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Total verrückt! •
Wenden unmöglich

Auf diesen Schweizer Strassen zählt jeder Zentimeter

In der Schweiz gibt es Strassen und Gassen, bei denen selbst routinierte Autofahrende zittern müssen. Manche Wege sind kaum zwei Meter breit, andere bestehen aus engen Kurven am Abgrund. Eine Fahrt durch die schmalsten Ecken der Schweiz.

Nicht jede Strasse wurde für moderne Autos gebaut. In der Schweiz führen manche Verkehrswege durch historische Altstadtgassen, enge Felswände oder über spektakuläre Bergpässe, wo selbst für einen normalen SUV kaum Platz bleibt. Autofahrende, die hier unterwegs sind, brauchen ein gutes Auge für die Strasse und manchmal auch Nerven und etwas Geduld. 

Derborence: Millimeterarbeit am Fels 

Die Zufahrt nach Derborence im Wallis gehört zu den spektakulärsten Strassen der Schweiz. Die 14 Kilometer lange Zufahrt ins abgelegene Tal führt über eine schmale, kurvenreiche Bergstrasse entlang der Schluchten der Lizerne, mit zahlreichen Tunneln und Galerien. Hier ist das Ausweichen kaum möglich.  

Damit das Postauto passieren kann, muss der Chauffeur sogar die Ampeln am Eingang der Galerien ferngesteuert auslösen, sodass der Gegenverkehr angehalten wird. Für die Fahrer bedeutet das höchste Konzentration. Wie knapp es tatsächlich wird, zeigt sich an der engsten Stelle: Hier beträgt der Abstand zwischen dem Postauto und einer Felswand gerade einmal fünf Zentimeter. Dazu führt die Strecke noch über die sogenannte «Ceinture blanche» – unterhalb der Fahrbahn fällt das Gelände rund 440 Meter senkrecht ab.  

Auch die Natur macht die Fahrt anspruchsvoll. Wegen der Gefahr von Steinschlag schliesst der Chauffeur an den kritischen Passagen die Dachfenster und schaltet die Klimaanlage aus. So werden störende Geräusche reduziert und gleichzeitig das Risiko durch herabfallende Steine minimiert. Die besonders anspruchsvolle Passage dauert rund zehn Minuten. Nur zehn PostAuto-Chauffeure übernehmen diese spezielle Aufgabe. Die Linie verkehrt zudem nur während der wärmeren Monate, denn die Strasse nach Derborence ist von Anfang November bis Ende April geschlossen. 

Betlis: Zwei Meter sind das Maximum 

Am Walensee wird die Fahrt nach Betlis zur Geduldsprobe. Die rund drei Kilometer lange Betliserstrasse führt entlang der Felswände und des Walenseeufers. Besonders zwischen Siten und Betlis wird es eng: Auf rund 1,8 Kilometern ist die Strasse nur einspurig befahrbar. Für die Strecke gilt deshalb eine maximale Fahrzeugbreite von 2 Metern, und auch die Fahrzeughöhe darf 2,50 Meter nicht überschreiten. Der Verkehr wird deshalb teilweise über Zeitfenster geregelt. 

Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss zudem zwei historische Tunnel aus dem frühen 20. Jahrhundert durchqueren. An schönen Wochenenden teilen sich Autos, Velos und Fussgänger den knappen Raum. Bei grossem Verkehrsaufkommen kann die Zufahrt sogar gesperrt werden.  

Carona: Links und Rechts bleiben nur Zentimeter 

Im Tessiner Dorf Carona, oberhalb von Lugano, wird es auf der Postautostrecke geradezu absurd eng. Der Bus muss dort durch den Seitenflügel der Kirche San Giorgio fahren. An der engsten Stelle sind es lediglich drei bis vier Zentimeter auf jeder Seite zwischen dem Postauto und dem Bauwerk. Für die Chauffeure bedeutet das höchste Präzision. Ein kleiner Fehler und die Fahrt endet nicht nur mit einem Kratzer am Fahrzeug, sondern möglicherweise auch an der historischen Bausubstanz. 

