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Das sind die sechs engsten Parkhäuser der Schweiz
Wer heutzutage mit dem Auto in Schweizer Städten unterwegs ist, kommt nicht drumherum, seinen Wagen in einem Parkhaus abzustellen, doch viele sind eng und überteuert. STREETLIFE hat die unbeliebtesten Parkhäuser getestet.
Schweizweit gibt es zwischen 1000 und 1500 Parkhäuser. Einige sind modern ausgebaut, übersichtlich und auch für grössere Autos angenehm nutzbar. Andere stammen spürbar aus einer Zeit, in der Fahrzeuge schmaler waren – und Parkieren noch weniger Nerven kostete.
STREETLIFE hat sechs Parkhäuser in sechs Schweizer Städten unter die Lupe genommen. Bewertet wurden unter anderem die Breite der Parkfelder, die Lage, die Einfahrt, der Ausbau und das allgemeine Parkgefühl. Das Ranking ist aufsteigend nach der Breite der Parkfelder sortiert.
Platz 6: Parkhaus Casino Baden
Das Parkhaus Casino in Baden AG liegt zentral, nur wenige Minuten vom Bahnhof und der Einkaufsmeile im Stadtzentrum entfernt. Auf 206 schräg angeordneten Seitenparkfeldern finden hier Autos Platz.
Die Zufahrt ist gut signalisiert, die Einfahrt selbst jedoch knapp bemessen. Wer mit einem grösseren Fahrzeug unterwegs ist, muss bereits beim Hineinfahren sauber zielen. Im Innern präsentiert sich das Parkhaus dagegen übersichtlich. Um 11 Uhr standen genügend freie Plätze zur Verfügung.
Positiv fällt die Breite der Parkfelder auf: Mit 2,42 Metern bieten sie überdurchschnittlich viel Raum. Auch das Aussteigen neben einem silbernen Kombi gelang problemlos. Zusätzlichen Schutz bieten gepolsterte Säulen auf Autohöhe, die Lackschäden verhindern sollen. Dass diese Massnahme nötig ist, zeigen die dunklen Schrammen auf den Polstern: Ganz ohne Berührungspunkte kommt offenbar auch dieses Parkhaus nicht aus.
Platz 5: Parkhaus Westside Bern
Das Parkhaus Westside Bern gehört zum gleichnamigen Shoppingcenter im Berner Stadtteil Bümpliz-Oberbottigen. Mit 1275 Kundenparkplätzen ist es das grösste Parkhaus im Vergleich.
Der erste Eindruck ist solide: Die Zufahrt ist gut beschildert, die Einfahrt problemlos zu finden und breit genug für jede Autogrösse. Auch die Parkplatzsuche verläuft unkompliziert. An einem Dienstag um 16 Uhr standen zahlreiche freie Abstellplätze zur Verfügung.
Bei den Dimensionen schneidet das Westside ebenfalls stark ab. Die Parkfelder sind 2,34 Meter breit, die Durchfahrtshöhe beträgt 280 Zentimeter. Damit bleibt auch dann genügend Spielraum, wenn nebenan ein SUV oder Minivan steht. Ganz spurlos geht der Alltag aber auch hier nicht vorbei: Zahlreiche dunkle Schrammen an den Parkplatzsäulen zeigen, dass selbst grosszügigere Verhältnisse nicht vor jeder Fehleinschätzung am Steuer schützen.
Platz 4: Parkhaus Pfingstweid Zürich
Das Parkhaus Pfingstweid liegt an prominenter Lage im Zürcher Kreis 5, direkt beim Prime Tower und dem Schiffbau. Insgesamt stehen 280 Parkplätze zur Verfügung, verteilt auf 12 Stockwerken.
Schon die Einfahrt wirkt nicht ganz reibungslos: Der Ticketautomat steht ungewöhnlich weit von der Schranke entfernt. Danach setzt sich der etwas mühsame Eindruck fort. Freie Plätze waren nicht sofort zu finden; erst im fünften Stock wurde ein Parkfeld frei.
Mit 2,26 Metern Breite gehört das Pfingstweid zu den engeren Parkhäusern im Vergleich. Neben einem Ford-Kombi blieb nur wenig Spielraum, die Fahrertür liess sich entsprechend schwer öffnen. Die Schrammen an den Betonsäulen sprechen dieselbe Sprache: Hier wird Parkieren schnell zur Millimeterarbeit.
Platz 3: Parkhaus Kesselturm Luzern
Das 56 jährige Stadt-Parkhaus befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Reuss und zum Vögeligärtli und ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Luzerner Altstadt zu erkunden. Gesamthaft können 350 Autos für drei Franken pro Stunde darin verweilen, was für ein Parkhaus sehr teuer ist.
Obwohl das Parkhaus gut beschildert ist, führt die Anfahrt nicht ganz ohne Umweg ans Ziel: Eine Nebenstrasse endet in einer Begegnungszone – und das Vertrauen ins Navi bekommt kurzzeitig Risse. Am Gebäude selbst wird schnell klar, dass hier keine Grosszügigkeit wartet. Die Einfahrt ist schmal, im Innern setzen sich die engen Verhältnisse fort: schmale Fahrwege, knappe Rampen in die oberen Stockwerke und Parkfelder, die wenig Fehlertoleranz erlauben.
