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Politik & Wirtschaft •
Lehrstellen in der Automobilbranche

3000 neue Auto-Lernende – doch bei diesen Berufen fehlen Plätze

Rund 3000 Jugendliche starten 2026 eine Lehre in der Autobranche. Doch während Garagen Nachwuchs suchen, fehlen anderswo Ausbildungsplätze.

Über 50'000 Jugendliche in der Schweiz starten in den kommenden Wochen mit einer Berufslehre. Laut dem Nahtstellenbarometer des Bundes waren Mitte Juni von den rund 74'000 angebotenen Lehrstellen bereits 68 Prozent vergeben. 

Auch die Schweizer Automobilbranche trägt einen wichtigen Teil dazu bei: «Nach den Rückmeldungen unserer AGVS-Sektionen rechnen wir mit rund 3'000 neuen Lehrverhältnissen und damit mit einem ähnlichen Niveau wie in den beiden Vorjahren», sagt Olivier Maeder, Geschäftsleiter Berufsbildung beim Auto Gewerbe Verband Schweiz AGVS, gegenüber STREETLIFE.  Die genauen Zahlen liegen dem AGVS jedoch erst im Sommer 2027 vor. Gerade in der Westschweiz werden Lehrstellen laut Maeder oft noch bis in den Herbst vergeben. Mit der Entwicklung zeigt sich der AGVS jedoch zufrieden: «Innerhalb der einzelnen Berufe und Fachrichtungen gibt es zwar jährlich gewisse Verschiebungen, insgesamt präsentiert sich die Situation jedoch stabil», so Maeder.

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Automobil-Mechatronik bleibt der Traumjob

Besonders hoch im Kurs steht vor allem eine Ausbildung: «Der Automobil-Mechatroniker beziehungsweise die Automobil-Mechatronikerin EFZ bleibt die beliebteste Grundbildung», sagt Maeder.

Die Ausbildung sei allerdings sehr anspruchsvoll: «Aufgrund der schulischen Voraussetzungen eignet sich für mehr Jugendliche die Ausbildung als Automobil-Fachmann/-frau EFZ», so Maeder. 

Das zeigt sich auch bei den tatsächlichen Lehrverträgen im Vorjahr. 2025 starteten 952 junge Menschen die Mechatroniker-Ausbildung. Bei den Automobil-Fachleuten waren es mit 1364 deutlich mehr. Beide Berufe konnten gegenüber 2024 leicht zulegen.

Der vermeintliche Umweg muss dabei keineswegs eine Sackgasse sein. «Mit einem guten Abschluss dieser dreijährigen EFZ-Grundbildung kann der Abschluss als Automobil-Mechatroniker/-in EFZ anschliessend im Rahmen einer zweijährigen Zusatzlehre erworben werden», erklärt Maeder. 

Gerade bei technischen Autoberufen sei es für die Garagen allgemein schwierig, geeignete Bewerberinnen und Bewerber anzulocken. Das betreffe nicht nur die Berufe Automobil-Mechatroniker und -Fachleute, sondern auch die Ausbildung als Detailhandelsfachmann/-frau Automobil After-Sales. 

Im Verkauf fehlen dagegen Lehrstellen

Ganz anders präsentiert sich die Situation in zwei weiteren Autoberufen. Für die Ausbildung als Kaufmann oder Kauffrau im Automobilgewerbe EFZ sowie als Detailhandelsfachmann oder Detailhandelsfachfrau Automobil Sales gebe es mehr interessierte Jugendliche als verfügbare Lehrstellen: «Hier würden wir uns mehr Ausbildungsbetriebe wünschen», sagt Maeder. Den Grund für den Nachfrageüberschuss erklärt er so: «Bei der kaufmännischen Grundbildung hat die umfassende Bildungsreform im Jahr 2023 dazu geführt, dass einzelne Betriebe mit der Ausbildung neuer Lernender noch etwas zurückhaltend sind. Der Beruf Detailhandelsfachmann/-frau Automobil Sales, die Grundbildung für angehende Automobil-Verkaufsberaterinnen und -berater, existiert zudem erst seit 2022.» Das Interesse wachse jedoch deutlich. 

Eine gute Schnupperlehre kann entscheiden

Damit offene Lehrstellen in den technischen Berufen besetzt werden können, müssen die Betriebe laut Maeder ebenfalls aktiv werden. Der AGVS rät, die Stellen auf den bekannten Lehrstellenplattformen auszuschreiben, attraktive Schnupperlehren anzubieten und Bewerbungen rasch zu beantworten.

«Die Jugendlichen erwarten heute kurze Reaktionszeiten von den Betrieben, ansonsten schauen sie weiter», sagt Maeder. Besonders wichtig sei zudem der Eindruck während der Schnupperlehre. Eine positive Teamkultur und abwechslungsreiche Aufgaben könnten darüber entscheiden, ob sich Jugendliche für einen Betrieb entscheiden.

Schülerinnen und Schülern rät Maeder, sich nicht vorschnell auf einen einzelnen Beruf oder eine bestimmte Garage festzulegen: «Es gibt kleine, mittlere und grosse Garagen sowie Personenwagen und Nutzfahrzeugbetriebe. So findet ihr heraus, welcher Autoberuf und welcher Ausbildungsbetrieb am besten zu euren Interessen und Stärken passt.»

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