@retofoxfehr ‼️Tippe für Infos‼️ 😱Huuii, da braucht der Fahrer Nerven! Durch diesen engen Tunnel muss er das Postauto zwängen. Es ist Millimeterarbeit - und die einzige Option, in das Dorf zu kommen. Denn der Tunnel der Via Principale hier markiert quasi den Dorfeingang von Carona. 😍Der Tunnel wurde durch einen Seitenflügel der Chiesa dei Santi Giorgio e Andrea gebaut. Normale Autos passen gut durch, beim Postauto wird’s aber sehr eng. Auf Google Maps wird der Durchgang als «Engster Postautotunnel der Welt bezeichnet». Ich kann’s nicht genau beweisen, denn ich fuhr in der Schweiz schon durch viele enge Passagen im Postauto. Aber dieser hier kommt dem Rekord sicher sehr nahe. 💬Welches ist dein eindrücklichstes Postauto-Erlebnis mit einem engen Tunnel? Erzähle es mir in den Kommentaren🙏🏽 🤩Und ja, das Dorf selbst lohnt einen Besuch. Auch hier gibt es viele enge Gassen, Fussgängertunnels unter Wohnhäusern durch und versteckte Durchgänge. Dazu bald mehr in einem nächsten Beitrag. 🥾Du kannst das Dorf aber natürlich auch wandernd erreichen - und dies auf einer traumhaften Route. 🗺️Schreib mir hier in den Kommentaren und ich schicke dir den Wandervorschlag🙏🏽 💾Speichere den Tipp für deinen nächsten Ausflug und folge mir, um die Schweiz immer wieder neu zu entdecken🙏🏽 #postauto#postautotunnel#tunnel#kirche#kircherunnel#carona#sansalvatore#wandern#wandernschweiz#tessin#lugano#familienwandern#familienausflug#ausflügeschweiz#ausflugstipp#schweiz#wanderwege#schweizerwanderwege#schweizentdecken#visitswitzerland#amazingswitzerland#discoverswitzerland♬ ALDY THOXIE Le Delire - AldyThoxieOfficial

Die ungewöhnliche Durchfahrt ist Teil der regulären Postautostrecke. Die Route führt durch die engen Gassen des historischen Dorfkerns, dessen Strassen ursprünglich für deutlich kleinere Fahrzeuge und ganz andere Verkehrsverhältnisse angelegt wurden.  

Twingischlucht: Bei Gegenverkehr wird es knapp 

Historisch und eng zugleich ist die Twingistrasse bei Binn im Wallis. Die Twingischlucht war über Jahrhunderte ein schwieriges Hindernis auf dem Weg ins abgelegene Binntal. Erst mit dem Bau der Fahrstrasse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Tal für Motorfahrzeuge besser erschlossen.  

Heute gilt die Twingistrasse als historisch bedeutender Verkehrsweg und ist Teil des Inventars der historischen Verkehrswege der Schweiz IVS. Besonders eindrücklich sind die zahlreichen Kunstbauten: Felsgalerien, Mauern und Tunnel zeigen, wie aufwendig es einst war, eine befahrbare Verbindung durch die Schlucht zu bauen. 

Mit ihren 3,60 Metern reicht die Fahrbahn für ein einzelnes Auto problemlos. Bei Gegenverkehr wird es dagegen knapp. Die moderne Hauptzufahrt ins Binntal führt inzwischen durch einen neueren Strassentunnel. Die alte Twingistrasse hat damit ihren ursprünglichen Charakter weitgehend bewahrt. 

Griesalp: Kreuzen verboten 

Die Griesalpstrasse im Berner Oberland ist ein Sonderfall unter den engen Schweizer Strassen. Sie kombiniert extreme Steigung mit schmaler Fahrbahn und engen Haarnadelkurven. Auf den letzten rund zwei Kilometern hinauf zur Griesalp überwindet die Strasse rund 200 Höhenmeter und windet sich durch 20 Kurven. Mit bis zu 28 Prozent Steigung gilt die Strecke als steilste PostAuto-Strecke Europas. Auch bei der Breite wird es knapp. Die Strasse ist je nach Abschnitt ungefähr 2 bis 4 Meter breit. Besonders spektakulär ist eine Felslücke, durch die die Fahrbahn an der engsten Stelle nur 2,20 Meter misst. 

