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«Tankstellen explodieren nicht – das gibt es nur in Hollywood»
Lichterloh brannte am Montag ein hellblauer Lamborghini an einer Tankstelle in der Gemeinde Arth SZ. Der Lenker musste mit Brandverletzungen ins Spital geflogen werden. Der Vorfall wirft Fragen auf: Wie gefährlich ist ein solcher Fahrzeugbrand an einer Tankstelle?
Die Szene sorgte schweizweit für Aufsehen: Am Montag fing ein hellblauer Lamborghini Aventador SVJ direkt neben einer Zapfsäule Feuer und brannte vollständig aus. Der 20-jährige Lenker musste mit Brandverletzungen direkt ins Spital geflogen werden.
@karibo123987 lamborgini aventador svj burning in oberarth #lambo#lomborghini#svj#fyp♬ oryginalny dźwięk – mateunciu - mateunciu
Was sich viele beim Anblick der Bilder, die in den sozialen Netzwerken die Runde machten, fragten, war: Hätte der Brand direkt an der Tankstelle zu einer Explosion führen können?
Im Fall des brennenden Lamborghinis konnte durch die schnelle Reaktion der Tankstellenmitarbeitenden Schlimmeres vermieden werden, wie der Feuerwehrkommandant der Gemeinde Arth, Peter Dettling, auf Anfrage von STREETLIFE betont: «Tankstellen haben einen Notschalter, welcher das Benzin im Fall eines Feuers zurückhält. Damit können Explosionen vermieden werden.»
Notschalter schweizweit Pflicht
Tatsächlich seien solche Notschalter bei Schweizer Tankstellen obligatorisch, ergänzt Fabian Bilger, stellvertretender Geschäftsführer der Avenergy Suisse: «Der Notschalter sorgt für eine sofortige Unterbrechung der Treibstoffzufuhr an den Säulen. Bei Tankstellen mit Shop haben die Mitarbeitenden direkt Zugriff auf die Tanksäulen. Bei Automatentankstellen ohne Shop ist ein Notschalter von aussen zugänglich.»
Aber auch ohne solche Notschalter gibt Fabian Bilger Entwarnung: «Eine Tankstelle kann nicht einfach so explodieren. Das ist ein Szenario aus Hollywood-Filmen.» So gebe es vorgeschriebene Sicherheitsmassnahmen, wie zum Beispiel Rückschlagventile in allen Tanksäulen. Sie verhindern, dass Treibstoff zurückfliesst und der Brand sich in die unterirdische Tankanlage ausbreiten kann.
Zudem müssen in der Schweiz alle Benzinzapfsäulen über eine sogenannte Gasrückführung verfügen. Damit werden Benzindämpfe, die beim Tanken aus dem Fahrzeugtank kommen, in den Tank der Tankstelle abgesaugt. «Damit wird verhindert, dass überhaupt die Gefahr von Explosionen entsteht, da gar nichts vorhanden ist, was explodieren könnte», sagt Bilger abschliessend.
Was tun, wenn es an der Zapfsäule brennt?
«Es sollte sich niemand unnötig in Gefahr begeben. Im Notfall gilt: Zuerst sich selbst in Sicherheit bringen, Rettungsdienste alarmieren und dann Dritten helfen», so Bilger. Lässt es die Situation aber zu, sollte man nach dem Feuerlöscher greifen. « Ein solcher ist an jeder Tankstelle für die Branderstbekämpfung Vorschrift.»
Ein Autobrand – ob nun mit einem Benziner oder einem Elektroauto – kommt auch immer wieder auf der Strasse vor. Der Automobil Club Schweiz ACS hat dazu eine Guideline publiziert, in der die richtige Vorbereitung und das richtige Verhalten eines Automobilisten im Ernstfall beschrieben wird.
Feuerlöscher im Auto
Laut dem ACS sollte ein Feuerlöscher genauso wie der Verbandkasten, die Warnweste und das Warndreieck so im Auto platziert werden, dass sie im Ernstfall schnell griffbereit sind – idealerweise beim Fahrer- oder Beifahrersitz.
Feuerlöscher können man im Autofachhandel oder in Baumärkten kaufen. Besonders geeignet sind Zwei-Kilogramm-ABC-Pulverlöscher. Denn ihre Löschzeit reicht meist für eine effektive Brandbekämpfung aus.
Wer mit dem Reisemobil oder dem Wohnwagen unterwegs ist, sollte einen grösseren Sechs-Kilogramm-Pulverlöscher mitführen. Für kleinere Entstehungsbrände eignen sich auch Feuerlöschsprays.
Experten raten, den Feuerlöscher alle zwei Jahre von einem Fachmann überprüfen zu lassen. Auch eine Kennzeichnung am Fahrzeug mit einem Feuerlöschersymbol kann im Fall eines Unfalls die Helfer darauf hinweisen, dass sich ein Feuerlöscher an Bord befindet.
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