sie rufen die betroffenen Fahrzeuge in die Werkstatt zurück, um den Mangel zu beheben, damit die Autos wieder sicher sind. Dazu werden die Eigentümer im Normalfall brieflich kontaktiert.

In der Schweiz kümmert sich das eidgenössische Büro für Konsumentenfragen BFK um Rückrufe und veröffentlicht diese auf seiner Webseite. Aktuell finden sich dort keine Auto-Rückrufe. Für Schweizerinnen und Schweizer empfiehlt sich hier immer auch ein Blick über die Grenze. Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt KBA führt eine umfassende Datenbank zu Auto-Rückrufen mit über 7500 Einträgen. Sie enthalten auch Hinweise darauf, wie viele Fahrzeuge in Deutschland und weltweit von dem Rückruf betroffen sind. Dieses Jahr sind es bereits 206 Rückrufe quer durch alle Hersteller und Preisklassen. Das geht von Software-Problemen, die mittels Update gelöst werden können, über Teile im Innenraum bis hin zu Brandgefahr oder dem Verlust von Rädern.

Entsprechend lösen die meisten Rückrufe Bestürzung aus. Doch kürzlich liess uns ein Rückruf von Peugeot schmunzeln. Die Hupe sei zu leise und könnte in einer echten Gefahrensituation überhört werden. Es ist nicht der einzige kuriose Fehler, weswegen Autos zurück in die Werkstatt müssen. STREETLIFE hat die kuriosesten Rückrufe zusammengetragen.

Ekelalarm

In den USA löste ein Rückruf von Mazda bei zahlreichen Frauen sowie einigen Männern einen Schauer aus. Der Grund: Im Fahrzeug nistete sich die Dornfinger-Spinne ein. Sie sucht sich die Tankentlüftung der Mittelklasse-Limousine Mazda 6 aus, um ihre Netze zu spinnen.  Das kann die Ventile verstopfen, wodurch der Tank Risse bekommt und ihn im schlimmsten Fall zum Bersten bringt.

Ein Rätsel bleibt, wieso sich die Spinne ausgerechnet in der Tankentlüftung einnisten will. Sie mag zwar den Geruch von Kohlenwasserstoffen, wozu auch Benzin gehört, aber in anderen Fahrzeugen wurde sie bisher nicht gefunden. Und obwohl es die Dornfinger-Spinne auch in Europa gibt, mussten hier deswegen keine Mazda 6 zurückgerufen werden. Denn die Tankentlüftung ist anders konstruiert – ohne für Spinnen betörende Düfte freizusetzen.

Der heisse Stuhl

Viel Autofahrende schätzen im Winter die Sitzheizung. Doch Jeep übertrieb es im Cherokee der Jahre 2002 und 2003. Ein Fehler in der Temperaturregelung sorgte dafür, dass den vorderen Insassen nicht wohl warm wurde, sondern dass sie auf den Ledersitzen regelrecht gekocht wurden. Im schlimmsten Fall konnte die Sitzheizung sogar einen Brand auslösen.

Als wäre das nicht schon genug schlechte Publicity für die Sitzheizung, gab es gleichzeitig eine Studie, welche die Männer besorgte. So sollen die hohen Temperaturen in der Nähe des Unterleibs die Spermienqualität.

Angeknackster Stolz

Rost ist ein wiederkehrendes Thema in der Autobranche. Die Karosserie is tagtäglich der Witterung ausgesetzt. Mercedes hatte in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren massive Probleme. Das kann gefährlich sein, wenn tragende Teile rosten. So gravierend war das Rostproblem bei Bentley nicht, dafür aber umso peinlicher. Denn auf dem Flaggschiff Arnage sowie den Coupé- und Cabriovarianten Brooklands und Azure korrodierte die prominente Kühlerfigur «Flying B» (dt. fliegendes B).

Wegen des Fussgängerschutzes musste dies im Jahr 2010 behoben werden. Denn wegen des Rosts funktionierte der Einklapp-Mechanismus nicht mehr. Dieser ist jedoch dafür verantwortlich, dass die Kühlerfigur im Falle eines Unfalls verschwindet, und dadurch nicht noch zusätzliche Verletzung entstehen.

Zu leise

Eigentlich sind Autos ja eher zu laut, weshalb Sportwagen akustisch immer mehr kastriert werden. Doch bei Peugeots Kleinwagen 208 ist es aktuell gerade umgekehrt. Die Hupe ist zu leise. Es gibt eine gesetzliche Mindestlautstärke, die rund 600'000 Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum 2019 bis 2022 nicht einhalten. Das ist ein Sicherheitsproblem, weil die Behörden befürchten, die Hupe könnte in kritischen Situationen nicht gehört werden. 

Peugeot ist nicht allein. Auch Tesla ruft Model S und Model X der Baujahre 2021 bis 2025 zurück. Hier funktioniert die Hupe wegen eines Produktionsfehlers gar nicht.

Rechts-Links-Schwäche

Der Umbau eines links- in ein rechts-gelenktes Auto ist nicht immer ganz einfach. Das musste 2011 auch Citroën bei mehreren Modellen feststellen. Beim Wechsel der Lenkradeinheit und der Pedalerie patzte der Autobauer und verschloss den Fussraum auf der neuen Beifahrerseite für England nicht richtig. Die Mechanik blieb links und nur ein dünner Filz schützte sie vor den Füssen des Beifahrers. Traf dieser die richtige Stelle, konnte er die Bremse auslösen. Also mussten 20'000 englische Citroën zurück in die Werkstatt.

Bei Honda montierten die Fliessbandarbeiter 2013 beim Van Odyssey die Modellbezeichnung auf der linken statt der rechten Seite der Heckklappe. Was sich nach einer Lappalie anhört, veranlasste Honda trotzdem zu einem Rückruf von mehreren hundert Fahrzeugen. Der Grund: Den Wiederverkaufswert der Modelle erhalten. Denn eine falsch angebrachte Modellbezeichnung könnten Occasionskunden als Zeichen für eine wenig sorgfältige Reparatur nach einem Unfall deuten.

Völlig losgelöst

Amerika ist voller Warnhinweise, damit Anwälte keine Schadenersatzklagen in Millionenhöhe starten können. Deshalb finden sich bei vielen US-Autos unschöne Aufkleber auf der Sonnenblende der Beifahrerseite, die über die richtige Nutzung des Airbags informieren. Leider hatte Toyota 2010 im Corolla einen schlechten Kleber für diesen Warnhinweis gewählt und er konnte sich von selbst lösen. Auf Anraten der nationalen Verkehrssicherheitsbehörde rief Toyota die Modelle in die Werkstatt, um die Sonnenblende zu ersetzen. Wer sich den Weg sparen wollte, durfte den Kleber auch selbst entfernen.

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