Zweimal mussten Parkplätze ausgelassen werden, weil selbst ein Kleinwagen nicht vernünftig hineinpasste – einmal stand ein SUV daneben, einmal eine Parksäule im Weg. Erst im sechsten Stock fand sich ein geeigneter Platz. Doch auch dort war Geduld gefragt: Fünf Minuten und vier Korrekturmanöver später stand das Auto ohne Kratzer im 2,13 Meter breiten Parkfeld.
Überraschend gepflegt wirkt dagegen der Zustand des Gebäudes. Die weissen Wände sind sauber und unbeschädigt, fast wie frisch gestrichen. Weniger komfortabel ist die Höhe: Mit 2,05 Metern bleibt nach oben wenig Reserve. Für grössere SUV dürfte das Parkhaus Kesselturm damit schnell zur Nervenprobe werden.
Platz 2: Parkhaus Oberer Graben St. Gallen
Das Parkhaus Oberer Graben liegt im Stadtzentrum von St. Gallen. An der Strasse ist es zwar gut beschildert, die Einfahrt selbst versteckt sich jedoch hinter einer Wand und Büschen. Schon um 15.15 Uhr zeigt sich dort, was im Innern zum Grundproblem wird: Es ist eng. Selbst mit einem Kleinwagen bleibt wenig Spielraum.
Ein freier Platz fand sich erst im zweiten Untergeschoss – direkt neben einer Wand und einer Limousine von Citroën. Bei gerade einmal 2,12 Metern Parkfeldbreite wird das Aussteigen zur Präzisionsübung. Zu viel Druck auf die Fahrertür, und der Lack des Nachbarn wäre gefährdet. Stünde daneben ein SUV, bliebe wohl nur der Ausstieg durch den Kofferraum – oder die Suche nach einem anderen Platz.
Auch die Ausfahrt verlangt volle Konzentration. Die Fahrwege sind schmal und kurvig, kleine Fehler können hier schnell teuer werden. Die in Schaumstoff eingepackten Parkhaussäulen wirken deshalb weniger wie Vorsichtsmassnahme als wie Erfahrungsbericht: Hier dürfte es schon öfter geknirscht haben.
Platz 1: Parkhaus Anfos Basel-Stadt
Unweit des Aeschenplatzes in Basel liegt das Parkhaus Anfos, das zunächst besser wirkt, als es im Test abschneidet: Die Einfahrt ist breit, die Durchfahrtshöhe grosszügig, auch die ersten Meter im Innern geben noch keinen Anlass zur Sorge. Der Eindruck hält allerdings nicht lange.
Bei der Suche nach einem freien Platz zeigt sich schnell das eigentliche Problem. Mit lediglich 1,80 Metern Breite verfügt das Parkhaus Anfos über die mit Abstand schmalsten Parkfelder im gesamten Test. Selbst mit einem Kleinwagen wird das Einparkieren zur Geduldsprobe.
Erschwerend kommt hinzu, dass zahlreiche Parkplätze direkt neben Wänden oder Betonsäulen liegen. Teilweise standen Fahrzeuge deutlich ausserhalb der Markierungen – vermutlich nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil korrektes Parkieren unter diesen Platzverhältnissen kaum möglich ist. Stehen links und rechts bereits Autos, wird das Aussteigen praktisch unmöglich. In manchen Fällen bleibt nur noch die wenig elegante Variante: sich seitlich irgendwie aus dem Fahrzeug zu zwängen.
Umso erstaunlicher war ein anderer Eindruck. Während wir in vielen anderen Parkhäusern zahlreiche Kratzer, Dellen und schwarze Schleifspuren an Wänden und Säulen entdeckten, präsentierte sich das Parkhaus Alfons vergleichsweise unversehrt. Trotz der extrem engen Platzverhältnisse fanden sich nur wenige sichtbare Spuren von Parkremplern oder Blechschäden.
Damit sichert sich das Parkhaus Anfos den unrühmlichen Titel des engsten Parkhauses in unserem STREETLIFE-Ranking. Die grosszügige Einfahrt macht zunächst Hoffnung, spätestens beim Versuch auszusteigen wird jedoch klar, weshalb dieses Parkhaus bei vielen Automobilisten wohl kaum zu den Favoriten zählt.
Normen von Schweizer Parkplätzen
In der Schweiz gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, wie gross ein Parkplatz sein muss. Dennoch hat der Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute VSS Normen erlassen, welche die Mindestgrösse von Parkplätzen vorgeben. Diese Mindestgrösse ist aber davon abhängig, wie die Parkflächen angeordnet sind und wie breit die Strasse oder die Fahrgasse entlang der Parkplätze ist. Das bedeutet: Je breiter die Fahrgasse, desto schmaler dürfen die Parkflächen sein.
Hierbei wird aber auch zwischen privaten und öffentlichen Parkplätzen unterschieden. Während Parkplätze in Wohn- und Geschäftsliegenschaften mindestens 2,35 Meter breit sein sollten, beträgt die vorgegebene Mindestbreite etwa in einem öffentlichen Parkhaus 2,50 Meter.
Wie so oft gibt es aber Unterschiede zwischen den Städten. Während In der Stadt Zürich die Einhaltung von VSS-Normen verlangt wird, gelten sie in Basel-Stadt und Bern nur als Empfehlung. Die aktuellen Normen wurden 2006 eingeführt. Sie sind somit nur anwendbar für Bauten, die danach entstanden sind. Besitzer von älteren Liegenschaften müssen die Parkflächen nicht anpassen.
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