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Exklusive Bilder: Das passiert jetzt in der Walensee-Raststätte
Seit über 20 Jahren zerfällt die Raststätte Walensee an der A3. Nun will Rudolf Hilti den Lost Place mit Kunst, Musik und Events neu beleben. Die Gemeinde begrüsst die Idee.
Seit über 20 Jahren ist der Rastplatz Walensee an der A3 in Obstalden GL geschlossen. Der aktuelle Besitzer Heinz Peter Moravcik (85) hatte viele Pläne, doch alle scheiterten. 2021 gab er auf – seither zerfällt das Gebäude und wird immer wieder zum Schauplatz für Lost-Place-Fans und Vandalen.
Für viele Leute war der «Schandfleck» der Region zuletzt kaum mehr erträglich. STREETLIFE berichtete erst kürzlich über Anwohnende aus Obstalden GL, die forderten, dass mit dem baufälligen Gebäude endlich etwas passieren müsse. Vom Abriss bis hin zur neuen Nutzung: der Wunsch nach Veränderung war deutlich spürbar.
Tatsächlich wurde ihr Anliegen erhört: Der Liechtensteiner Rudolf Hilti will dem verlassenen Ort neues Leben einhauchen: Von einem autofreien Begegnungs- und Kulturort mit Café, Veranstaltungen und sogar Shuttle-Boot-Anbindung war die Rede (STREETLIFE berichtete). Exklusive Bilder aus dem Innern der ehemaligen Raststätte zeigen: Tot ist der Ort schon jetzt nicht mehr. Erste Treffen mit Künstlern und Kreativen fanden bereits statt.
Keine Autos, kein Problem
Doch Hilti will aus der Geister-Raststätte keinen klassischen Eventtempel machen, sondern eine Art kreatives Kulturhaus, das Schritt für Schritt entsteht. «Der Ort soll sich stetig weiterentwickeln und nie ganz fertig sein», erklärt Hilti seine Vision gegenüber STREETLIFE. Auch die fehlende Zufahrt für Autos ist für den Liechtensteiner kein Problem – im Gegenteil: «Das gehört zu ihrem Charakter. Die Anreise soll ab jetzt bewusst Teil des Erlebnisses werden.» Langfristig denkt Hilti an eine Erschliessung über den See – ähnlich wie in Quinten. Mit der Stiftung Quinten lebt stehe man bereits in Austausch. Auch führt ein Veloweg am Gebäude vorbei.
«Wir finden einen Weg»
Doch wenn der aktuelle Besitzer mit all seinen Plänen scheiterte, warum sollte es dann dieses Mal klappen?
Aktuell räumt Hilti die Raststätte mit einem eigenen Team auf. «Derzeit nehmen wir die Fenster raus und flicken das Dach», so Hilti. Eine Sprecherin der Gemeinde Glarus Nord bestätigt: «Bei den aktuell laufenden Arbeiten handelt es sich ausschliesslich um Aufräumarbeiten, nicht um Sanierungsarbeiten.»
Für spätere bauliche Schritte soll laut Hilti ein ordentliches Verfahren folgen: «Eine Baubewilligung werden wir zu einem späteren Zeitpunkt einreichen.» Noch wartet Hilti auf Abklärungen zu Denkmalschutz und Statik. Parallel dazu arbeitet er mit seinem Umfeld an einem Nutzungskonzept. «Wir finden einen Weg – so lautet das Motto.»
Die Gemeinde Glarus Nord begrüsst die Absicht, «diesen einmaligen Ort wieder zu beleben.» Welche Bewilligungen notwendig wären, kann sie aktuell jedoch nicht beurteilen: «Dies hängt massgeblich vom konkreten Nutzungskonzept ab und erfordert vorgängig vertiefte planungsrechtliche, denkmalpflegerische und baurechtliche Abklärungen», so Stüssi und bestätigt die Erarbeitung eines Konzepts.
Musikvideo im Chaos-Look
Bis ein Umbau oder eine Renovierung stattfindet, könnte es also noch etwas dauern. Hilti ist’s recht: «Für das Musikvideo, das im Juli im Gebäude gedreht wird, brauchen wir das Chaos. Da musste ich meine Leute sogar bremsen bei den Aufräumarbeiten.»
Auch bei einem geplanten DJ-Anlass wolle man zwar gewisse Dinge entfernen, der Ort solle aber nicht perfekt aussehen. «Es sind jetzt schon inspirierende Räume.
Kunst im Kunstobjekt
Einen grossen Unterschied zu den früheren Plänen mit der Raststätte gibt es jedoch: Hilti will das Gebäude nicht mehr kommerziell nutzen. «Für mich ist es eher eine Art Kunstwerk oder ein Museum, denn wir wollen darin künftig auch Sammlungen von namhaften Künstlerinnen und Künstlern mit Schwerunkt Fotografie ausstellen.» Der Ort soll langfristig über eine Stiftung getragen werden und sich lediglich selbst erhalten.
Das Gebäude gehört weiterhin einer Gesellschaft von Moravcik, während Rudolf Hilti als Vertreter der Geschäftsführung agiert. Die Übernahme ist vereinbart, aber noch nicht vollzogen, so Hilti. Moravcik selbst stehe hinter den Plänen: Der 85-Jährige sei begeistert und lebe durch die neue Perspektive für seine Raststätte richtig auf.
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