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Nagel im Reifen: So reagierst du richtig
Ein Nagel im Reifen kann schnell zur Gefahr werden – nicht nur für dich, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmende. Wie du in so einer Situation richtig reagierst, wann du besser stehen bleibst, erfährst du hier.
Es sind oft erst subtile Anzeichen, die auf einen Fremdkörper im Pneu hindeuten. Vielleicht fährt das Auto plötzlich schwammig oder es erscheint eine Warnmeldung zum Reifendruck. Auch ein regelmässiges Klack-Klack-Geräusch beim Fahren ist meist kein gutes Zeichen. Eine Kontrolle des Reifens bestätigt den Verdacht: Eine Schraube oder ein sonstiger Fremdkörper steckt im Pneu.
Fremdkörper im Pneu niemals selbst entfernen
Das Wichtigste vorab: Der Gegenstand sollte nicht entfernt, sondern im Reifen stecken gelassen werden. Der Fremdkörper wirkt wie ein natürlicher Verschluss und verhindert im Idealfall, dass Luft aus dem Reifen entweicht.
Reifendruck messen
Markus Peter, Leiter Technik und Umwelt beim Auto Gewerbe Verband Schweiz AGVS rät: «Man sollte dann sofort überprüfen, ob der betroffene Pneu Luft verloren hat oder weiterhin verliert. Falls das Auto mit einer direkt messenden Reifendrucküberwachung ausgestattet ist, wird der Reifendruck und eine allfällige Druckverlustwarnung direkt im Infodisplay angezeigt.» Alternativ könne man den Druck an der nächsten Tankstelle oder bei einer Garage messen.
Generell rät der Experte, eine Garage aufzusuchen. Ob man mit dem Fahrzeug noch selbst hinfahren kann, entscheidet der Zustand des Pneus: «Ist der Druckverlust oder die Beschädigung zu hoch, muss vor Ort entweder das Ersatzrad montiert, das Reifenreparaturset verwendet oder ein professioneller Pannendienst organisiert werden», so Peter.
Wann eine Reifenreparatur noch möglich ist
In der Garage werden dann die Möglichkeiten geprüft. Eine Reparatur des Reifens ist nur möglich, wenn sich der Fremdkörper in der Lauffläche befindet. «Kleinere Beschädigungen können hier meistens repariert werden», so der Experte und erklärt: «Für die temporäre, notdürftige Reparatur kommen klebrige und gummiartige ‹Würste› zum Einsatz. Für dauerhafte Reparaturen wird der Pneu von der Felge demontiert und von der Innenseite her mit sogenannten Reparaturpilzen oder -würsten sowie Vulkanisierflüssigkeit und Flüssigpflaster repariert.»
Warum ein Nagel im Reifen schnell teuer wird
Vor der Reparatur macht es jedoch Sinn, das Reifenalter und die Restprofiltiefe zu prüfen. «Je nach Zustand des Reifens sollte abgewogen werden, ob sich die Reparatur aufgrund noch lohnt oder man nicht besser in neue Reifen für die betroffene Achse investiert», sagt Markus Peter. Müsse ein Reifen wegen zu starker Beschädigung ersetzt werden, sollte bei einem Profiltiefenunterschied zwischen neuem und altem Reifen von mehr als 2 Millimetern auch der andere Reifen auf derselben Achse erneuert werden. Noch teurer könnte es bei einem 4x4 werden: «Bei Fahrzeugen mit Allradantrieb ist der Einfluss der Profiltiefe und damit der Raddurchmesser aller vier Räder zu berücksichtigen.»
Wer zahlt den kaputten Reifen?
Wenn gleich alle Reifen ersetzt werden müssen, kann der eingefahrene Fremdkörper also ganz schön teuer werden. Doch wer zahlt den kaputten Reifen? Hier lohnt sich ein Blick in die Versicherungsdeckung. Die Helvetia Baloise Versicherung erklärt: «Der Reifen selbst ist grundsätzlich ein Verschleissteil; eine Deckung besteht bei uns zum Beispiel über die separate Reifendeckung oder, unter Berücksichtigung des Selbstbehalts, über die Vollkasko», so Sprecherin Rebecca Blum.
Unterm Strich gilt: Wer richtig reagiert, den Fremdkörper stecken lässt und den Reifen rasch kontrollieren lässt, kann Folgeschäden und hohe Kosten im besten Fall vermeiden.
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