Auf dem Abschnitt von Tschingel bis Griesalp ist das Kreuzen mit dem Postauto zudem verboten. Der Gegenverkehr wird entsprechend geregelt. Wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist, muss also nicht nur die extreme Steigung und die engen Kurven im Blick behalten, sondern auch darauf achten, wann ein Postauto die Strecke befährt.  

Tremola: eng, kurvig und historisch 

Die historische Passstrasse an der Tremola am Gotthard führt in zahlreichen Kehren über die Südseite des Gotthards und ist mit ihrem Kopfsteinpflaster eine der bekanntesten historischen Strassen der Schweiz.  

Die Tremola ist zwar nicht so schmal, dass moderne Autos grundsätzlich Probleme hätten. Ihre engen Kurvenradien und die vielen Kehren sorgen aber dafür, dass man deutlich langsamer unterwegs ist als auf einer modernen Passstrasse. Besonders bei Gegenverkehr und in den Kurven ist Aufmerksamkeit gefragt. 

Ächerlipass: Ausweichstellen sind die Notrettung 

Mit 1458 Metern Höhe gehört der Ächerlipass nicht zu den spektakulärsten Schweizer Alpenpässen. Für die Verbindung zwischen Nid- und Obwalden ist die schmale Passstrasse zwischen Dallenwil und Kerns dennoch bemerkenswert.  

Rund 20 Kilometer zieht sich die asphaltierte Strecke über den Pass, mit Steigungen von bis zu 16 Prozent. Bis auf einzelne Ausweichstellen ist die Strasse meist gerade einmal auf einen Personenwagen ausgelegt. Zwei Fahrzeuge können deshalb nicht einfach überall aneinander vorbeifahren. Wer auf Gegenverkehr trifft, muss mitunter bis zur nächsten Ausweichstelle zurücksetzen. 

Pragelpass: schmal und steil 

Zwischen dem Muotatal im Kanton Schwyz und dem Klöntal im Kanton Glarus führt der Pragelpass auf rund 1550 Meter über Meer. Die Passstrasse ist knapp 20 Kilometer lang und an vielen Stellen ausgesprochen schmal. Teilweise misst die Fahrbahn gerade einmal 3 Meter. Zwei Autos passen dort schlicht nicht nebeneinander. Dazu kommen enge Kehren und Steigungen von bis zu 18 Prozent auf der Muotataler Seite. 

Dass die Strasse nicht für jeden Verkehr ausgelegt ist, zeigt sich auch an den Einschränkungen: Lastwagen, Anhänger und Gesellschaftswagen dürfen bestimmte Abschnitte nicht befahren. Zwischen Richisau und der Kantonsgrenze ist die Strecke zudem samstags und sonntags für den motorisierten Verkehr gesperrt. 

Und weil der Pass auch zu Fuss eine Herausforderung ist, hat die IG Pragel eine ungewöhnliche Lösung gefunden: Entlang der Passstrasse stehen zwölf Mitfahrbänkli. Wer sich dort hinsetzt, signalisiert vorbeifahrenden Fahrzeugen, dass er gerne ein Stück mitgenommen werden möchte. 

Stöckalp–Melchsee-Frutt: Eine Stunde bergauf, eine Stunde bergab

Auch der Weg von Stöckalp nach Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden verlangt Geduld. Die Bergstrasse ist so schmal, dass ein normaler Gegenverkehr nicht möglich ist. Deshalb gilt im Sommer ein striktes Einbahnregime nach Stunden: Zu den geraden Stunden geht es bergwärts, zu den ungeraden Stunden talwärts. Wer den falschen Moment erwischt, muss warten.

Die Regelung zeigt, wie wenig Platz die rund zehn Kilometer lange Bergstrasse bietet. Besonders für grössere Fahrzeuge wäre ein Kreuzen auf der schmalen Strecke problematisch. Auch das Parkieren auf der Strasse oder den Ausweichstellen ist verboten.

Im Winter ist die Strasse für den normalen Autoverkehr nicht geöffnet. Dann übernimmt die Gondelbahn von Stöckalp nach Melchsee-Frutt die Verbindung ins autofreie Wintersportgebiet. Auch der Parkplatz Dempfelsmatt auf der Frutt ist nur im Sommer mit dem Auto erreichbar. 

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