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Politik & Wirtschaft •
Formel-1-Saison 2026

Ewiges Ferrari-Drama

Kein Formel-1-Rennstall verfügt über eine fanatischere Fangemeinde als Ferrari. Aber kaum ein anderes Team sorgt für mehr interne Dramen. In sechs Wochen startet die neue Saison 2026 und bereits soll in Maranello wieder eine explosive Stimmung herrschen.

Die Scuderia Ferrari wird von Millionen Rennsportfans fast religiös verehrt. Geht es um den Kultstatus, überragt der Formel-1-Rennstall aus Maranello alle anderen Teams. Kein anderes Team ist länger dabei. Kein anderes Team verfügt über eine fanatischere Fangemeinde. Und kein anderes Team sorgt Jahr für Jahr für grössere Dramen als Ferrari. Die Erwartungen an den Teamchef und die Fahrer sind jeweils gigantisch. Die Tifosis fordern jedes Jahr von Ferrari nicht weniger als den Weltmeistertitel. Aber seit 19 Jahren werden die Fans enttäuscht. 2007 wurde der kühle Finne Kimi Räikkönen letztmals mit einem Ferrari Fahrerweltmeister. Nur noch die Eltern der heutigen Fans können sich an Ferrari als Serienweltmeister erinnern. Damals sorgte Teamchef Jean Tod zusammen mit dem strategischen Schlitzohr Ross Brawn, dem radikalen Desiger Rory Byrne und dem ehrgeizigen Piloten Michael Schuhmacher für eine beispielslose Dominanz.

Das Entwicklungs-Drama

Seit Schuhmacher und Räikkönen zeigt Ferrari vor allem in einer Disziplin Konstanz: Dem Drama. In sechs Wochen startet die Formel-1-Saison 2026. Und bereits scheinen in Maranello die Nerven blank zu liegen. Italienische Sportzeitungen berichten von einem grossen Entwicklungsrückstand. Mehr oder weniger bekannte Formel-1-Influnencer behaupten auf TikTok, im Ferraris-Team herrsche dicke Luft. Der neue SF26 werde zum ersten Rennen im australischen Melbourne kaum konkurrenzfähig sein. Das neuentwickelte Chassis mit massiv geänderter Aerodynamik entspreche nicht den internen Erwartungen. Teamchef Fred Vasseur befinde sich zunehmend im Zustand der Hyperventilation und treibe das Team rund um die Uhr an. Besonders ärgerlich: Vasseur hatte 2025 früh erkannt, dass es Ferrari nicht unter die besten drei Topteams schaffen wird. Folgerichtig konzentrierte er sich bereits seit Juni auf das neue 2026er-Auto. Und jetzt soll Ferrari trotzdem im Rückstand liegen.

Das Hamilton-Drama

Ferrari wird alles versuchen, mit dem neuen SF26 den beiden Toppiloten Charles Leclerc und Lewis Hamilton eine ultraschnelle, rote Göttin hinzustellen. Die neue Charakteristik der Aerodynamik geht weg vom Ground-Effekt. Die 2026-Autos werden eher auf die Rennstrecke gedrückt, als durch die Luftkanäle im Unterboden angesogen. Problematisch sind die unterschiedlichen Fahrstile der beiden Ferrari-Piloten. Dies erschwert die Grundabstimmung des SF26 erheblich. Hamilton Fahrstil passte nie sonderlich zu den Autos mit Ground-Effekt. Deshalb sollte ihm die neue Aerodynamik entgegenkommen. Aber mit Lewis Hamilton hat sich Ferrari ein personelles Drama ins Haus geholt. Der 41-jährige Hamilton steckt tief in einer fahrerischen Midlifecrisis. Seit dem Wechsel von Mercedes zu Ferrari ist es dem britischen Serienweltmeister nicht gelungen, den Monegassen Leclerc in die Schranken zu weisen. Nichts ist für einen Rennfahrer brutaler, als wenn er gegen den eigenen Teamkollegen chancenlos bleibt.

Weitere Scuderia-Dramen

Der SF26 als Spätstarter. Lewis Hamilton als Wackelkandidat. Es wäre aber nicht Ferrari, wenn es aktuell nur zwei Drama-Schwerpunkte gäbe. Zusätzlich munkelt man, dass der langjährige Treibstoff-Partner Shell mit der neuen Hybrid-Antriebseinheit noch Mühe bekundet. Das CO2-neutrale Benzin soll noch nicht perfekt auf den neuen 1,6 Liter V6-Turbomotor harmonieren. Und gemäss Sky Sport soll Hamiltons erfahrener Renningenieur Riccardo Adami völlig überraschend zum Ingenieur im Bereich der Nachwuchsförderung degradiert worden sein. Der französische Ferrari-Teamchef Fred Vasseur wird aktuell kaum besonders entspannt schlafen. Kommen 2026 noch die gefürchteten, strategischen Ferrari-Fehler im Renneinsatz dazu, ist er seinen Job schnell los.

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